Autor Thema: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!  (Gelesen 301 mal)

Michael.Kiessling

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Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« am: 16. Februar 2019, 21:39:46 »
Vor 2 Jahren planten wir, den lang ersehnten, selbstreinigenden Schwimmteich endlich in Angriff zu nehmen. Vorher- wie man das halt so macht- wollte ich mich in diverser Literatur und Fachforen erkundigen, um ja nichts falsch zu machen. Statt Information bekam ich eher den Eindruck verunsichert zu werden, mit technischen Kauderwelsch zugetextet- und hab mir gesagt- "probier einfach mal so logisch wie möglich zu arbeiten"- und das haben wir auch getan- und sämtliche Literatur beiseite gelegt-
Das Projekt beinhaltet 2 Becken. Das Regenerationsbecken, in dem üppig Wasserpflanzen und Getier ihr Zu Hause finden, Tiefe 0,2-1,2m, etwa 25m² groß, und das Haupt-Schwimmbecken, 2,2m tief, lediglich am Rand eine ca. 0,5m breiter und 0,2m tiefer Flachwasserbereich, in dem einige Kästen mit Sumpfschwertlilien bepflanzt plaziert sind. Größe hier etwa 60m²-
Statt elendig nerviger Filtersysteme und dgl. Nonsens- haben wir die Pumpe in Schwimmbecken geworfen, welche vom Grund Wasser ansaugt, und dieses in das Regenerationsbecken pumpt- und zwar ausschließlich Nachts für ein paar Stunden.
Wichtig fand ich- nach dem Wassereinlauf Hälfte Regen- Hälfte Leitungswasser (weils halt dann ums verrecken nicht mehr regnen wollte  :-[)- . -nach dem Befüllen zu den 2 schönsten Naturseen hier in unserer Umgebung zu fahren und hab insgesamt 80L des dortigen Wassers entnommen und somit praktisch meinen sterilen Teich mit Leben "geimpft"- zusätzlich habe ich mit EM gearbeitet-
Das darauffolgende Jahr- also 2018- war wirklich eine Herausforderung- ich denke, für jeden Teichbesitzer. 1. der extreme Polleneintrag der blühenden Nadelbäume- welcher wirklich extrem war- zum anderen der fehlende Wasseraustausch durch den nicht vorhandenen Regen-. Ich habe 2x mit EM gearbeitet, und man will es nicht glauben- das Wasser war durchgehend glasklar- man konnte von einer zur anderen Achse wirklich jedes Finzelchen am Boden sehen. Der Pollen setzte sich mal ab und wird scheinbar mit Hilfe des EM schonend zersetzt-
Fazit- umso mehr man frägt umso mehr wird man verunsichert. Es gibt Grundfaktoren, die man einhalten sollte- ich wurde auch belächelt, weil ich mit viel Kies/Steinen gearbeitet habe;"die werden unansehnlich, verdrecken..."- aber Leute! Was machen die Steine in einem Natursee? Und? dann sind sie halt "dreckig"- das ist kein Dreck, sondern Leben- wer meint, einen Golfrasen haben zu müssen, Geranien am Balkon und jedes verblühte Blümchen und "Unkraut" auszupfen "muss"- sorry, der hat das Prinzip "Natur" wohl mißverstanden. Wir sind jedenfalls super zufrieden mit so wenig Technik einen herrlich klaren Schwimmteich haben zu dürfen. Dass er gesund und sauber ist beweisen die Teichmuscheln, Sumpfkrebse, Goldbitterlilnge, mittlerweile 5 Libellenarten, Frösche- die sich im Regenerationsbecken offensichtlich pudelwohl fühlen, vermehren-
Standort Oberbayern, Chiemgau, 550m Höhe, Klimazone 5-6, Schwerpunkt Kakteen, Kiesgarten, Exotenbereich, gesamt ca. 400m² Unterglas/Folie, 500m² Freifläche, Schwimmteich

ralf neugebauer

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Re: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« Antwort #1 am: 17. Februar 2019, 08:16:33 »
Vor 2 Jahren planten wir, den lang ersehnten, selbstreinigenden Schwimmteich endlich in Angriff zu nehmen. Vorher- wie man das halt so macht- wollte ich mich in diverser Literatur und Fachforen erkundigen, um ja nichts falsch zu machen. Statt Information bekam ich eher den Eindruck verunsichert zu werden, mit technischen Kauderwelsch zugetextet- und hab mir gesagt- "probier einfach mal so logisch wie möglich zu arbeiten"- und das haben wir auch getan- und sämtliche Literatur beiseite gelegt-
Das Projekt beinhaltet 2 Becken. Das Regenerationsbecken, in dem üppig Wasserpflanzen und Getier ihr Zu Hause finden, Tiefe 0,2-1,2m, etwa 25m² groß, und das Haupt-Schwimmbecken, 2,2m tief, lediglich am Rand eine ca. 0,5m breiter und 0,2m tiefer Flachwasserbereich, in dem einige Kästen mit Sumpfschwertlilien bepflanzt plaziert sind. Größe hier etwa 60m²-
Statt elendig nerviger Filtersysteme und dgl. Nonsens- haben wir die Pumpe in Schwimmbecken geworfen, welche vom Grund Wasser ansaugt, und dieses in das Regenerationsbecken pumpt- und zwar ausschließlich Nachts für ein paar Stunden.
Wichtig fand ich- nach dem Wassereinlauf Hälfte Regen- Hälfte Leitungswasser (weils halt dann ums verrecken nicht mehr regnen wollte  :-[)- . -nach dem Befüllen zu den 2 schönsten Naturseen hier in unserer Umgebung zu fahren und hab insgesamt 80L des dortigen Wassers entnommen und somit praktisch meinen sterilen Teich mit Leben "geimpft"- zusätzlich habe ich mit EM gearbeitet-
Das darauffolgende Jahr- also 2018- war wirklich eine Herausforderung- ich denke, für jeden Teichbesitzer. 1. der extreme Polleneintrag der blühenden Nadelbäume- welcher wirklich extrem war- zum anderen der fehlende Wasseraustausch durch den nicht vorhandenen Regen-. Ich habe 2x mit EM gearbeitet, und man will es nicht glauben- das Wasser war durchgehend glasklar- man konnte von einer zur anderen Achse wirklich jedes Finzelchen am Boden sehen. Der Pollen setzte sich mal ab und wird scheinbar mit Hilfe des EM schonend zersetzt-
Fazit- umso mehr man frägt umso mehr wird man verunsichert. Es gibt Grundfaktoren, die man einhalten sollte- ich wurde auch belächelt, weil ich mit viel Kies/Steinen gearbeitet habe;"die werden unansehnlich, verdrecken..."- aber Leute! Was machen die Steine in einem Natursee? Und? dann sind sie halt "dreckig"- das ist kein Dreck, sondern Leben- wer meint, einen Golfrasen haben zu müssen, Geranien am Balkon und jedes verblühte Blümchen und "Unkraut" auszupfen "muss"- sorry, der hat das Prinzip "Natur" wohl mißverstanden. Wir sind jedenfalls super zufrieden mit so wenig Technik einen herrlich klaren Schwimmteich haben zu dürfen. Dass er gesund und sauber ist beweisen die Teichmuscheln, Sumpfkrebse, Goldbitterlilnge, mittlerweile 5 Libellenarten, Frösche- die sich im Regenerationsbecken offensichtlich pudelwohl fühlen, vermehren-
Sieht gut aus, wenn ich in der Gegend bin , muß ich euch mal besuchen kommen.

Michael.Kiessling

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Re: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« Antwort #2 am: 17. Februar 2019, 09:00:57 »
das Angebot steht- es gibt wirklich viel zu sehen, erleben, disuktieren, vergleichen- auch ich freue mich sehr über Gedankenaustausch jeglicher Art!  ;)
Standort Oberbayern, Chiemgau, 550m Höhe, Klimazone 5-6, Schwerpunkt Kakteen, Kiesgarten, Exotenbereich, gesamt ca. 400m² Unterglas/Folie, 500m² Freifläche, Schwimmteich

Ommertalhof

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Re: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« Antwort #3 am: 17. Februar 2019, 10:40:54 »
Hallo Michael , du hast alles richtig gemacht  ;)
Ausser das mit der Pumpe .
Das ist in der Tat lebensgefährlich . Du kannst zwar auf deinen FI Schalter vertrauen , aber eine Saugpumpe ausserhalb des Teiches ohne Stromkabel und Elektrik im Wasser,ist da doch sehr viel sicherer .
Dabei gibt es auch nur zwei Sachen zu bedenken .
1. Saugpumpen sind ziemlich laut , müssen also Geräusch gedämmt werden
2.Die müssen im Winter entwässert werden
Ach ja , je nachdem wo du den Ansaugstutzen installierst , kannst du auch die Wasserschichtung in deinem Teich erhalten .

Grüsse vom Ommertalhof
 

Michael.Kiessling

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Re: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« Antwort #4 am: 17. Februar 2019, 18:11:23 »
Ja hallo "Ommertalhof" (ich sprech die Leute eigentlich lieber mit ihrem Namen an..)
das war eine langwierige Sache das mit der Pumpe- wir haben eine Pontec Filter- und Bachlaufpumpe PondoMax Eco 8000 - in einem seperaten Kasten zwischen den teichen ist die Technik verbaut, sprich wir haben eigentlich auch einen UV-Filter instaliert, sollte wirklich einmal "Erbsensuppe" herrschen-aber gelaufen ist sie noch nie- ich gehe halt einfach vom Logischsten Prinzip aus und denke, was will ich mehr erreichen als glasklares Wasser und quietschfidele Lebewesen darin- aber merci für den Tipp- das Problem einer externen Ansaugung hatte ich von Anfang an im Kopf, allerdings ist das Problem- ich mache keine Löcher in die Teichfolie, und die Ansaugung wäre generell problematisch gewesen, weil eine Pumpe zum Ansaugen Wasser gefüllt sein muss, also nicht trocken laufen kann/soll- und da habe ich keine Alternative gefunden, trotz elendig langer Suche-. Die Pumpe, die wir haben ist sparsam und wälzt ordentlich um
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Christoph Rohlfs

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Re: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« Antwort #5 am: 17. Februar 2019, 18:29:27 »
Ich sauge Wasser aus dem Teich für die Sprühdüsen im Wintergarten an. Damit der Schlauch vor der Saugpumpe mit Wasser gefüllt ist, reicht ein kleiner Trick. Der Schlauch wird direkt vor der Pumpe auf eine Strecke von 30 cm um wenige cm abgesenkt, also so, dass er etwas durchhängt.  Dann bleibt Wasser drin stehen. Das reicht zum erneuten Ansaugen aus.

Ommertalhof

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Re: Schwimmteich- ein Experiment das funktioniert hat!
« Antwort #6 am: 17. Februar 2019, 18:48:20 »
Hi Michael , du brauchst kein Loch in die Folie machen , sondern lässt den Schlauch einfach über den Rand in den Teich hängen .
Bei einem Hauswasserwerk bleibt auch immer Wasser im Schlauch auf der Saugseite  , die läuft folglich sofort an .
Auf der Saugseite ist auch ein spezielles Ventil , das ein Leerlaufen verhindert .
Theoretisch kann das Wasserwerk 10-20m vom Teich weg stehen , um es trocken und Geräusch neutral unter zu bringen .

Grüsse vom Ommertalhof
Frank