Autor Thema: Giftpflanze des Jahres 2018: Der Wunderbaum (Ricinus communis)  (Gelesen 243 mal)

Anita Boehmer

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Von der Bohne zum Wunderbaum
Anfang des Jahres machte ich wieder Saatgut-Bestandsaufnahme. Dabei stellte ich fest, dass die Bohnen von Ricinus communis nahe am Verfalldatum lagen. Also im Januar Handschuhe angezogen, zwei Bohnen für 24 Stunden gewässert und anschließend ausgesät. Bereits nach 1 Woche zeigte sich der erste Keimling. Ich war begeistert. Der zweite Kandidat folgte nach. Inzwischen haben sich die beiden in Töpfen im Freien gut entwickelt. Was mich besonders an der Giftpflanze des Jahres 2018 fasziniert ist der Blütenstand. Als einhäusige Pflanze besitzt sie männliche und weibliche Blüten, wobei die weiblichen Blüten sich als erste entwickeln. Offen gestanden, ich musste googeln um genau zu erkennen, wie es sich damit genau verhält. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich auch, dass es einen in Israel beheimateten Falter - den Bärenspinner Olepa schleini - gibt, dessen nachaktive Raupen sich ausschließlich vom Ricinus ernähren.

Während die Samen tödlich giftig sind, hat die Pflanze Ricinus communis aber auch eine heilende Seite. Das ungiftige Rizinusöl z.B. wird in der Medizin als Abführmittel verabreicht, in der Dermatologie für eine geschmeidige Haut und in der Geburtshilfe als Mittel, um Geburtswehen einzuleiten. In der Industrie findet es Anwendung als Gleit- und Schmiermittel.

Die äußerst giftigen Bohnen.
Erster Keimling in Sicht (07.01.2018),
Junger Blattaustrieb,
Spektakulärer Blütenstand. Oben mit Fruchtkapseln, darunter weibliche Blüten mit roten Narben und rechts gelbe männliche Blüten mit Staubblättern.

« Letzte Änderung: 27. August 2018, 10:10:21 von Anita Boehmer »