Autor Thema: Schottergärten oder Gärten des Grauens  (Gelesen 266 mal)

Christoph Rohlfs

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Schottergärten oder Gärten des Grauens
« am: 16. Mai 2019, 22:11:08 »
Wir alle kennen sie, die grauen Schotterflächen vor den Häusern, die sich in den letzten Jahren wie eine Seuche ausgebreitet haben. Doch immer heftiger wird der Widerstand gegen diese umweltschädlichen und hässlichen Ungetüme, die fast immer von Garten-und Landschaftsbaubetrieben hergestellt werden.  In Bremen gibt es Pläne, solche Monster zu verbieten.
In den Medien werden Schottergärten oft mit Steingärten verwechselt. Dem sollten wir entschieden entgegentreten.
Ralf Rockstroh, der Vorsitzende des Zwickauer Steingartenvereins, schreibt mir dazu:
Hallo, liebe Pflanzenfreunde,
in letzter Zeit hört man immer öfter, „Steingärten“ sollen verboten werden.
https://www.chip.de/news/Schaedlich-fuer-die-Umwelt-Werden-Stein-Gaerten-bald-deutschlandweit-verboten_165935814.html
Ich finde, wir sollten einmal den Unterschied zwischen einer Schotterwüste und unseren schönen, fast das ganze Jahr blühenden Steingärten klären. Vielleicht kann da das Forum in der GdS und der Staudengarten hilfreich sein?
Wir werden auf unserer Webseite darauf eingehen, denn, was da zur Zeit in den Medien geschrieben wird, ist nicht gut für unser Hobby.
Vielleicht können wir da gemeinsam etwas klären.
Mit grünen Grüßen
Rolf Rockstroh

Meine Unterstützung hat er!

 

Michael.Kiessling

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #1 am: 17. Mai 2019, 04:52:31 »
ich finde es auch unerträglich, wie pauschal und völlig inkompetent an die Sache herangegangen wird- man MUSS deutlich unterscheiden, wie Du schon geschrieben hattest- zwischen diesen wirklich widerlichen, sterilen Steinhaufen, womöglich noch mit schickem Vlies drunter und ein paar Deko-Gräsern oder Krüppelkoniferen, - und den im Gegensatz dazu wirklich Artenvielfältigen, bunten und sehr wertvollen Steingärten, wie sie meinen Bereich Größtenteils ausfüllen. Da gehört dringend(!) klargestellt um WAS es eigentlich geht. Ebenso verteufeln sollte man so reine Golfrasenflächen wie sie keine 10m von mir auf dem Nachbarsgrundstück getrimmt werden. Ich krieg jedesmal einen Hals wenn ich rüberschaun muss. Nicht ein einziges Blümchen, gar nichts- das liegt auch an dem strikten "Konzept" eines renomierten Architekten unserer Gegend, der in erster Linie Wert auf einen seltsamen, ökolgisch katastrophalen Baustil legt, und die Außenflächen sehr spartanisch und steril anlegt- sowas gehört ebenso verboten! Wird aber komischerweise nie erwähnt- die "Sündenböcke" sieht man in erster Linie im Stein....verrückte Welt  ::)
Standort Oberbayern, Chiemgau, 550m Höhe, Klimazone 5-6, Schwerpunkt Kakteen, Kiesgarten, Exotenbereich, gesamt ca. 400m² Unterglas/Folie, 500m² Freifläche, Schwimmteich

Christoph Rohlfs

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #2 am: 17. Mai 2019, 09:37:48 »
Heute erschien im Bonner Generalanzeiger ein Artikel über Fassaden- und Dachbegrünung. Ich habe dazu gerade folgenden Leserbrief geschrieben:
die Begrünung von Dächern und Fassaden ist gut und oft auch schön aber leider teuer und meist nur bei Neubauten zu verwirklichen. Viel einfacher ist es, die Schottergärten -auch Gärten des Grauens genannt- ,die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, vermutlich weil sie übrigens zu Unrecht als pflegeleicht gelten, zu renaturieren und zumindest in Rasen, besser aber in Grünflächen mit Bäumen, Büschen und Blühpflanzen zu verwandeln. Vermutlich haben die Gemeinden sogar das Recht, in ihren Satzungen entsprechende Verpflichtungen einzubauen. Einige Gemeinden bieten finanzielle Anreize zur Renaturierung, Bremen bereitet Verbote für Schottergärten vor, in Bonn wie auch in vielen anderen Gemeinden entsteht ein Schottergarten - übrigens nicht zu verwechseln mit ökologisch sinnvollen Steingärten - nach dem anderen, wobei auch Firmen des Garten- und Landschaftsbaus dem finanziellen Anreiz, dabei mitzumachen, nicht widerstehen können. Vielleicht sollten wir mal mit unseren Schottergärtennachbarn darüber reden?

Ommertalhof

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #3 am: 17. Mai 2019, 10:20:42 »
Hallo Christoph, schön geschrieben.
Ich bin allerdings strickt gegen Verbote solcher im PRIVATEN Bereich angelegten Steinwüsten!
Wir haben schon genug Reglungswut in Deutschland, zumal ein Rasenroboter gepflegter Rasen keinerlei Unterschied zu einem Schottergarten macht.
Vielleicht sollte man es mal mit einem Belohnungssystem versuchen , und vor allem sollten die Behörden mit gutem Beispiel vorangehen. Schliesslich mähen Kommunen , Gemeinden und allen voran Strassen NRW 100000e m² Strassen , Wegesränder und Parkflächen bis zu 3x im Jahr . Von Steuergeldern ! Deshalb haben wir ja ab Mai keinerlei Blumen mehr an Wegesrändern .
Bei uns in Lindlar werden sogar die Seitenstreifen der Waldwege bis zu 2x im Jahr gemäht . PS. eine Maschienenstd. kostet bis zu 180.-
Wir versuchen die ca. 400m Wegesränder , die an unser Grundstück stossen gegen diese Mähwut zu schützen.
Seit 5 Jahren wird da nicht mehr gemäht , bzw. wir pflegen nur einmal , und das im Februar /März.
Entstanden ist , auch durch Initialpflanzung ein sehr artenreicher Wildstaudensaum mit Lebensraum für allerlei Getier.
Und , es ist immer wieder schön , wenn Wanderer erstaunt sind , dass es so etwas noch gibt . :D


Sabine Nittritz

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #4 am: 17. Mai 2019, 10:27:11 »
Wenn etwas derart wie oben bei CHIP durcheinander gewürfelt wird, sollte man sich mal an die Redaktion dort wenden, dass es eben erhebliche Unterschiede gibt zwischen Schotter- und Steingärten.

Mit Einträgen in Foren oder im "Staudengarten" ist es, meiner Meinung nach, nicht getan. Denn wer liest hier ?  Die Staudenfreunde, die - hoffentlich - nicht auf die Idee mit den Schottergärten kommen.

(Außerdem ist es nur eine Frage der Zeit bis aus den Schottergärten wieder grüne Oasen werden.  ???  Ein wenig angewehter Sand, ein paar verrottende Blätter usw. und schon siedeln sich wieder Pflanzen an.) Das kann allerdings ein paar Jahre dauern.
Das schönste an der Gartenarbeit ist, dass man sie so lange hinausschieben kann, bis sie keinen Sinn mehr macht.

ralf neugebauer

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #5 am: 17. Mai 2019, 10:56:35 »
Hallo Christoph, schön geschrieben.
Ich bin allerdings strickt gegen Verbote solcher im PRIVATEN Bereich angelegten Steinwüsten!
Wir haben schon genug Reglungswut in Deutschland,
Sehe ich genauso !!

ralf neugebauer

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #6 am: 17. Mai 2019, 10:57:29 »
Wenn etwas derart wie oben bei CHIP durcheinander gewürfelt wird, sollte man sich mal an die Redaktion dort wenden,
Das werde ich am Wochenende tun .

Christoph Rohlfs

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Re: Schottergärten oder Gärten des Grauens
« Antwort #7 am: 17. Mai 2019, 14:13:31 »
Eigentlich bin ich auch gegen Verbote und für Belohnungen oder Anreize. Ich habe aber Zweifel, ob das klappt. Eine einfache Vorschrift:"Ein Garten muss bepflanzt werden" wäre sicher schon hilfreich. Natürlich wäre es am besten, vorzuschreiben:kein Rasen, sondern Wiese , Gehölze usw. aber das fiele dann sicher unter die zu vermeidende Regelungswut.
Mit meiner scherzhaft vorgetragenen Forderung, Schottergärten zu enteignen, bin ich schon genug angeeckt.