Autor Thema: Mein Buchs-Desaster  (Gelesen 3375 mal)

Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #15 am: 18. August 2017, 21:28:32 »
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Das macht mir auch Hoffnung für meine Wasserstellen-Hecke. Reduzieren will ich sie sowieso und die Nodien sehen noch ganz gut aus.
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Rainer Reisefüchsle

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #16 am: 14. November 2017, 22:49:21 »
Bei Gaissmayer wird von einer interessanten, erfolgreichen, ungiftigen Methode berichtet, die sowohl gegen den Pilz, als auch gegen den Zünsler helfen soll:
die Blätter mit Algenkalk bestreuen:

https://www.gaissmayer.de/gartenmagazin/ist-er-doch-zu-retten/

Sabine Baumann

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #17 am: 15. November 2017, 08:18:40 »
Das hört sich allerdings wirklich interessant an und wäre einen Versuch wert.  :)

Heidschnucke

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #18 am: 15. November 2017, 12:17:15 »
Lucenz und Bender haben auch schon von Erfolgen bei der Anwendung von Algenkalk berichtet.

P. S. : Den Link hätte ich mir vorher ansehen sollen, da ist auch von den beiden Gärtnern die Rede.
« Letzte Änderung: 15. November 2017, 12:20:17 von Heidschnucke »

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #19 am: 06. Dezember 2017, 13:34:27 »
Gesteinsmehl wird auch empfohlen, doch die staubigen Buchskugeln im Garten gefallen mir gar nicht.
Seit drei Jahren benutze ich das Mittel Mimic, das im Weinbau gegen den Sauerwurm eingesetzt wird. Vollkommen ungiftig für Vögel und andere Insekten, nur Raupen häuten sich schneller als normal und das vertragen sie überhaupt nicht.
Im letzten und in diesem Jahr mußte ich nur jeweils 2-mal spritzen und meine vielen Buchspflanzen sind nicht angefressen.
Rosige Grüße von Rose

Hortulus

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #20 am: 06. Dezember 2017, 14:09:51 »
Da wir hier ein Fachforum sind,

weise ich als 1. Stellvertretender Präsident darauf hin, das hier im GdS-Forum keine Pestizide empfohlen werden dürfen, ohne explizit darauf hinzuweisen, das sie nicht für den Einsatz im Haus- und Kleingarten zugelassen sind.


Das Insektizid Mimic hat keine Zulassung für den Haus- und Kleingarten.

Das Insektizid Mimic ist sehr giftig für Wasserorganismen mit Langzeitwirkung.

Hier das Datenblatt.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Hortulus

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #21 am: 06. Dezember 2017, 14:41:50 »
Der Buchsbaumzünsler lässt sich gut durch die Anwendung von

Bacillus thuringiensis dezimieren. Das hier angesprochene Insektizid Xentari wirkt über diesen Bacillus.

Bei der Anwendung dieses Insektizides ist es besonders wichtig, die Buchsbäume bis in das Innere gut zu spritzen. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Drucksprühgerät.

Wenn die Raupen gerade aus den Eiern geschlüpf und ca. 1 cm groß sind, ist der Ideale Zeitpunkt für das Spritzen.

Bei der Bestimmung des idealen Bekämpfungszeitpunkts sind Buchsbaumzünslerfallen besonders praktisch. Mit diesen lässt sich der Zeitpunkt des Falterfluges und damit auch der Zeitpunkt der Eiablage des Schädlings feststellen. Ca. 10 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern und beginnen zu fressen.

Da Bacillus thuringiensis ein Fraßgift ist, sollte man das Insektizid nur bei warmen Wetter (ab ca. 15°C) anwenden, wenn die Raupen viel Fressen. Auch sollte man darauf achten, dass es in den ersten Tagen nach dem Spritzen nicht regnet, damit das Insektizid nicht vom Regen abgewaschen wird. Nach 10 bis 14 Tagen sollte man die Anwendung nocheinmal wiederholen.
Je nach Größe und Menge der Buchsbäume muss die Insektizidmenge angepasst werden. 1 Gramm “Neudorff – Raupenfrei – Xentari” reicht für 1 Liter Wasser.
Normalerweise entstehen zwei bis drei Buchsbaumzünslergenerationen im Jahr. Für eine Buchsbaumzünslergeneration sollte man jeweils zwei Mal spritzen (mit 10 bis 14 Tagen Abstand).

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #22 am: 06. Dezember 2017, 14:46:15 »
In Franken und sicher auch Andernorts haben die Singvögel gelernt,

die Raupen und Falter des Buchsbaumzünsler gezielt aus den Pflanzen herauszuholen. Durch das Anbringen von Nisthilfen für Spatzen, Rotschwänzchen, Meisen & Co. wird dies kräftig unterstützt.

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Pyxidanthera †

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #23 am: 06. Dezember 2017, 14:48:47 »
Der Buchsbaumzünsler lässt sich gut durch die Anwendung von

Bacillus thuringiensis dezimieren. Das hier angesprochene Insektizid Xentari wirkt über diesen Bacillus.

Bei der Anwendung dieses Insektizides ist es besonders wichtig, die Buchsbäume bis in das Innere gut zu spritzen. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Drucksprühgerät.

Wenn die Raupen gerade aus den Eiern geschlüpf und ca. 1 cm groß sind, ist der Ideale Zeitpunkt für das Spritzen.

Bei der Bestimmung des idealen Bekämpfungszeitpunkts sind Buchsbaumzünslerfallen besonders praktisch. Mit diesen lässt sich der Zeitpunkt des Falterfluges und damit auch der Zeitpunkt der Eiablage des Schädlings feststellen. Ca. 10 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern und beginnen zu fressen.

Da Bacillus thuringiensis ein Fraßgift ist, sollte man das Insektizid nur bei warmen Wetter (ab ca. 15°C) anwenden, wenn die Raupen viel Fressen. Auch sollte man darauf achten, dass es in den ersten Tagen nach dem Spritzen nicht regnet, damit das Insektizid nicht vom Regen abgewaschen wird. Nach 10 bis 14 Tagen sollte man die Anwendung nocheinmal wiederholen.
Je nach Größe und Menge der Buchsbäume muss die Insektizidmenge angepasst werden. 1 Gramm “Neudorff – Raupenfrei – Xentari” reicht für 1 Liter Wasser.
Normalerweise entstehen zwei bis drei Buchsbaumzünslergenerationen im Jahr. Für eine Buchsbaumzünslergeneration sollte man jeweils zwei Mal spritzen (mit 10 bis 14 Tagen Abstand).


Dieses Verfahren und Mittel wurde einige Posts vorher von Sabine Baumann und Michael Conrad schon ausführlich beschrieben.
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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #24 am: 06. Dezember 2017, 14:54:04 »
Ja Pyxi, und doch nicht ausführlich genug.

Insbesondere betreffend Zeitpunkt, Anwendungstemperatur und Häufigkeit.
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Sabine Baumann

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #25 am: 06. Dezember 2017, 17:04:29 »
Nach meiner Erfahrung ist es nicht zielführend, die Raupen zu spritzen, solange sie in ihrem Kokon aus zwei zusammen geklebten Blättern sind. Da hinein dringt die Spritzflüssigkeit nämlich nicht. Erst, wenn sie diese Behausung verlassen, sind sie für das Fraßgift zu erreichen. Ab dem Zeitpunkt sind es 'frei fressende Raupen'. Das mag bei einem systemisch wirkenden Mittel anders sein.

Bei mir hat es die letzten Jahre immer gereicht, wenn ich jede Generation einmal gespritzt habe, dies allerdings nicht zu früh, weil zeitlich versetzt schlüpfende Raupen sonst nicht erfasst werden. Ich habe mich von der Vorstellung verabschiedet, dass ich alle Zünsler eliminieren kann, zu groß ist der Zuflug aus benachbarten Gärten, wo nichts gegen den Zünsler unternommen wird. So vertrete ich den Standpunkt, dass es besser ist, den Aufwand möglichst gering zu halten und mit dieser Vorgehensweise doch noch den ein oder anderen Buchsbesitzer zur Bekämpfung zu ermutigen. Meine Buchse kommen mit dieser Vorgehensweise sehr gut klar. Und diese Erfahrungen möchte ich hier einfach weitergeben.

Sylvia / Lilafee

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #26 am: 14. Mai 2019, 19:16:35 »
Jetzt ist der Buchsbaumzünsler auch in Hannover angekommen. Ich hoffe, das die bei mir im Garten lebende Vogelpopulation das auch mitbekommt und ihn als Leckerbissen ansieht.
Selbstgespräche sind kein Grund zur Sorge. Ernst wird's, wenn man dabei was Neues erfährt.

Heidschnucke

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #27 am: 14. Mai 2019, 19:27:14 »
 Oh, das tut mir sehr leid. Hier hat er ja im letzten Jahr angefangen, zu fressen. Die Buchse, die nicht geschnitten werden, hat der Zünsler in Ruhe gelassen..

Waldschrat

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #28 am: 14. Mai 2019, 20:06:15 »
Jetzt ist der Buchsbaumzünsler auch in Hannover angekommen. Ich hoffe, das die bei mir im Garten lebende Vogelpopulation das auch mitbekommt und ihn als Leckerbissen ansieht.

Vielleicht besser nicht - wie ich gerade anderenorts las:

Die Raupen des Zünslers sind gegen die giftigen Inhaltsstoffe resistent, nehmen die mit dem Buchs auf und speichern sie selbst. Sie werden dadurch für Fraßfeinde ziemlich ungenießbar und giftig.
Wie stark giftig die Raupen werden, ist offenbar nicht gut bekannt.

Sylvia / Lilafee

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Re: Mein Buchs-Desaster
« Antwort #29 am: 14. Mai 2019, 21:07:15 »
Dann muss ich die Raupen wohl sammeln und zerquetschen.
Selbstgespräche sind kein Grund zur Sorge. Ernst wird's, wenn man dabei was Neues erfährt.