Autor Thema: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata  (Gelesen 192 mal)

Jörg

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Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« am: 03. Januar 2020, 19:03:03 »
Versuch einer asymbiotischen Aussaat von Bletilla striata
Bletilla striata hat im Gegenteil zu den meisten anderen eine geringe Menge an Reservestoffen mit bekommen um den Embryo bei der Keimung mit Nährstoffen zu versorgen.
Für den Aussaatversuch habe ich Kurzbüchsenmoos (Brachythecium rutabulum), Sphagnum und Rindenstücke in  ein Gefäß angeordnet und am 14.12.2019 ausgesät.Am 03.01.2020 bilden sich die ersten Protocorme.2015 hatte ich schon einmal einen Versuch durchgeführt. Die Sämlinge haben sich aber nach der Ruhephase nicht wieder gezeigt.
« Letzte Änderung: 03. Januar 2020, 19:05:03 von Jörg »
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Christoph Rohlfs

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #1 am: 03. Januar 2020, 21:09:06 »
Das sieht sehr interessant aus. die Aussaat ist aber wohl symbiotisch, d.h. mit Mykorrhiza-Pilzen, die im Moos oder der Rinde vorhanden sind. Viel Erfolg!
Ich habe vor vielen Jahren verschiedene Orchideensamen asymbiotisch ausgesät, also in einem Erlenmeyer-Kolben unter sterilen Bedingungen auf Agar mit Nährsalzen. Das ging auch immer etliche Wochen gut, es zeigten sich winzige grüne Sämlinge, doch irgendwann drangen immer Pilzsporen ein, bildeten ein watteartiges Geflecht und vernichteten alles. Die Erlenmeyerkolben standen auf der Fensterbank im Kinderbadezimmer, was dazu führte, dass die Kinder jedem erzählten, dass ich wieder mal Pilze züchtete. Seitdem steht die Ausrüstung im Keller.

Jörg

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #2 am: 03. Januar 2020, 21:57:14 »
Hallo Christoph,
ich denke das die asymbiotische Aussaat der Gegensatz zu symbiotischen, d.h. ohne die Zuhilfenahme von geeigneten Symbiosepilzen statt findet.
Die asymbiotische Kultur bietet den Samen und später den Sämlingen auf einem Nährboden alles das, was sie zur Keimung und zum weiteren Wachstum benötigen. Zumindest das, was die Forscher bislang herausgefunden haben. Es gibt Hinweise aus der symbiotischen Kultur, dass der Pilz in manchen Phasen doch Vorteile für die Keimung und für die gekeimten Sämlinge hat.

Ich habe keinen Nährboden da Bletilla striata eine Ausnahme bildet. Diese Orchideensamen hat im Gegenteil zu den meisten anderen eine geringe Menge an Reservestoffen mit bekommen um den Embryo bei der Keimung mit Nährstoffen zu versorgen. Ich habe in einer unsterilen Umgebung ausgesät.
« Letzte Änderung: 06. Januar 2020, 20:02:58 von Jörg »
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ralf neugebauer

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #3 am: 05. Januar 2020, 16:18:50 »
Versuch einer asymbiotischen Aussaat von Bletilla striata
Bletilla striata hat im Gegenteil zu den meisten anderen eine geringe Menge an Reservestoffen mit bekommen um den Embryo bei der Keimung mit Nährstoffen zu versorgen.
Für den Aussaatversuch habe ich Kurzbüchsenmoos (Brachythecium rutabulum), Sphagnum und Rindenstücke in  ein Gefäß angeordnet und am 14.12.2019 ausgesät.Am 03.01.2020 bilden sich die ersten Protocorme.2015 hatte ich schon einmal einen Versuch durchgeführt. Die Sämlinge haben sich aber nach der Ruhephase nicht wieder gezeigt.
Das mußte ich erst mal suchen.  'Japanorchidee' , was Du alles hast. Ist sie wirklich so leicht zu kultivieren und eine Einsteigerorchidee , wie ich es gelesen habe ??

Jörg

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #4 am: 05. Januar 2020, 16:56:32 »
Ja ich hatte das 2015 glaube ich schon mal probiert und bin relativ weit gekommen. Sie haben die Ruhezeit nicht überstanden.



https://photos.app.goo.gl/aaedG2W9wVfn8qGK7
« Letzte Änderung: 05. Januar 2020, 17:00:26 von Jörg »
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wallu

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #5 am: 06. Januar 2020, 08:47:22 »
Das mußte ich erst mal suchen.  'Japanorchidee' , was Du alles hast. Ist sie wirklich so leicht zu kultivieren und eine Einsteigerorchidee , wie ich es gelesen habe ??

Ja, aber ein Schutz des Austriebs vor Mäusefraß ist bei mir unerläßlich.
Viele Grüße aus der Rureifel

Jörg

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #6 am: 15. Januar 2020, 22:17:51 »
So sieht es im Aussaatgefäß in der 5. Woche aus.
Ich habe aber immer noch die Frage ist das symbiotisch oder asymbiotisch. Es ist unsteril und wenn Symbiosepilze vorhanden sind wie kommen die dort rein. Das Moosmaterial und die Rinde sind aus dem Garten.

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Christoph Rohlfs

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #7 am: 16. Januar 2020, 17:45:23 »
Für mich ist das symbiotisch. Es ist reiner Zufall, ob gerade da, wo der Samen hinfällt, die passenden Pilze sind. Bei mir keimen Dactylorhiza maculata-Samen gerne mitten im China-Schilf. auch im Schnittlauch habe ich sie schon gefunden. Zum einen sind sie dort gut geschützt, zum anderen sind da offenbar passende Pilze.

Jörg

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #8 am: 16. Januar 2020, 18:18:43 »
Ja das kann ich nachvollziehen da ja in der Regel Orchideensamen über kein Nährgewebe verfügen und so auf einen Symbiosepilz angewiesen sind. Bei dem Samen der Betilla ist aber Nährgewebe vorhanden und sie benötigen keinen entsprechenden Pilz und somit wäre es doch asymbiotisch oder? Ich habe auch Samen auf Rinde ausgebracht und auch da scheint es zu klappen. Ich werde weiter berichten und sehen ob sich die Protokome weiter entwickeln.
Danke erst einmal für deine Rückantwort.
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Christoph Rohlfs

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #9 am: 16. Januar 2020, 22:04:09 »
Wenn die Bletilla eigenes Nährgewebe hat, könnte eine Aussaat auch ohne Pilz erfolgreich sein. Dazu hier ein interessanter Artikel:
http://www.orchideen-im-garten.de/gast_saat2.php

Jörg

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Re: Asymbiotischer Aussaatversuch von Bletilla striata
« Antwort #10 am: 16. Januar 2020, 22:53:58 »
Ja dieser Artikel war ja für mich ausschlaggebend. Im dritten Absatz wird über Bletilla striata ohne Nährgewebe oder Symbiosepilze die Keimung funktionieren kann. Daraus habe ich geschlussfolgert das es eben auch ohne Symbiose geht.
Es gibt auch Versuche und wie du ja schreibst auch Erfolge bei dir einer nichtsterilen Selbstaussaat die funktioniert. Das würde ich als unsteril symbiotisch bezeichnen eben so wie in der Natur. Das ist ja auch ein Grund das Orchideen so eine große Menge von Samen produzieren.


 Ich hatte auch einen Versuch mit Dactylorhiza fuchsii gemacht. Dazu hatte ich aus der unmittelbaren Umgebung der Mutterpflanze Boden entnommen und darauf ausgesät. Das war aber nicht erfolgreich.
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