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Kategorie => Kultivierung von Pflanzen => Pflegemaßnahmen => Thema gestartet von: Hortulus am 07. November 2017, 21:31:54

Titel: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 07. November 2017, 21:31:54
Terra Preta Part 1 Pflanzenkohle Gewinnung:

Freunde, hier möchte ich euch zeigen, wie ihr selbst aus den in euren Gärten anfallenden, holzigen Pflanzenteilen, Pflanzenkohle machen könnt. Im nächsten Schritt, wie ihr daraus zusammen mit euren Küchenabfällen, Gartenabfällen, Kleintiermist und angerottetem Kompost, Terra Preta selbst machen könnt.

Ihr benötigt:
1. Holziges Material das bei der Gartenarbeit übers Jahr anfällt.
2. Einen Erd-Kon-Tiki, das ist ein Erdloch im Garten mit einer Wandneigung von 58 bis 63 Grad, das mit Steinen eingefasst wird.
3. Frische krautige Gartenabfälle und oder frische holzige die gehäckselt wurden, Küchenabfälle und angerotteten, aber nicht fertigen, Kompost.
4. Einen Platz, auf dem die angemischte Terra Preta 3 Monate liegen kann.

Zu 1. Dazu brauche ich nichts weiter erklären, hat eigentlich jeder Garten. Gut abgelagert und getrocknet sollte es sein.

Zu 2. Ein Kon-Tiki ist ein Behälter in dem man durch Pyrolyse Holzkohle gewinnt. Ein Erd-Kon-Tiki ist eben ein Erdloch in dem durch die spezielle        Wandneigung das Selbe passiert. Der Rand sollte mit Steinen befestigt sein. Da die Pflanzenkohle idealer Weise von unten abgelöscht wird, sollte ein Wasserrohr zum Grund führen. Ich habe meines mit einem alten Topfuntersetzter überdeckt. So kann das Ablöschwasser ungehindert von unten ansteigen und die Pflanzenkohle ablöschen. Zur Vorbereitung für das verkohlen wird alles holzige Material, das bei der Gartenarbeit anfällt, gelagert bis es dürr ist. Dann im Erd-Kon-Tiki, der etwa 80 cm tief und eine Seitenwandneigung von 58-63 Grad aufweisen sollte, nach und nach verkohlen. Dazu einige Hölzer am Grund anbrennen, beständig nachlegen und immer wenn sich Asche zeigt, sofort mit feinen Material die Flammen ersticken. Nach etwa 3 Stunden ist der Erd-Kon-Tiki fertig befüllt. Während dieser Zeit lässt sich sehr gut Grillgut garen und mit Freunden ein Fest feiern. Wenn der Erd-Kon-Tiki bis zum Rand befüllt ist, kann die Kohle abgelöscht werden. Das geschieht am Besten von unten, ich habe zu dem Zweck ein Wasserrohr beim Bau mit eingegraben. Da die noch glimmende oder brennende Kohle oben auf schwimmt, diese mit der Schaufel unter Wasser drücken. Ist alles abgelöscht, kann das Löschwasser eingeschöpft und für die spätere Verwendung zum Biologischen Pflanzenschutz genutzt werden. Die Pflanzenkohlestücke am besten gleich im Erd-Kon-Tiki etwas zerstoßen und zerkleinern. Ich schaufle die Pflanzenkohle danach in große Baumtöpfe, da kann sie gut abtrocknen. Nun hat man seine eigene Bioholzkohle gewonnen, oder eben den Ausgangsstoff für die eigene Terra Preta. Um Terra Preta damit herzustellen, muss die Kohle zerkleinert werden. Ideal wäre eine Körnung von 0 ( also Mehl ) bis 3 mm, was mit einem Gartenhäcksler oder durch überrollen mit dem PKW in der Einfahrt erzielt werden kann. Als Formel gilt: 10 Volumenprozent Pflanzenkohle muss in den Haufen mit Garten- und Küchenabfällen eingemischt werden.

Zu 3. Krautige Gartenabfälle und oder frische holzige die gehäckselt wurden, Küchenabfälle und angerotteten, aber nicht fertigen, Kompost. Warum sollte man zum Ansetzen der Terra Preta angerotteten aber nicht fertigen Kompost verwenden? Kompost ist voller Leben, unzählige Mikroorganismen leisten zusammen mit den Makroorganismen die Umwandlung der Garten- und Küchenabfälle in besten Komposthumus, unserem Gärtnergold. Fertiger Kompost ist deutlich weniger belebt und wird leider nicht mehr in Terra Preta umgewandelt. Angerottetes Material dagegen impft unsere Terra Preta Mischung mit den erforderlichen Mikroorganismen, um die Pflanzenkohle zu beleben und so die Umwandlung der Biomasse in diesen Ewigkeitsdauerhumus Terra Preta zu ermöglichen.

Zu 4. Der Platz an dem die Terra Preta nun 3 Monate liegen wird, sollte vor Überschwemmung bei Starkregen geschützt sein. Er muss nicht im Schatten liegen. Sollte jedoch in jedem Fall genügend Platz bieten um gut hantieren zu können. Eine gleichmäßige Durchmischung der Biomasse mit der Pflanzenkohle ist wichtig. Der Haufen sollte nicht höher als 1,5 Meter und nicht breiter als 2,5 Meter sein, damit die aeroben Mikroorganismen nicht im inneren ersticken. Bitte nicht mit Methoden der Bokashigewinnung unter Luftabschluss mit anaeroben Mikroorganismen verwechseln. Damit die Kohle durch Regen nicht von den äußeren Gartenabfällen abgewaschen wird, den Terra Preta Haufen mit einer Plane oder Folie abdecken. Ein erneutes durchmischen nach 6 Wochen ist förderlich. Die dabei entstandene Terra Preta kann pur im Garten verwendet werden. Jedoch nicht für Schnittlauch, Moorbeetpflanzen und Orchideen. Alles andere, einschließlich Lilien, Taglilien, Schwertlilien, Obst und Gemüse wächst und gedeiht prächtig. Terra Preta speichert Wasser und Luft, kann Bodenermüdung neutralisieren und speichert überschüssige Nährstoffe, düngen ist daher meist nicht mehr erforderlich. Die Pflanzen wachsen gleichmäßiger und entwickeln sich gesünder.

Als Vizepräsident der GdS interessiert es mich, wer von euch schon Erfahrungen mit Terra Preta gesammelt hat, oder wer Terra Preta bereits einsetzt. Schreibt doch einfach eure Kommentare und stellt Bilder dazu ein. Denn dann ist es für andere sicher einfacher, es selber auszuprobieren.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 13. November 2017, 20:46:21
Hier ein Filmbeitrag zur Terra Preta Forschung der Uni Halle:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=20&v=xnyc2v4eBYA
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 13. November 2017, 20:55:15
Hier eine Reportage: Terra Preta - Das Schwarze Gold Amazonas

https://www.youtube.com/watch?v=xybx6DMmPiQ
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 14. November 2017, 20:44:21
Unter der URL (http://www.duenger-und-erde.de/erden/terra-preta.html ) habe ich folgenden Text gefunden:

„Pflanzenkohle (8 Liter)
* Tonmehl (0,2 Liter)
* Urgesteinsmehl (0,4 Liter)
* organischer Dünger (Kompost oder Rinderdung) (1 Liter)
* stickstoffhaltiger Dünger (z.B. Brennnesseljauchen, Einnährstoffdünger) (0,4 Liter)

Diese Zutaten werden zusammen gemischt, für etwa 4 Wochen stehen gelassen und schließlich in den Gartenboden bzw. der Blumenerde eingearbeitet. Als Faustregel kann folgendes gelten: Auf einem Liter Gesamtsubstrat sollten maximal 10 Prozent des Terra-Preta-Substrats eingearbeitet werden.“

Scheint verschiedene Mischungen zu geben. Nur, welche ist die optimale?

Ich habe bei Stefan gesehen, dass er Lilien in relativ kleinen Containern (9ner?) kultiviert.
Frage: Würden auch Hosta in Töpfen/ Containern kultivierbar sein?
Frage: Kann man nicht auch Holzkohle vom Köhler (gibt‘s hier noch!) nehmen? Von welchem Holz?
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 18. November 2017, 12:04:53
Holzkohle vom Köhler geht natürlich auch.
Meine erste Terra Preta machte ich auch mit Holzkohle aus der Schauköhlerei im Bayerischen Wald, der ja eigentlich Böhmer Wald heißt.
Auf Dauer sollte mehr oder nur Abfallholz und da eben am Besten aus dem eigenen Garten erwendet werden.

Ja, ich habe tausende Lilium, Iris und Hemerocallis in 9er, 11er, 13er Töpfen stehen. Hunderte Hemerocallis  und Iris auch in schwarzen Gärtnerkisten. Alle stehen in reiner Terra Preta Stufe 1 und wachsen sehr gut.

Die angegebene Mischung entspricht nicht meiner. Wenn dabei auch gute Terra Preta entsteht, warum nicht.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 20. November 2017, 20:39:35
Hier noch ein Link zu Terra Preta in Welt.de. In dem Bericht kommt Haiko Pieplow von der Freien Universität Berlin zu Wort:

Hobbygärtner schwören auf die Supererde Terra Preta (https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article132867147/Hobbygaertner-schwoeren-auf-Supererde-Terra-Preta.html).
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. November 2017, 12:20:00
Was ich unten vergessen hatte anzugeben:

Alle meine Hosta stehen in reiner Terra Preta Stufe 1 ebenso die Yucca, Rosen und Maiglöckchen,
ich liebe Maiglöckchen. 
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. November 2017, 21:17:58
Terra Preta Part 2

Nun geht es darum, die selbst hergestellte, oder gekaufte, Pflanzenkohle mit allen frischen Gartenabfällen und oder Misten, was man eben hat, zu vermischen.

Bild 1 zeigt die Ausgangsstoffe so wie ich sie verwende: Pferdemist mit sehr viel Strohanteil, angerotteter Grünschnittkompost, frischer Grünschnitt (Rasen, Hecken, Gemüsereste, Küchenabfälle, Gartenabfälle). Da die Pflanzenkohle mit 1.000 € je Tonne sehr hochpreisig ist, mache ich sie mir jetzt in meinem Kon-Tiki selbst. Natürlich aus den Gartenabfällen die bei mir anfallen.

Bild 2 zeigt die zerkleinerte Pflanzenkohle.

Bild 3 und 4 zeigen das verteilen der Pflanzenkohle aus dem 1,3 m³ Bigbag heraus. Schön gleichmäßig ist wichtig.  :)

Bild 5 zeigt den gut durchmischten Haufen mit 10 Volumenprozent Pflanzenkohleanteil. Nicht vergessen ihn mit einer Plane abzudecken, damit der regen die Kohle nicht nach unten wäscht.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. November 2017, 21:28:10
Terra Preta wird bei uns in Franken und an vielen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach der Methode von Sitki Kurhan produziert.

Sitki will unbedingt die Welt verbessern und dafür sorgen, das die Menschen keinen Kunstdünger mehr brauchen. Er hält Vorträge, veranstaltet Seminare und zeigt jedem kostenlos wie es richtig gemacht wir. Sein Ziel, den Welthunger zu besiegen, verfolgt er gerade mit großen Projekten auf den Philippinen mit der dortigen Regierung.

Hier auf diesem Bild ist seine Terra Preta Produktion im Großen in Fürth in Bayern zu sehen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. November 2017, 21:37:28
Auf diesem Bild sieht man gut die gewaltigen Mengen an Stroh, ankompostiertem Grünschnitt und der Pflanzenkohle.

Jeder dieser schwarzen Haufen schlägt mit etwas über 1.000 € zu Buche.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. November 2017, 21:50:35
Hier zeigt das erste Bild wie der Umsetzer die Ausgangsstoffe gleichmäßig vermischt und zu diesen Terra Preta Mieten formt.

Das zweite Bild zeigt die drei Entwicklungsstufen der Terra Preta.

Im Vordergrund fast fertige Terra Preta, die vor 10 Wochen angesetzt wurde.

Dahinter halbfertige Terra Preta, sie wurde erst vor 6 Wochen angesetzt und braucht noch 6 Wochen.

Im Hintergrund die gerade frisch angesetzte Terra Preta, die nun für 3 Monate hier liegt.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 24. November 2017, 08:08:40
Gestern Abend auf dem Campus mit der Studierendenvertretung der Universität Würzburg
Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit, haben wir beschlossen auf der LGS Würzburg 2018 Workshops zur Gewinnung von Biochar und Terra Preta anzubieten. Ihr seid jetzt schon alle dazu eingeladen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 24. November 2017, 23:33:08
Alle Gäste, die hier noch nicht angemeldet sind

und daher noch nicht schreiben können, ihr könnt mir auch eine E-Mail schicken.

Einfach auf die Weltkugel unter meinem Avatar klicken.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 25. November 2017, 23:43:33
Kohle lässt sich nicht nur aus Holz gewinnen. Die „Schwäbische Post“ schreibt heute, dass der israelische Forscher Amir Gross ein Verfahren entwickelt hat, um aus Geflügel-Kot ein Produkt namens „Hydro-Kohle“ herzustellen. Hydro-Kohle sei billiger in der Herstellung und ernergieeffizienter.
Man sieht, man kann aus Scheiße Gold machen. Ob Hydro-Kohle auch für Terra Preta geeignet ist, muss sich herausstellen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 25. November 2017, 23:51:12
Sofern daraus reiner Kohlenstoff entsteht, warum nicht?
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hero am 06. Dezember 2017, 13:19:35
Hallo Stefan!

Jetzt habe ich eine Methode gefunden, mit der ich selbst die Holzkohle herstellen kann. (Metalldose mit Deckel im offenen Kamin) Das hat schon beim ersten Versuch hervorragend geklappt. Das entstehende Holzgas brennt einwandfrei ab und ergibt nochmals zusätzliche Wärme.
Zur Herstellung von Terra Preta gibt es sehr unterschiedliche Anleitungen.
Du schreibst, daß Du die Holzkohle mit verschiedenen "Zutaten" vermischst und dann abgedeckt 3 Monate liegen läßt bei zwischenzeitlichem Umsetzen.
Das Feststampfen, mit EM angießen und unter Luftabschluß fermentieren lassen ist bei Deiner Methode nicht notwendig?

Ich möchte in Zukunft meine Lilien in Töpfen und auch die in den Beeten in Terra Preta pflanzen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 06. Dezember 2017, 14:59:51
Nein Hero,

ist nicht nur nicht notwendig, sondern würde den aeroben Prozess zunichte machen.
Ein par Schaufeln halbfertiger Kompost enthalten alles was Du an EM zum impfen brauchst.

Wenn Du unter Luftabschluss, also anaerob, arbeitest erhälst Du keine Terra Preta. 
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hero am 06. Dezember 2017, 20:07:06
Dann ist die Herstellung von Terra Preta für mich auf jeden Fall möglich.
In verschiedenen Diskussionen werden Äpfel mit Birnen verwechselt, so daß man ganz durcheinander kommt.

Aus den ersten Versuchen mit der Metalldose im off. Kamin ist schöne Holzkohle geworden.
Jetzt werde ich Versuche mit Hobelspänen und Sägemehl machen, dann ist die Zerkleinerung bereits erledigt.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 07. Dezember 2017, 06:01:15
Das funktioniert sehr gut Hero,

ich freue mich schon auf Deine Berichte. Wenn Du mehr brauchst, ich halte einen Vortrag über Terra Preta an der Berufsschule in Schweinfurt. Dabei wird ein Erd Kon-Tiki gebaut und reichlich Pflanzenkohle produziert. Ebenso wird auf der LGS Würzburg ein Workshop dazu angeboten. Termin wird noch veröffentlicht.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 15. Dezember 2017, 20:59:37
Hallo Hero,
deine Methode der Herstellung von Pflanzkohle (zur Verwendung zur Herstellung von Terra Preta) im Kamin in einer Blechdose habe ich mit Sägespänen ausprobiert. Sägespäne sind immer zu bekommen, sodass kein Mangel zu erwarten ist. Wie du schon sagtest, entfällt die Zerkleinerung. Die zur Pyrolyse notwendige Temperatur von ca. 700 Grad wird erreicht und dadurch auch die Oxidation von CO zu CO2 gewährleistet. Ich muss nur noch herausbekommen, wie lange der Prozess der Umsetzung mindestens dauert.
Ich bin jedenfalls begeistert von der Methode. Noch rund 100 Tage Feuer im Kamin könnte 100 Dosen Pflanzkohle ergeben.
300 g feuchte Sägespäne ergaben 50 g Holzkohle. Aus 1000 cm3 Sägespäne wurden 300 cm3. Die Werte sind gerundet. Bei angenommener Oberfläche von 200 Quadratmetern je Gramm ergaben sich 200 x 50 = 10000 m2, also ein Hektar. Ganz schön große Fläche, auf der man einiges an Nährstoffen, Wasser und Mikro-Organismen andocken lassen kann. Wenn man dann noch liest, dass Pflanzkohle bis zur fünffachen des Eigengewichts aufnehmen kann, kann man nur staunen. Bleibt noch herauszufinden, wieviel Gramm Pflanzkohle eine so große Oberfläche haben wir die Oberfläche der Erde (510.000.000 km2).
Wer mehr wissen, schaue mal hier rein:
http://www.ithaka-journal.net/
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 15. Dezember 2017, 21:01:08
Holzkohle in der Dose, in der Mitte Sägespäne
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 16. Dezember 2017, 14:24:17
Danke Ballmer, die Dosenmethode ist bei Schwedenöfen & Co. super gut anzuwenden.

Geht auch auf dem Gas- oder Holzkohlegrill und Lagerfeuer oder Atztekenofen.

Man gewinnt scheinbar keine große Mengen, was bei sachgemäßer Verwendung der Pflanzenkohle jedoch nicht zutrifft.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Sabine Baumann am 17. Dezember 2017, 00:43:14
Könnt Ihr das mit der Dose nochmal erklären? Wie viel Material kann ich da hinein tun? Und was? Muss es fein zerkleinert sein?Kann ich die Dose ganz voll machen? Was könnte das für eine Dose sein? Und dann den Deckel drauf und in den Schwedenofen - wie lange?
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 17. Dezember 2017, 08:24:21
Eine Gurkendose z. B.,

wichtig ist, das mehrere Löcher im oberen Fünftel angebraucht werden. Durch die Hitze wird das Holz, Stroh, Sägemehl, Hobelspäne verkohlt. Das dabei entstehende Gas tritt an den Löchern aus und verbrennt. Ohne Löcher würde die Dose explodieren. Die Dose kann randvoll gefüllt werden. Wenn kein Gas mehr austritt ist die Pyrolyse beendet. Das kan 1 bis 3 Stunden dauern, je nach Größe und Qualität des Pflanzenmateriales.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Sabine Baumann am 17. Dezember 2017, 09:24:06
Danke Dir! Besonders für den Hinweis mit den Löchern... 😇
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hero am 18. Dezember 2017, 09:54:16
Nachdem meine zuerst verwendete Weißblechdose zu klein ist und auch schon schwächelt, nehme ich jetzt eine Edelstahlpfanne mit schwerem, plan aufliegendem Deckel. Extra Löcher sind nicht notwendig.
Die wird mit Sägemehl/Spänen ganz voll gemacht und kommt dann in den offenen Kamin, wenn schon gute Glut vorhanden ist.
Relativ schnell sieht man, wie das Holzgas unter dem Deckel austritt und verbrennt und damit auch Wärme abgibt.
Das Hantieren mit der heißen Pfanne ist gefährlich, deshalb wurde der Inhalt verglichen. Egal ob ich die Pfanne noch heiß aus dem Feuer nehme und draußen abkühlen lasse oder ob ich sie erst am nächsten Morgen erkaltet aus dem Kamin nehme, der Inhalt ist vom Aussehen her und der Struktur gleich.
Deshalb nehme ich ab sofort einen größeren Edelstahltopf, damit die Menge der Pflanzenkohle gesteigert wird.
Wenn man Sägespäne oder Sägemehl verwendet, kann man sich das mühevolle Zerkleinern sparen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 18. Dezember 2017, 16:12:15
Eine Weißblechdose ist definitiv nicht geeignet. Nach dem dritten Durchgang sieht sie so aus:
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 18. Dezember 2017, 16:31:20
Hallo Stefan,
so ist es immer: Sobald man sich mit einer Sache beschäftigt, merkt man schnell, dass man eigentlich gar nichts weiß. Der Zustand des Nichtwissens ändert sich bald wenn man weiter forscht, Zusammenhänge werden deutlich. Zum Beispiel durch Anschauen der Filme der Serie „Alarm auf dem Acker“ des ZDF:
http://roietbauer.com/bodenbearbeitung/wege-zu-terra-preta-aktivierung-von-pflanzenkohle/
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 18. Dezember 2017, 20:07:42
Daran seht ihr, warum mir als Biogärtner das mit der Pflanzenkohle
und der daraus entstehenden Terra Preta so wichtig ist.

Weil es wirklich wichtig ist.

Danke Sabine, Ballmer und Hero.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hero am 20. Dezember 2017, 00:18:23
Der Link zum Ithaka-Journal von Ballmer in #19 lieferte die Erklärung, wie ich in meinem dicht bepflanzten Garten Terra Preta am Besten ausbringen kann.
Die tägliche Ausbeute an Pflanzenkohle kommt jetzt in eine Tonne mit Deckel und wird mit gesammeltem Urin begossen.
So habe ich im März genügend Material, um den halbfertigen Kompost anzusetzen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 20. Dezember 2017, 19:28:56
Prima Hero,
wir werden immer mehr.  :D
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: cypripedium am 21. Dezember 2017, 15:42:31
Ich will hier nicht den Spass am selbermachen verderben,und auch nur der Vollständigkeit halber. Es gibt Terra preta auch gebrauchsfertig in unterschiedlichen Gebinden von ,ich glaube, 10L/kg aufwärts ab 10-15€ auf dieser elektron.Handelsplattform,deren Namen mir nie einfällt. Nicht jeder hat die Möglichkeit/Fertigkeit/Geduld solches selbst herzustellen ,braucht deswegen aber nicht zu verzichten.
Wie gesagt........Gruß Christoph
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 21. Dezember 2017, 23:40:54
Hab verschiedene im Handel befindliche ausprobiert.

Am schlechtesten war Palaterra, die von Dehner verkauft wird.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Ballmer am 22. Dezember 2017, 00:48:46
Das kann ich bestätigen. Aber welches Produkt hat dich überzeugt? Zumindest zum Ausprobiren und für die, keine Möglichkeit oder Lust zur Eigenproduktion haben, wäre ein Hinweis wertvoll.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. Dezember 2017, 09:48:18
Leider nur ein Produkt von Terra Magica, Frankens schwarze Erde aus Fürth.

Die wird mittlerweile in 40 oder 50 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie in Indien
und auf den Philippinen nach dem Rezept von Sitki Kurhan lizensfrei produziert und verkauft.

Hier der Link (http://terra-magica.info/)
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hero am 16. Januar 2018, 17:41:07
Neueste Nachricht von der Herstellung der Pflanzenkohle:

Zusätzlich zur Pflanzenkohle aus Sägemehl finde ich im off. Kamin jeden Morgen ein bis zwei Handvoll Holzkohle, die ich natürlich aus der Asche entnehme. Diese Holzkohle gebe ich unzerkleinert auf den Kompost, weil ich glaube, daß diese Stücke auch den Boden langfristig auflockern.
Was ist die Meinung der Spezialisten?
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hero am 19. Juli 2018, 09:46:43
Im Frühjahr habe ich den halb fertigen Kompost umgesetzt und mit ca. 10 % aktivierter Pflanzenkohle aus eigener Herstellung sowie Urgesteinsmehl aufgesetzt und abgedeckt.
Nach 8 Wochen gab ich beim Pflanzen der Tomaten und Dahlien jeweils 2 Schippen ins Pflanzloch und vermischte das mit der Erde.
Die Tomaten sind mir schon lange über den Kopf gewachsen und die Dahlien stehen dick und sattgrün da und die ersten Blüten zeigen sich.
Erst jetzt sind immer weniger Kompostwürmer in der Mischung, so daß ich mich jetzt traue, Pflanzen damit zu topfen.
Erste Kandidaten sind ein Farn und eine Hosta, die ich in pure Terra Preta gepflanzt habe.
Im Herbst werde ich einige schwächelnde Lilien aus der Erde nehmen und ins Pflanzloch auch Terra Preta geben.
Ich lasse mich überraschen.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Sabine Baumann am 20. Juli 2018, 22:21:06
Das hört sich wirklich vielversprechend an. Ich hab mein Vorhaben, Kohle zu machen, nicht umgesetzt, weil mein Mann sein Veto eingelegt hat. Im Kachelofen gehts also bei mir nicht und im Garten hab ich keine Fläche mehr, die nicht bepflanzt ist. Muss die Kohle also wohl doch kaufen.  :(
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. Juli 2018, 16:35:31
Hallo Sabine, kommst Du zur Jahrestagung nach Hannover?

Ich könnte Dir ein par Säcke meiner Pflanzenkohle mitbringen.

Ich habe gerade wieder eine Ladung im Erd-Kon-Tiki gemacht.
Titel: Re: Terra Preta
Beitrag von: Hortulus am 22. Juli 2018, 17:54:25
Wer kann, kann zu den Tera Preta Workshops bei den Regionalgruppen Unterfranken (23.09.18) und Thüringen (10.11.18) kommen.

Auskunft erteilt die jeweilige Regionalgruppe.