Autor Thema: Eine Reise in die Vergangenheit der Hauswurz  (Gelesen 389 mal)

ralf neugebauer

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Eine Reise in die Vergangenheit der Hauswurz
« am: 12. Mai 2017, 09:43:13 »
Eine Reise in die Vergangenheit der Hauswurz

Beitragvon semperhans » 31.01.2013, 12:58
Zusammengetragen und zur Verfügung gestellt von Georg Merkl (Georg im Semps-Forum /Sandstein in der Semps-Liste, Fotos von H.Jörg G.)

Welcher Botaniker wurde mit seinen Namen bei den Sempervivum-Arten geehrt oder hat eine besondere Leistung erbracht?

Konrad von Megenberg (1309 - 1374) stammte aus Mäbenberg in der Nähe von Nürnberg und verbrachte als ältester Sohn einer Familie des niederen Adels seine Kindheit in ländlicher Umgebung. In der Zeit bis zum Ende der Studienjahre verdiente er seinen Lebensunterhalt mit Nachhilfestunden. 1342 wurde er Rektor an der Stephansschule in Wien und später Dompfarrer und Domherr zu Regensburg.

Von nachhaltigster Wirkung war sein in deutscher Mundart in den Jahren 1349 -1350 verfasste Werk "Buch der Natur" oder besser das "Buoch von den natürleichen dingen". Konrad von Megenberg schrieb in der bayerisch-österreichischen Mundart, die er sich in Wien angewöhnt hat. In seinen Buch im Kapitel V "VON DEN KRÄUTERN" auf Seite 387 äußert er sich über die magischen Kräfte der Hauswurz : „ ...Barba Jovis haizet hauswurz .... die maister/die sich fleizent zauberei/die sprechent daz ez den donr und daz himelplatzen verjag/und darumb pflanzet man ez auf den häusern ....“. Das Buch gehörte im 14. Jahrhundert zu den am beliebtesten gelesenen Büchern und war damals in fast jeder grösseren Bibliothek vorhanden.

Sein Buch, noch von Hand geschrieben, war die erste Darstellung der Natur in deutscher Sprache. Das Verlagshaus Diebold Laubers war bei den späteren Auflagen (1440 - 1448) für die Bilder des Buches verantwortlich.

Eine auf einer Leiter stehende Frau bepflanzt ein Hausdach mit Dachwurzn
Titel: Von der huß wurtzen. Im Bestand der Universitätsbibliothek Heidelberg Cpg 300
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