Autor Thema: Tomatenernte in Sicht  (Gelesen 3480 mal)

Anita Boehmer

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Tomatenernte in Sicht
« am: 01. August 2017, 20:14:41 »
In diesem Jahr habe ich wieder samenfeste Tomatensorten ausgesät. Langsam bekommen sie auch Farbe. Indian Moon war die erste gelbe Sorte, die ich bisher geerntet habe. Die meisten Sorten halte ich im Freien unter einem Tomatenschirm


Hannelore Goos

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #1 am: 01. August 2017, 20:35:09 »
Bei uns gab's schon 3 "Prinz von Sachsen & Coburg", 2 "Gelbe Bio", eine Handvoll "Cerise jaune" und "Johannisbeere". Ganz im Freien ohne Schirm.

Gruß
Hannelore
« Letzte Änderung: 17. August 2017, 09:10:55 von Hannelore Goos »
Es macht übrigens viel wacher, den Kaffee über die Tastatur zu kippen, statt ihn zu trinken. (Quadrasophics)

Anita Boehmer

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #2 am: 02. August 2017, 10:00:35 »
Wie wäre es, wenn wir eine Liste von "wetterfesten" Tomatensorten, die sich für den Anbau im Freien anbieten, unter Angabe der jeweiligen Region anlegen würden, Hannelore?

Hannelore Goos

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #3 am: 02. August 2017, 11:02:31 »
Hallo Anita,

Das ist problematisch. Wir hatten das Thema ja bereits im alten Forum. Auch vormals "wetterfeste" Tomaten sind nicht mehr braunfäuletolerant, z.B. die Lukullus, die früher immer im Freien kultiviert wurde.

Moderne Samenproduktion ist ausschließlich auf Gewächshauskultur ausgelegt, eine extra Samenproduktion für Privatgärtner gibt es natürlich nicht. Im Gewächshaus haben Braunfäulesporen keinen Zutritt. Also wird die Resistenz bei der Züchtung vernachlässigt. Einigermaßen im Freien zu haltende Pflanzen bekommt man also nicht, wenn man heutzutage Tomatensamen kauft.

Auch die alten Sorten sind nicht wirklich resistent. Sie erkranken nur nicht gleich. Aber wenn eine anfängt, werden alle krank. Meine Freundin hat es ausprobiert: Mehrere Jahre hatte sie nur Pflanzen von mir und eine prima Tomatenernte. Dann bekam sie von einer freundlichen Bekannten eine Tomatenpflanze vom Markt geschenkt und pflanzte sie dazu. Ergebnis: Beginnend mit der "fremden" Pflanze steckte sich eine nach der anderen mit Braunfäule an und es gab keine Ernte; offensichtlich überwintern die Sporen auch im Boden, und da sie keinen Platz für einen Fruchtwechsel hat, gab es auch im Folgejahr einen Misserfolg.

Wenn ich einen neuen Samen oder eine fremde Pflanze bekomme, setze ich die Tomate erst einmal auf die andere Seite des Hauses, bis ich sicher bin, dass sie im Freien zurechtkommt.

Es gibt auch neue, angeblich braunfäuleresistente Sorten, z.T. als F1-Hybriden, die man immer wieder nachkaufen muss. Bis jetzt war aber nur zu lesen, dass ihnen beim Züchten der Geschmack abhanden gekommen ist. Die "Tarasenko", die ich mit diesen Eigenschaften letztes Jahr versucht habe, hat nach einem Kälteeinbruch im Frühsommer überhaupt keine Früchte mehr gebracht.

Im Moment habe ich eine neue Sorte, deren Namen ich nicht kenne. Bei uns gibt es den "Hessenpark", ein Platz, wo alte Fachwerkhäuser wieder aufgebaut werden, und Landwirtschaft <wie früher> betrieben wird. Im Bauerngarten dort standen Tomaten, im September im Freien völlig gesund, und ich habe mir von einem Mitarbeiter eine heruntergefallene erbeten. Die Sorte heißt natürlich bei mir "Hessenpark". Bis jetzt sieht die Pflanze super aus, hängt voll und die erste Frucht beginnt sich zu röten. Da bin ich sehr hoffnungsvoll.

Ansonsten kann man nur die verschiedenen Samenproduzenten durchgehen, die nicht für den kommerziellen Markt produzieren, und eigene Erfahrungen machen.

Hier meine Pflanzen zur Zeit:

Rechts "Party", links "Hessenpark". Die Fruchtstände sind so schwer, dass ich die Stäbe zusätzlich mit einem Erdnagel fixieren musste.

Rechts "Gelbe Bio", links "Prinz von Sachsen & Coburg"

Links "Andenhorn", rechts "Prinz von Sachsen & Coburg"

Gruß
Hannelore   
 
« Letzte Änderung: 17. August 2017, 09:12:14 von Hannelore Goos »
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Anita Boehmer

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #4 am: 02. August 2017, 18:00:10 »
Ja, Deine Einwände kann ich nachvollziehen. War nur so eine Idee. Ich bin eben sehr für die Erhaltung "Alter Sorten", probiere aber durchaus auch hin und wieder eine Neuzüchtung aus. Die meisten meiner Tomaten wachsen in Hochbeeten, geschützt von einem Tomatenschirm, weil es bei uns im Norden doch sehr oft regnet und die Luft ziemlich feucht ist. Dazu hat jede Pflanze einen Gießring, damit keine Feuchtigkeit an die Stiele und Blätter kommt. Das Hochbinden von schweren Tomaten macht mir momentan zu schaffen. Deine Idee mit Erdnägel die Tomaten zu stützen finde ich interessant.
Du hast aber auch echte Schätzchen im Sortiment. Ist das Gitter am Boden zur Befestigung? Das habe ich noch nie gesehen.

Hannelore Goos

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #5 am: 02. August 2017, 18:09:01 »
Das sind eigentlich sogenannte "Erdbeerteller", gibt's bei "Moderne Hausfrau" oder ähnlichen Flohmarktbedarfsfirmen. Ich decke damit die Mulchschicht ab, damit die Amseln da bei Trockenheit nicht wühlen.

Gruß
Hannelore
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Rainer Reisefüchsle

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #6 am: 02. August 2017, 22:35:44 »
Bei uns ist die Tomatenernte in vollem Gange, allerdings hatte ich auch die Pflanzen ab Mitte Februar im Gewächshaus vorgezogen. Mitte April dann in 12 Liter Kübel gepflanzt und Anfang Mai ins Freie gestellt.

Leider sind bei fast allen Sorten die Früchte innen nicht durchgehend rot, so dass wir oft die Hälfte wegschneiden müssen. Weiß jemand woran das liegt bzw. wie man das vermeiden kann?

LG Rainer

Hier die Sortenliste:
Berner Rose F1
Buffalo Steak F1 200g, gerippt
Ochsenherz Borsalina F1 140g
Lupitas F1 15-20g
Philovita F1 15-20 g
Solena Red F1 15-20g, süß
Diplom F1 90g
Harzfeuer F1
Harzfeuer -
Flavance F1
Hildares F1
Hilmar 100g, mehrkäm.
Matina, kartoffelbl 100g früh
Phantasia F1 100g
Sacher, braun F1 100g
Sparta F1 100g
Tiger F1 dkl gestreift 40g
Vita Herztomate F1, Busch
Pozzano Flaschenform F1 120g
Roma 100g
Veni-Vedi-Vici 10-50g, 3 cm
Zuckertraube 10-50g, 3 cm

Hannelore Goos

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #7 am: 13. August 2017, 09:29:52 »
Für mich hat auch die Samenernte wieder angefangen. Das mache ich so:

Wenn ich eine gut reife Tomate in der Küche verwenden will, streiche ich den Glibber mit den Kernen aus dem Inneren auf ein Blatt Küchenpapier. Das lasse ich dann gut trocknen, falte es zusammen und beschrifte es. Aufbewahrt werden die "Päckchen" in einer verschlossenen Dose im Kühlschrank. Fürs Säen werden die Samen mit einem Zahnstocher vom Papier gepult. Dieses Jahr habe ich Samen von 2004 mit Erfolg ausgesät! Leider eignet sich diese Methode nicht für den Samentausch  >:(

Im Moment bin ich dabei, alte Samen von Sorten, die ich nicht mehr anbaue, auszusortieren. Für den kleinen Haushalt mit nur zwei Personen wird das alles zuviel. Wer möchte kann sich ja so ein Stückchen Küchenpapier schicken lassen.

Gruß
Hannelore
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Christoph Rohlfs

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #8 am: 13. August 2017, 19:35:15 »
Wie hälst du denn die Sorten rein? Sie neigen doch sehr zum Hybridisieren. Ich hatte nachdem ich 4 Sorten etwa 10 Jahre angebaut hatte, praktisch nur noch eine , die eine Mischung aus den 4en war, natürlich keine gute.
Seit 2 Jahren kaufe ich Pflanzen.

Rainer Reisefüchsle

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #9 am: 13. August 2017, 20:07:45 »
Dass mit Hybridisierung habe ich auch erlebt. Wir haben drei Jahre lang Samen geerntet, dann war es nur noch ein schlechtes Gemisch. Besonders auffallend war es bei gestreiften oder dunklen Sorten.
Wir bauen immer ca. 20 verschiedene Sorten an, von jeder Sorte zwei Pflanzen.

Früher trockneten wir die Samen auch auf Küchenpapier. Das haben wir geändert, da die Samen stark mit dem Papier verklebt waren. Jetzt trocknen wir sie einfach flach ausgebreitet auf Tassenuntersetzern.

Hannelore Goos

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #10 am: 13. August 2017, 21:34:35 »
Da ich die Samen nicht jährlich neu nehme, habe ich bis jetzt nur eine Hybride von Early Wonder und Prinz von Sachsen & Coburg, eine himbeerfarbene späte sehr leckere Fleischtomate. Aber den Hinweis habe ich aufgenommen. Da Tomaten Windbestäuber sind, werde ich Früchte für Samen nur noch aus den höchsten Spitzen der Pflanzen nehmen.

Pflanzen kaufe ich keine, denn da habe ich viel zu viel Bedenken wegen Braunfäuleanfälligkeit. Meine Tomaten sind gesund. Trotz einer Woche Kälte und Dauerregen.

Gruß
Hannelore
« Letzte Änderung: 17. August 2017, 09:13:22 von Hannelore Goos »
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Christoph Rohlfs

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #11 am: 14. August 2017, 21:27:50 »
Bei den gekauften Tomaten habe ich die besten  Erfahrungen mit "Sweet Million". Sie ist gesund (steht allerdings vor Regen geschützt) und schmeckt gut. Eine Tischtennisball große süß-aromatische Tomate zum roh essen.

Hannelore Goos

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #12 am: 15. August 2017, 08:38:11 »
Ich habe keinen vor Regen geschützten Platz. Die "Hessenpark" hat sich hier dieses Jahr sehr gut entwickelt.

Gruß
Hannelore
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Silberdistel

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #13 am: 16. August 2017, 07:52:17 »
Wie bei Rainer sind meine Pflanzen - besonders schwarze Krim - nach einigen Jahren auch nicht mehr so, wie zu Beginn und ich werde wohl im nächsten Jahr neue Samen oder auch Pflanzen kaufen müssen.
Christoph, kaufst du deine Pflanzen auf Märkten oder lässt du sie dir schicken?
Wie lagert ihr die Tomaten, wenn nicht alle gleich gegessen oder verarbeitet werden? Im letzten Jahr hat es bei mir gut im kalten schuppen geklappt, aber in diesem Jahr haben sich dort die mäuse bedient, das fand ich nicht so klasse.
Mit besten Grüßen von Silberdistel

Christoph Rohlfs

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Re: Tomatenernte in Sicht
« Antwort #14 am: 16. August 2017, 20:54:38 »
Ich kaufe meine Pflanzen im Gartencenter. Ich kenne hier 3 Stück, die alle jeweils über 20 Sorten haben.
Wir lagern sie nie mehr als ein paar Tage und zwar nicht im Kühlschrank sondern hell und normal temperiert.  Wir essen zur Zeit jeden Abend Tomaten- oder Tomaten-Gurkensalat mit Basilikum. Und wenn das nicht reicht, kochen wir Tomatensuppe. Die Ernte ist dieses Jahr riesig.