Autor Thema: Mein Buchs-Desaster  (Gelesen 3261 mal)

Pyxidanthera †

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Mein Buchs-Desaster
« am: 24. Juli 2017, 16:25:32 »
Wahrscheinlich trifft es jeden, der Buchs in seinem Garten kultiviert, über kurz oder lang. Oder es hat schon getroffen.
Hier kam die erste Welle des Buchsbaumzünslers vor einiger Zeit. Daraufhin entfernte ich ein gutes Dutzend Pflanzen. Der größere Rest hatt die
Attacke soweit ganz gut überstanden und regeneriete sich zufriedenstellend.

Man beachte die Vergangenheitform! ;D 8)

Vor Kurzem kam eine neue Welle. Nun gibt es kein Halten mehr.


Mein Mann schlug eine Portraitaufnahme des Täters und Anzeige bei der Polizei vor.  ;) ;) ;)
« Letzte Änderung: 24. Juli 2017, 17:06:24 von Pyxidanthera »
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #1 am: 24. Juli 2017, 17:18:40 »
Das war mal ein Gestaltungselement.

Eine gebogene Hecke um die Wasserstelle.
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Petra Vogt-Werner

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #2 am: 24. Juli 2017, 18:09:46 »
Mein Beileid, liebe Pyxie! Wir haben hier im Frühjahr immer Spinnerraupen, die die Weißdorne und mittlerweile auch die Apfelbäume einspinnen und kahl fressen (noch nicht gaaaanz so schlimm, aber auf dem Vormarsch), 500 Meter entfernt spinnen sie im Frühjahr das gesamte Straßengrün ein ???. Wie soll das alles noch enden >:(!
Liebe Grüße
Petra

Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #3 am: 24. Juli 2017, 18:22:05 »
Danke, Petra.
Einen so blöden Schädling hatte ich noch nie. Der hat im nächsten Jahr nichts mehr zu fressen ;D ;D ;D


An einigen Stellen finde ich es nicht so schlimm, da fällt mir schon etwas ein.
Bei anderen bin ich erstmal ratlos.

Das untere Bild zeigt einen ehemals panaschierten Buxus, der verhinderte, dass man einen bestimmten Teil sofort überblicken konnte.  :'( :'( :'(
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Christoph Rohlfs

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #4 am: 24. Juli 2017, 20:36:59 »
Mein Beileid! Bei uns waren die lieben kleinen Tierchen schon vor 2 Jahren zu Gast. Den Rest haben sie im letzten Jahr erledigt. Zur Rache habe ich sie nach dem Ausreißen der Büsche mit dem Rasenmäher geheckselt .

Petra Vogt-Werner

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #5 am: 24. Juli 2017, 22:43:52 »
Sieht echt scheußlich aus! Gefräßige Monster >:(!
Liebe Grüße
Petra

Sabine Baumann

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #6 am: 25. Juli 2017, 13:51:19 »
Hallo, Ihr Armen!
Kam eine Bekämpfung für Euch nicht in Frage? Ich komme seit einigen Jahren sehr gut klar mit dem Zünsler durch eine zweimal jährliche Spritzaktion mit dem biologischen Bacillus thuringiensis ssp aizawai Mittel XenTari (Dipel ES hat den gleichen Wirkstoff). Ich mache immer, wenn wieder Raupen auftauchen, eine Warn-Rundmail an meine Regionalgruppe. Wenn andere vorher welche finden, geben sie mir Bescheid. Das funkioniert prima. Ich hatte im alten Forum mehrfach über die Bekämpfung geschrieben. Aber damals hat es Euch wahrscheinlich nicht interessiert, weil Ihr selbst noch nicht betroffen wart, oder?
Viele Grüße von
Sabine Baumann

Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #7 am: 25. Juli 2017, 17:52:41 »
Eigentlich kommt eine Bekämpfung für mich nicht in Frage, da es mir einfach zu aufwendig ist. Es handelte sich um viele keine und einige recht umfangreiche Buchspflanzen. Die ständig abzusuchen (neben schneiden ect.) ist mir zu arbeitsintensiv.
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Sabine Baumann

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #8 am: 27. Juli 2017, 22:32:01 »
Du brauchst sie ja nicht ständig absuchen. Es gibt zwei bis drei Mal im Jahr Zeiten, in denen es erfahrungsgemäß Raupen gibt. Das ist im Frühjahr, sobald es wärmer wird, meist im März/April, und ein zweites Mal im Juni/Juli. Da schaue ich im Vorbeigehen meinen Buchs etwas genauer an. Mit der Zeit sieht man den jungen Befall sehr schnell. Es gibt eine ganz charakteristische Art, wie die jungen Raupen sich eine Art Kokon bauen, indem sie zwei Blätter miteinander verkleben. So geschützt entwickeln sie sich unbehelligt und auch von XenTari nicht erreichbar. Es gilt also den Zeitpunkt abzuwarten, an dem die Raupen ihr Behausung verlassen und als sogenannte 'freifressende Raupen' unterwegs sind. Auch da gibt es Erfahrungswerte, wie lange das dauert. Jetzt wird der komplette Buchsbestand einmal gründlich gespritzt. Meist ist der richtige Zeitpunkt dann Ende April und noch einmal Anfang bis Mitte Juli. Das wars.   

Am Anfang dachte ich auch, ich komme um die Spritzerei drum herum. Ich hab meine Buchse in mühevoller und zeitraubender Handarbeit 'entzünslert'. Aber weil ich doch ziemlich viel Buchs habe (20 Kugeln und ca. 40 Meter Einfassungsbuchs) hab ich bald gemerkt, dass ich das nicht schaffe. Die Bekämpfung mit einem biologischen Mittel (XenTari ist im biologischen Landbau zugelassen) kann ich für mich noch verantworten, Calypso und Co. wäre dagegen nicht in Frage gekommen.     

Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #9 am: 27. Juli 2017, 22:40:15 »
Und wie komme ich, mit dem Landbau nicht verbunden, an ein solches Mittel.

Habe noch einige Pflanzen, die noch kaum befallen sind :D
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Sabine Baumann

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #10 am: 28. Juli 2017, 00:07:54 »
Man kann es im Landhandel (Raiffeisen) bekommen oder im Internet bestellen. Firma Neudorff hat mittlerweile auch 'größere' Gebinde (25g für 25 Liter Wasser). Richtig große Gebinde (ab 500g) gibts nur für Profis, dazu braucht man den Sachkundenachweis zum Pflanzenschutz. Dipel ES gibts auch bei Raiffeisen oder im Internet, ist flüssig. Damit hab ich selbst keine Erfahrungen, es wird aber von 'höchster Stelle' - Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe - empfohlen.

Michael Conrad

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #11 am: 28. Juli 2017, 10:05:37 »
Ich verwende Xentari und bin recht zufrieden damit. Häufig muss man eine Woche später nachbehandeln, weil nicht alle Raupen erwischt wurden, aber insgesamt ist Bacillus thuringiensis ein guter Ersatz für Neonicotinoide und Konsorten.

Erstaunlich, dass man es auch in flüssiger Form kaufen kann. Auf der Gebrauchsanweisung für Xentari steht nämlich, dass man die angesetzte Bakterienlösung innerhalb eines Tages verbrauchen sollte. Da frage ich mich, wie man in dem anderen Flüssigprodukt die Bakterien am Leben bzw. deren Gifte stabil hält.

Just in den letzten Tagen hat sich bei uns die zweite Welle an Zünslern (nach einer ersten Ende März) eingefunden. Der bisherige Schaden ist dank einer Vorbehandlung vor 4 Tagen gering und lässt sich herausschneiden. Damit kann ich leben.

:)
Michael
Mäßigung ist eine gute Sache - jedoch nur in Maßen!

Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #12 am: 28. Juli 2017, 17:54:56 »
Habe das Zeug bestellt. Es gibt noch Einges zu retten. Bin gespannt.
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Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #13 am: 14. August 2017, 18:23:16 »
Hat jemand eine Ahnung wie lange der Zyklus dieser lieben Tierchen dauert. Zurzeit fliegen hier die Schmetterlinge durch die Gegend und suchen offenbar nach geeigneten Eiablageplätzen.  >:( >:( >:(
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Sabine Baumann

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #14 am: 18. August 2017, 20:19:22 »
Die fliegen bei mir auch, und zwar jede Menge. Ich bin umringt von Gärten, deren Besitzer nichts gegen den Zünsler tun, die abgefressenen Dinger aber auch nicht rausreißen. Sie treiben jedes Frühjahr wieder aus und werden dann, oder spätestens von der nächsten Generation im Sommer, gleich wieder kahl gefressen. Ursprünglich hieß es, dass die Pflanzen das nicht lange mitmachen, doch daran hab ich nach ca. fünf oder sechs Jahren (?) Buchserfahrung erhebliche Zweifel.

Die Schmetterlinge, die jetzt fliegen produzieren Nachwuchs, der in der ersten Septemberhälfte schlüpft. Die Raupen fressen dann zunächst noch in ihrem Kokon aus zwei zusammen geklebten Blättern. In dem Stadium sind sie für XenTari und Co noch nicht erreichbar. Ab wann genau die Raupen "freifressend" unterwegs sind und von XenTari erfasst werden, hängt vom Witterungsverlauf ab. Manche schaffen es vor dem Winter sich zu verpuppen, andere überwintern als Raupe, um dann ab März /April weiterzufressen.

Beim Zünsler ist es wichtig, immer wieder genau hinzuschauen. Bei mir hat bisher immer eine Spritzung pro Generation gereicht. Die Raupen sollten nicht zu klein sein, weil dann sicher ein Teil noch gar nicht freifressend unterwegs ist. Wenn sie zu groß sind, haben sie in ihrer Entwicklung schon unnötig viel Schaden angerichtet und befürchtungsweise haben sich dann auch schon welche verpuppt, denen das BT dann nichts mehr anhaben kann.

Ein Schnitt Mitte September ist günstig, weil dann ein Großteil der Raupen mit dem Schnittgut entsorgt wird. Alternativ kann man auch Mitte April schneiden mit dem gleichen Effekt. Beim Spritzen nach dem Schnitt braucht man dann deutlich weniger Spritzmittel.  :)