Autor Thema: Schmetterlinge  (Gelesen 690 mal)

Christina Franziska

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Schmetterlinge
« am: 12. September 2018, 17:06:41 »
In diesem Jahr vermissen wir die Schmetterlinge, die sonst unser Sedum 'Matrona' liebend gerne besucht hatten. Nur Kohlweißlinge sind zu sehen.
Auf den Feldern hinter unserem Haus wurde bereits 4 x Gülle aufgebracht und ich weiß nicht, was sonst noch.
Unsere Nachbarn klagen auch über den Ausbleib der Schmetterlinge.
Bienen und Wespen sind vorhanden, auch eine Erdhummel wohnt bei uns.
Liebe Grüße vom Niederrhein
Christina

ralf neugebauer

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #1 am: 13. September 2018, 06:11:32 »
In diesem Jahr vermissen wir die Schmetterlinge, die
Liebe Grüße vom Niederrhein
Christina
Die waren hier dieses Jahr auch wenig zu sehen. Im letzten Jahr war es aber auch so.

Michael.Kiessling

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #2 am: 16. Februar 2019, 21:11:45 »
wir sind zwar auch umgeben von diesen gefürchteten "Maisgürtel-Wüsten"- aber bei mir haben sich viele Arten bereits etabliert, u.a. Schwalbenschwanz, Kaisermantel, Bläulingsarten u.m. sie flattern im Sommer in Schwärmen durch die Anlage und es ist wirklich ein Augenschmauß sie zu beobachten- sehr traurig, dass sich das so konzenrtiert. Ich hoffe, dass das Volksbegehren da etwas ändert und die Landwirtschaft endlich wieder ökologisch sinnvoller betrieben wird- auch wenn die Hoffnung- naja, nicht zu groß ist-
Standort Oberbayern, Chiemgau, 550m Höhe, Klimazone 5-6, Schwerpunkt Kakteen, Kiesgarten, Exotenbereich, gesamt ca. 400m² Unterglas/Folie, 500m² Freifläche, Schwimmteich

Edi

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #3 am: 17. Februar 2019, 18:28:47 »
Wir hoffen auch, dass das Volksbegehren fruchtbare Denkanstöße zeitigen wird. Kleine Schritte in die richtige Richtung sind auch Schritte.
Das Programm unserer RG soll nächstes Jahr einen kleinen Schwerpunkt hinsichtlich Artenvielfalt setzen, deine Anlage ist ein gutes Beispiel, wie wir in Privatgärten einen Beitrag leisten können und sollen.

Sabine Baumann

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #4 am: 20. Februar 2019, 12:08:31 »
Ich bin auch sehr gespannt, wie das bei Euch ausgeht und drück ganz fest die Daumen. Bei mir war in Sachen Schmetterlinge in den letzten Jahren auch immer weniger los. Eigentlich achte ich sehr darauf, insektenfreundliche Pflanzen zu verwenden, aber offenbar muss ich das noch intensivieren. Ganz in der Nähe, am Kaiserstuhl, kann man noch wirklich große Mengen Schmetterlinge antreffen. Sie könnten sich von dort auch wieder ausbreiten, wenn das Nahrungsangebot stimmt.
Das mit dem Schwerpunkt Artenvielfalt ist eine gute Idee, Edi. So was könnte ich mir für unsere Gruppe auch vorstellen. Im Dezember haben wir einen Vortrag von Sebastien Heim, einem Elsässer, der einen insektenfreundlichen Garten (Hymenoptera) bewirtschaftet und im Jahr darauf werden wir diesen Garten im Rahmen eines Ausflugs besuchen.
Ich würde auch gerne mal was über biologischen Pflazenschutz und Düngung machen, aber lieber nicht von jemandem, der uns seine Produkte verkaufen will. Hat jemand einen Tip?

Michael.Kiessling

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #5 am: 20. Februar 2019, 18:59:30 »
was für ein Pflanzenschutz? Ich betreibe im Freien überhaupt keinen "Schutz"- wichtig ist grundsätzliche Voraussetzungen zu schaffen um erst gar keine Krankheiten und dgl. aufkommen zu lassen, bzw. zu minimieren. Extrem wichtig sind natürlich Futterpflanzen für Schmetterlinge, dazu zählen neben Brennessel natürlich Fenchel, Wilde Möhre u.v.a. Einfach mal googeln und schaun was Schmetterlingsraupen so fressen und diese dann zu Hause anpflanzen- wenn Schmetterlinge verschwinden, weniger werden, liegts doch in erster Linie daran, dass sie für Ihre Nachkommen keine geeigneten Futterpflanzen haben. Dann alles Gute- zumindest bei mir funktionierts- super  :P
Standort Oberbayern, Chiemgau, 550m Höhe, Klimazone 5-6, Schwerpunkt Kakteen, Kiesgarten, Exotenbereich, gesamt ca. 400m² Unterglas/Folie, 500m² Freifläche, Schwimmteich

Ommertalhof

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #6 am: 20. Februar 2019, 19:53:11 »
Hallo Sabine , wir haben unseren Garten vor mittlerweile 23 Jahren uA. für die heimische Tierwelt angelegt .
So haben wir zB. massenweise Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen gepflanzt , das fing bei Aristolochia grandiflora für den Osterluzeifalter , den es hier gar nicht gibt  ;D an und hört bei Viola , für Perlmuttfalter auf . Ausserdem legen wir sehr viel Wert auf besonders frühblühende , heimische Blütenpflanzen wie Pulmonaria , Helleborus , Corydalis solida /cava und Ranunculus ficaria wert . Auch die trachtenarme Zeit ab Juni versuchen wir durch möglichst viele pollenreiche Pflanzungen zu überbrücken . Ab September blühen bei uns 30-40m² unterschiedliche Astern und auch die an unseren Hof angrenzenden Wegesränder haben wir mit heimischen Herbstblühern bepflanzt , und versuchen die gegen die Mähwut der Gemeinde zu schützen  >:(
Und trotzdem ist ein massiver Rückgang von Schmetterlingen , Wildbienen , Schwebfliegen zu beobachten .
Das liegt unter anderem auch daran mit welchem Ordnungswahn um uns herum gemäht wird . Den Rest besorgt die Industrielle Landwirtschaft , die uns zugegeben extrem billige Nahrungsmittel beschert .
Grüsse vom Ommertalhof

Christoph Rohlfs

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #7 am: 20. Februar 2019, 20:30:48 »
Ich würde auch gerne mal was über biologischen Pflazenschutz und Düngung machen, aber lieber nicht von jemandem, der uns seine Produkte verkaufen will. Hat jemand einen Tip?
Wir haben in der Gruppe einen Experten, der früher bei der Landwirtschatskammer gearbeitet hat und kein Fan von Chemie und Gift ist. Er hält auch Vorträge und macht Fortbildungen. Ich weiß aber nicht, ob er bis zu Euch fährt. Er ist im Ruhestand sehr beschäftigt.www.spezialberatung-gartenbau.de/
Ich habe ganz früher sogar im Wintergarten Metasystox gespritzt bzw. gegossen. Das gibt es glücklicherweise schon lange nicht mehr. Dann kamen die Neonicotinoide als superbienenverträgliches Mittel angepriesen. Die Wirkung gegen Wollschmierläuse im Wintergarten hielt jedesmal  nur etwa 4 Wochen an. Darauf bin ich auch reingefallen. Seit einiger Zeit spritze ich mit gleichem Erfolg mit folgendem Rezept: auf 1 Liter Wasser gebe ich 15ml Spiritus und so viel Kernseife, wie man für 3 x  Händewaschen braucht.  Eine genaue Dosierung der Kernseife ist wegen des unterschiedlichen Wassergehaltes nicht möglich aber auch nicht so wichtig.
Im Freien verwende ich gar nichts. Wenn es mal Läuse gibt, spritze ich sie mit Wasser weg.
Jetzt hätte ich die Schmetterlinge fast vergessen. Ich hatte den Eindruck, dass im Frühsommer sehr viele Schmetterlinge und überhaupt Insekten unterwegs waren, aber mit zunehmender Trockenheit wurden es immer weniger. Ob die Trockenheit eoine Ursache sein kann, weiß ich nicht, denn z.B. im Mittelmeerraum gibt es im trockenen Sommer durchaus viele Schmetterlinge.
« Letzte Änderung: 20. Februar 2019, 20:33:42 von Christoph Rohlfs »

Christoph Rohlfs

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #8 am: 20. Februar 2019, 20:40:29 »
Zum Thema Nahrungsangebot: Hinter einem Toilettenhäuschen in Brasilien, aus dem an der Hinterwand aus einem undichten Abflussrohr Wasser austrat, labten sich Hunderte von wunderbaren Schmetterlingen. Hier nur ein paar davon.

Edi

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #9 am: 22. Februar 2019, 19:39:21 »
Ich bin auch sehr gespannt, wie das bei Euch ausgeht und drück ganz fest die Daumen. Bei mir war in Sachen Schmetterlinge in den letzten Jahren auch immer weniger los. Eigentlich achte ich sehr darauf, insektenfreundliche Pflanzen zu verwenden, aber offenbar muss ich das noch intensivieren. Ganz in der Nähe, am Kaiserstuhl, kann man noch wirklich große Mengen Schmetterlinge antreffen. Sie könnten sich von dort auch wieder ausbreiten, wenn das Nahrungsangebot stimmt.
Das mit dem Schwerpunkt Artenvielfalt ist eine gute Idee, Edi. So was könnte ich mir für unsere Gruppe auch vorstellen. Im Dezember haben wir einen Vortrag von Sebastien Heim, einem Elsässer, der einen insektenfreundlichen Garten (Hymenoptera) bewirtschaftet und im Jahr darauf werden wir diesen Garten im Rahmen eines Ausflugs besuchen.
Ich würde auch gerne mal was über biologischen Pflazenschutz und Düngung machen, aber lieber nicht von jemandem, der uns seine Produkte verkaufen will. Hat jemand einen Tip?

Liebe Sabine,

wenn mein grippebedingter Brummschädel nächste Woche hoffentlich auskuriert ist, komme ich auf das Thema zurück, wenn es mit der Konzentration wieder klappt. Ist ein interessantes Thema, zu dem ich mir schon einiges überlegt habe...

Sabine Baumann

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #10 am: 22. Februar 2019, 21:52:45 »
Ich geb mir sehr viel Mühe, meinen Garten so zu pflegen, dass das Bodenleben gefördert wird (Kompost, Mulchen), pflanze zunehmend standortgerechte, einheimische Stauden, die Nahrung für Insekten liefern, dünge ausschließlich organisch und trotzdem bin ich immer wieder mit Schädlingen und Krankheiten konfrontiert, die mir Kopfzerbrechen bereiten. Bisher habe ich, z.T. mit Mühe, Lösungen gefunden, die ich mit meinem grünen Gewissen vereinbaren kann. Was machst Du gegen den Dickmaulrüssler, Michael? Was gegen den Buchsbaumzünsler oder den Rosenbohrer, der nicht nur meine Rosen, sondern mittlerweile auch massiv meine Strauchpaeonien befällt. Wenn ich nichts mache, gehn sie ein. Christian, die Paeonia rockii ssp. linyanshanii, von der ich Dir Samen geschickt hab, ist mittlerweile wahrscheinlich tot.
Selbst wenn ich selbst keine entsprechenden Probleme hätte, dann wäre es dennoch ein Thema, über das ich gerne in meiner Gruppe informieren würde. Wir haben nicht nur Mitglieder, die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen wollen bzw können, sondern auch genügend, die sich bei Problemen im Baumarkt oder bei Raiffeisen beraten lassen. Gewöhnlich wird ihnen dann Calypso oder Careo oä verkauft. Um dem entgegen zu steuern fände ich einen Vortrag sehr wertvoll, der den Leuten die Augen öffnet und sie sensibilisiert.

Christian Büning

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Re: Schmetterlinge
« Antwort #11 am: 22. Februar 2019, 22:09:42 »
oh nein, wie bitter. die samen von der linyanshanii sind durch die kälte durch und ich starre jeden tag gebannt auf die töpfe, ob sich schon was zeigt. Wenn sich da Jungpflanzen tummeln bekommst du natürlich eine zurück für deinen garten. die kleine rockii hat sich gut geschlagen im trockensommer 2018. ich hoffe, dass sich was findet gegen den rosenbohrer. Den buchsbaumzünsler habe ich von hand abgesucht und den spatzen auf den teller gelegt. sie fressen auch die raupen, aber ich bin nicht sicher, ob das gut für die jungen ist. die buchse sind so weit runter, dass man sie aufgeben muss.