Autor Thema: Henryi-Hybriden  (Gelesen 2241 mal)

RJKoch

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Henryi-Hybriden
« am: 18. August 2017, 22:22:15 »
Neues Mitglied und gleich ein neues Thema... Lilium henryi passt einfach nicht so recht zu den Leucolirion-Lilien.

In diesem Jahr sind meine Freiland-Sämlinge durch die Aprilfröste und die wiederholten Dauerregen der letzten Monate ziemlich gestresst worden. Im Folienhaus bei Pur Natur sind dafür in den Wochen nach der Lilienausstellung ein paar interessante Sämlinge aufgeblüht. Ich hänge ein paar Bilder an.

Hortulus

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #1 am: 02. September 2017, 10:44:05 »
Durchaus vielversprechende Sämlinge.
Bei uns entstanden schon vor Jahrzehnten einige Hybriden mit Lilium henryi, die auch Heute noch äußerst gesund und wüchsig sind. Eine der besonderen Eigenschaften von Henryi-Hybriden ist ihre Unverwüstlichkeit.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
Macht alle mit, denn gemeinsam können wir mehr erreichen.

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #2 am: 14. Januar 2018, 23:24:53 »
Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach OT-Hybriden mit Türkenbund-Blüten.
Ich finde einfach, daß sich Lilien mit kleineren Blüten, ähnlich Black Beauty besser im Garten in die Beete einfügen lassen.
Nachdem ich zufällig Bilder der Lilie Rügenflirt sah, habe ich mich getraut und beim Züchter nachgefragt, ob er auch Zwiebeln abgibt.
Und Hurra, im Frühjahr bekomme ich Zwiebeln von verschiedenen Züchtungen.

Es ist wirklich schade, daß so wunderschöne Lilien nicht in den Handel kommen.

Rosige Grüße von Rose

RJKoch

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #3 am: 16. Januar 2018, 10:42:26 »
Wie schön, Gleichgesinnte zu finden! Black Beauty hat als OT keine Trompeteneltern, eben nur das L. henryi, und hat deshalb diese schönen kleinen Türkenbundblüten.Ich kann aber nicht sehen, dass jemand versucht, Black Beauty neu zu züchten und mit anderen Farben und vielleicht auch etwas standfesteren Eltern. Ein guter Ersatz dürfte Friso sein, die eine Black Beauty-Kreuzung ist mit einer gelben Trompetenlilie als Vater. Die Henryi-Hybriden, die Viktor Strasser seinerzeit gezüchtet hat, stehen wohl eher im White Henryi Typ mit größeren Blüten, die deutlich den Trompeteneinfluss zeigen.

Rügenflirt kenne ich nur vom Bild und als Elter von Saatgut, das ich vor 2 Jahren von der ELG bezogen habe. Ich stelle mir vor, dass die Sorte eine klassische Henryi-Hybride ist, nämlich sehr wüchsig und am richtigen Platz nicht totzukriegen. Vermutlich wird sie keinen sehr festen Stängel haben, der am richtigen Platz nicht stören wird (möglichst kein seitliches Licht, also freigestellt und so, dass der Stängel im unteren Bereich geschützt ist).

Selbst habe ich vor 20 Jahren angefangen, wie Steinbrück mit L. henryi zu züchten und habe mich sogar ganz und gar darauf konzentriert. Ziemlich früh habe ich L. rosthornii dazu genommen, das quasi eine zierliche Version des doch eher grobschlächtigen L. henryi ist. Auf der Webseite der ELG zeige ich ein paar Sämlinge, die aber auch meist schon 10 Jahre alt sind. Mittlerweile spalten die Sämlinge auch in den Blütenfarben recht schön und bringen z.B. ein reines Gelb oder ein gegenüber Henryi verbessertes Orange. Darauf musste ich viele Jahre warten und jede Menge Kreuzungen machen und selektieren, weil F1-Pflanzen wie die marktgängigen Sachen einfach nicht die Aufspaltung bringen können wie daraus abgeleitete aufspaltende Generationen. Außerdem musste ich zur Kenntnis nehmen, dass Merkmale aus den Trompeten wie die weiße und die intensiv-gelbe Farbe (nicht das helle Gelb aus Henryi-Citrinum) oder das Merkmal "fette schwarze Nektarien" (kommt aus den Trompeten, auch wenn Trompeten keine schwarzen Nektarien haben: Biologie kann ganz schön kompliziert sein), immer mit großen offenen Blüten verknüpft sind. also hieß es wieder mit L. henryi kreuzen und danach F2-Generationen abwarten... Die Gesetze von Gregor Mendel sind eben nicht verhandelbar.

Meine schönsten Sämlinge sind deshalb Einzelexemplare und nur zum Angucken, bis ich sie als Klone vermehrt habe; Blütezeit ist etwa ab Mitte Juli im Folienhaus, im Garten später. Besuchern in der Gärtnerei Pur Natur in Uelzen-Holdenstedt gebe ich Sämlinge in orange, z.T. mit schwarzen Nektarien ab.


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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #4 am: 16. Januar 2018, 17:19:13 »
Mit Lilium martagon, der weißen Form, bin ich derzeit am experimentieren, wie sie in meinem Garten wächst, d. h. wachsen will oder nicht.
Viel wichtiger sind mir Lilien mit später Blütezeit, denn wenn meine Rosen eine Pause machen, dann sind die OT-Hybriden zur Stelle. Und wie!.
Alle OT-Hybriden mit großen Trompeten habe ich verschenkt, weil ich finde, daß man sich entweder auf eine bestimmte Farbe oder eine Form, in diesem Fall die Türkenbundform beschränken sollte. (In einem rel. kleinen Garten.)
Deshalb bin ich fast ausgeflippt, als ich die Fotos von Deinen Lilienzüchtungen gesehen habe. Es kann schon sein, daß ich mal bei Dir anfrage, ob Du Lilienzwiebeln abgibst. Vorerst erwarte ich die Lieferung von H. Steinbrück und bei der ELG habe ich einige Samen geordert.
Die Kombi im Foto begeistert mich jedes Jahr. Vor allem die beiden Blütenformen.







« Letzte Änderung: 16. Januar 2018, 17:23:55 von Hero »
Rosige Grüße von Rose

RJKoch

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #5 am: 17. Januar 2018, 10:31:19 »
Die Kombination mit anderen Stauden finde ich auch spannend. Bei Benachbarung mit Echinacea wäre zu bedenken, dass die Blütenstände beider Arten auf verschiedenen Höhen spielen. Mir gefällt die Kombination mit Phloxen, vor allem mit den höheren. Als ich 1999 mit der Züchterei angefangen habe, hatte ich mir Saatgut von der NALS besorgt und aus einer Spende von Joe Zeabart 2 Sämlinge gezogen, einen standfesten Sämling mit wenigen Blüten und diesen weichen Sämling mit gutem Blütenstand und weißen Papillen. Er steht hier gemeinsam mit dem Foerster Phlox PROSPERO. Der Sämling hat die weißen Papillen gut vererbt; wenn die Blütengrundfarbe bei den Nachkommen etwas intensiver ist, sehen die weißen Papillen vor tieforangem Grund ganz schick aus. Paar Jahre später habe ich rausgekriegt, dass er schwarze Nektarien nicht unterdrückt, was Lilium henryi sonst leider ganz hartnäckig tut.

Allerdings habe ich beide Henryi-Sämlinge schon vor einigen Jahren verloren, während PROSPERO immer noch prosperiert. Etwas Divenhaftes hat selbst Henrys Riesentürkenbund.

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #6 am: 17. Januar 2018, 13:03:29 »
Das ist ärgerlich, wenn gute Sämlinge verloren gehen.
Das Züchten von neuen Lilien überlasse ich Fachleuten wie Dir und erfreue mich an den Resultaten.

Lilien und Phlox gefällt mir auch. Anastasia und Phlox steht schon seit Jahren. Allerdings erreicht die Lilie nicht volle Höhe; wahrscheinlich nimmt ihr der Phlox zuviel weg. Schön ists trotzdem oder vielleicht besser, weil die Lilie mit den Phloxblüten vereint ist und nicht von oben runterguckt.




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ralf neugebauer

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #7 am: 22. Januar 2018, 19:00:04 »
Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach OT-Hybriden mit Türkenbund-Blüten.
Ich finde einfach, daß sich Lilien mit kleineren Blüten, ähnlich Black Beauty besser im Garten in die Beete einfügen lassen.
Nachdem ich zufällig Bilder der Lilie Rügenflirt sah, habe ich mich getraut und beim Züchter nachgefragt, ob er auch Zwiebeln abgibt.
Und Hurra, im Frühjahr bekomme ich Zwiebeln von verschiedenen Züchtungen.

Wenn Du auch diese von herrn Steinbrück bekommen kannst , nimm sie mit : Märchenbrunnen

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #8 am: 25. Januar 2018, 10:50:58 »
Zuerst müssen die bestellten Lilien untergebracht werden.
Ich hab noch weitere Zwiebeln bei Lukonbulbs bestellt.
Doch die Märchenbrunnen ist sehr schön. Man0meter, sind das Versuchungen.
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ralf neugebauer

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #9 am: 05. Juli 2018, 09:49:26 »
Diese  Hybriden gehören zur Division VI . L. henryi ist mit eingekreuzt .
Namen habe ich nicht gefunden.
Es sind Hybriden A.Mego . Auf die anderen warte ich noch .
« Letzte Änderung: 05. Juli 2018, 09:51:30 von ralf neugebauer »

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #10 am: 17. Juli 2018, 19:30:05 »
Heute sind mir zwei gleiche Lilienblüten an verschiedenen Standorten im Garten aufgefallen.
Doch als ich je eine Blüte abgeschnitten und zum Vergleich nebeneinander gelegt habe, konnte ich Unterschiede in Größe und Ausfärbung feststellen.
Also zwei verschiedene Sorten.
Die Blüte links ist White Henry, die ich vor Jahren gepflanzt hatte, die Blüte rechts ist Lady Alice.
Rosige Grüße von Rose

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #11 am: 17. Juli 2018, 21:50:42 »
Zwei meiner Neuerwerbungen von Herrn Steinbrück blühen seit heute.
Die Nummer drei hat keine Knospen gebildet.
Nr. 1 "Brno
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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #12 am: 17. Juli 2018, 21:52:24 »
Nr. 2 lt. Beschriftung "Rügenflirt", ist meiner Ansicht nach eine andere Züchtung.

Da muß ich wohl noch ein "anständiges" Foto nachliefern.
Rosige Grüße von Rose

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #13 am: 19. Juli 2018, 09:09:44 »
Soeben habe ich neue Fotos gemacht:

1. soll Rügenflirt sein, ist es aber sicherlich nicht.

2. Brno; die Blüte ist etwas größer als die von der falschen Rügenflirt





« Letzte Änderung: 19. Juli 2018, 09:11:22 von Hero »
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RJKoch

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Re: Henryi-Hybriden
« Antwort #14 am: 26. Juli 2018, 22:20:52 »
In der gegenwärtigen Hitze geht die Lilienblüte hier schnell zu Ende. Nur die späten Rosthornii-Lilien sind noch knospig.

Den hier abgebildeten Sämlinge finde ich ganz ansprechend, soweit mensch eben stark zurückschlagende Blütenblätter und üppige Papillenbildung mag. Der Sämling ist noch verhältnismäßig jung, Kreuzungsjahr 2014, erste Blüte mit 4 Blüten 2017. Herangezogen habe ich ihn im Folienhaus bei Pur Natur in Holdenstedt.

Die Pflanze bleibt bisher sehr kurz, trotz der Enge im Folienhaus. Sie ist wohl ein richtiger Zwerg. Die Mutter stammt aus einer Rückkreuzung mit Lilium rosthornii, die schon ganz wie die Art aussieht, nur in der Blüte weiße Blütenspitzen und -ränder aufweist. Sie bleibt auch ziemlich kurz und vermehrt sich ganz gut aus Zwiebelteilung. Den Vater stammt aus einer Kreuzung von Charlie Kroell, aus der Pflanzen mit "roten" Nektarien zu erwarten waren, ein für mich bis dahin neues Merkmal. Der Sämling zeigt diese ansatzweise als zusammenlaufende rote Striche. Wenn die Blüten altern, verblasst das Orange und die komplexen Zeichnungsmuster stehen dann vor einem weißen Hintergrund.

Aus der Kreuzung gibt es noch weitere Geschwister, die aber länger wachsen und doch weniger wüchsig sind.