Autor Thema: Pflanzenfotografie  (Gelesen 3272 mal)

ralf neugebauer

  • Administrator
  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 2776
  • Berlin Z 7a 47m üNN
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #15 am: 30. Oktober 2017, 18:03:49 »
Ralf, kannst su sagen, was beim unteren Bild alles geändert wurde?
Ich kopiere das mal von oben rein. Gerlinde hat die Fotos von Aster unfd Crocus gleich bearbeitet. Nik Schärfefilter kenne ich aber nicht.

"   
Das untere wurde durch Gerlinde wie folgt bearbeitet :
Kontrast verstärkt, z.T. heller gemacht, Klarheit verstärkt und zum Schluss den Nik Schärfefilter drüberlaufen lassen. "

Purpurstaude

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 393
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #16 am: 30. Oktober 2017, 18:20:11 »
Das habe ich zum Nik Schärfefilter gefunden: https://support.google.com/nikcollection/answer/3216462?hl=de

Liebe Grüße A.

Wer andern eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät!
(Fränkische Weisheit)

Rainer Reisefüchsle

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 199
  • Schweinfurt 270 m
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #17 am: 30. Oktober 2017, 18:45:27 »
Ich kann beim Crocus keine Unterschiede erkennen, bei der Aster schon...

Heidschnucke

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 104
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #18 am: 30. Oktober 2017, 18:56:42 »
Ich kann beim Crocus keine Unterschiede erkennen, bei der Aster schon...

Und ich dachte, ich kann nicht gut genug gucken...

Christoph Rohlfs

  • FG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1565
  • Bonn 8a 140m ü NN
    • Der Steingärtner
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #19 am: 30. Oktober 2017, 19:22:53 »
Ich sehe da schon Unterschiede, z.B. das Blütenblatt in der Mitte mit dem Ohrenkneifer drauf. Hier sind auf dem bearbeiteten Bild viel mehr Strukturen im Blatt zu sehen als auf dem oberen Foto. Blöd ist, dass man nicht beide Fotos gleichzeitig vergrößern kann.
Ich habe sowieso keine Ahnung, warum manche Fotos sich anders vergrößern lassen als andere. Die eine Sorte muss man ja auch wieder schließen, die andere nicht.

Purpurstaude

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 393
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #20 am: 30. Oktober 2017, 20:10:44 »
Doch, doch, da gibt es schon Unterschiede. Von den kräftigeren Farben abgesehen, sieht man jetzt in den Blütenblättern "Changierungen" (das ist wohl das, was Christoph meint), Hell-Dunkel-rosa Töne, die im oberen Bild viel schwächer sind. Die Blüten-Kanten erscheinen schärfer, auch gut zu sehen bei den Staubgefäßen. Die (grünen) Blätter sind heller.

Ja, blöd, dass die beiden Bilder nicht direkt vergleichbar sind! Die Frage, wieso Bilder sich so unterschiedlich vergrößern lassen, konnte uns leider noch niemand beantworten!
Liebe Grüße A.

Wer andern eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät!
(Fränkische Weisheit)

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #21 am: 04. November 2017, 19:26:22 »
Ich habe viele Fotos unter unterschiedlichen Lichtbedingungen gemacht. Das Problem bleibt das gleiche, übrigens auch beu dunkleren Oberflächen, die völlig glatt und strukurlos sind. Natürlich kann ich einen anderen Gegenstand direkt neben die Blüte stellen, aber das sieht nicht so tollaus. Und wenn ich ihn nach dem Focussieren wegnehme, kann ich die andere Hand nicht völlig still halten. Stativ ist mir zu umständlich und manuell kann ich mit dieser Kamera nicht focussieren. Mit meiner anderen (Canon EOS 600D) könnte ich das zwar, aber deren Nahaufnahmen gefallen mir nicht.

Hallo Christoph,
als gelernte Fotografin kann ich nur sagen: Der Schärfentiefenbereich ist niemals von den Lichtverhältnissen abhängig sondern immer nur von der Blende die man entweder mit der Blendenautomatik ( oft mit A gekennzeichnet) selbst wählt oder die die Kamera bei der Automatikeinstellung eben automatisch einstellt. Wenn bei der Aufnahme helles Licht herrscht, stellt die Kamera automatisch eine kleine Blendenöffnung ein. Dadurch wird der Schärfentiefebereich größer. Und so kommt man zu der (falschen) Annahme, dass der Schärfentiefebereich von der Helligkeit abhängt.

Regel: Je kleiner die eingestellte Blendenzahl ist, desto kleiner ist der Schärfentiefebereich.

Wenn man nah an ein Objekt herangehen möchte und die Kamera bekommt das nicht scharf, dann kann das daran liegen: Jedes Objektiv hat einen Mindestabstand unterhalb dessen kann nichts mehr scharf abgebildet werden. Das ist bei jedem Objektiv ein anderer Abstand. Bei ausgesprochenen Makroobjektiven ist dieser Mindestabstand sehr sehr klein. Mit einem Macroobjektiv kann man also sehr nah an eine (z.B.) Blüte rangehen.

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #22 am: 04. November 2017, 19:34:10 »
Bei mit geht es besten mit handy , das macht super Aufnahmen und ist meistens scharf auch wenn der Wind weht.
Gruß Manfred
Es gibt je nach Kamera und Kameratyp verschiedene Arten, wie eine Kamera den Abstand zum Objekt misst. Bei manchen ist es ein sog. Kontrast Autofocus.
Die Kamera wählt innerhalb des Feldes wo sie scharf stellt die kontrastreichste Kante aus. Wenn das Focusierfeld aber auf eine Fläche fällt, die relativ kontrastarm ist, dann weiß die Kamera nicht mehr, wo drauf sie nun scharf stellen soll.

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #23 am: 04. November 2017, 19:39:16 »
Hallo Christoph,

meine Photoprofis meinten heute, dass dein Foto mit dem Pseudofumaria gar nicht unscharf ist, sondern dass die weiße Blüte ausgebrannt, d.h. überbelichtet ist. Der Fehler liegt an der automatischen Belichtungsmessung, die Spotmessung beim Autofokus ist ok. Bei deiner Canon kannst du die Belichtung mit der Belichtungskorrektur ändern, in deinem Fall Richtung -1 bis -2. Die Sony müsste das entsprechend auch können. Oder hat deine Sony eine HDR-Funktion? Vielleicht hilft dir das weiter.

Ja, die weißen Blüten sind scharf aber ausgefressen, d.h. im hellsten Bereich der weißen Blüten ist keine Struktur ( = Durchzeichnung) mehr zu erkennen. Wenn man nun mit der Belichtungskorrektur runter geht , durchaus mal auf -1, dann wird alles dunkler, nicht nur die weißen Blüten. Da hilft nur eine Nachbearbeitung am PC bei der man dann die zu dunklen Bereiche wieder aufhellen kann. Ich mache mal ein Beispiel von "Aufhellen der dunklen Bildpartien" mit einem Asternfoto weiter oben.
« Letzte Änderung: 04. November 2017, 19:50:58 von Gerlinde Sachs »

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #24 am: 04. November 2017, 19:41:56 »
Ralf, kannst su sagen, was beim unteren Bild alles geändert wurde?

Das kann ich vielleicht, weil ich es ja auch gemacht habe selbst an dieser Stelle erzählen: ich habe den Kontrast etwas ( vorsichtig) erhöht, die Dynamik erhöht ( dadurch werden die Farben satter) und danach mit dem Nik Schärfefilter geschärft. Die Nik Schärfefilter kann man sich seit einiger Zeit kostenlos herunterladen. Früher waren die mal richtig teuer.
« Letzte Änderung: 04. November 2017, 19:47:16 von Gerlinde Sachs »

Christoph Rohlfs

  • FG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1565
  • Bonn 8a 140m ü NN
    • Der Steingärtner
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #25 am: 04. November 2017, 19:53:25 »

Es gibt je nach Kamera und Kameratyp verschiedene Arten, wie eine Kamera den Abstand zum Objekt misst. Bei manchen ist es ein sog. Kontrast Autofocus.
Die Kamera wählt innerhalb des Feldes wo sie scharf stellt die kontrastreichste Kante aus. Wenn das Focusierfeld aber auf eine Fläche fällt, die relativ kontrastarm ist, dann weiß die Kamera nicht mehr, wo drauf sie nun scharf stellen soll.
Danke. Das scheint die Lösung eines der beiden Probleme zu sein. Das 2. Problem ist die Belichtung. Das habe ich auch gelöst. Bei sehr hellen Objekten wie den weißen Blüten korrigiere ich die Belichtung auf -1. Oft ist eine Nachbearbeitung gar nicht nötig.
Gerlinde, vielleicht kannst du als Fachfrau noch etwas zur Gamma-Korrektur sagen. Ich reduziere bei etwas flauen Bildern manchmal von 1,00  so etwa auf 0,80. Das hilft. Ich weiß nur nicht, warum.

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #26 am: 04. November 2017, 19:54:05 »
Der dunkle Hintergrund wurde beim zweiten Bild von mir etwas aufgehellt. Das geht bei Photoshop über die Funktion Bild-Korrektur-Tiefen_Lichter

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #27 am: 04. November 2017, 20:09:16 »

Es gibt je nach Kamera und Kameratyp verschiedene Arten, wie eine Kamera den Abstand zum Objekt misst. Bei manchen ist es ein sog. Kontrast Autofocus.
Die Kamera wählt innerhalb des Feldes wo sie scharf stellt die kontrastreichste Kante aus. Wenn das Focusierfeld aber auf eine Fläche fällt, die relativ kontrastarm ist, dann weiß die Kamera nicht mehr, wo drauf sie nun scharf stellen soll.
Danke. Das scheint die Lösung eines der beiden Probleme zu sein. Das 2. Problem ist die Belichtung. Das habe ich auch gelöst. Bei sehr hellen Objekten wie den weißen Blüten korrigiere ich die Belichtung auf -1. Oft ist eine Nachbearbeitung gar nicht nötig.
Gerlinde, vielleicht kannst du als Fachfrau noch etwas zur Gamma-Korrektur sagen. Ich reduziere bei etwas flauen Bildern manchmal von 1,00  so etwa auf 0,80. Das hilft. Ich weiß nur nicht, warum.

Ich nehme an, Du meinst das, was man auch unter "Dynamikumfang" versteht. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit einer Kamera sowohl helle, als auch dunkle Bereiche noch so abzubilden, dass jeweils eine Struktur (=Durchzeichnung) zu erkennen ist. Der Dynamikumfang einer sehr hochwertigen Kamera liegt so um 10 bis 11 Blendenstufen. Bei manchen Kamras kann man das verändern in dem man wohl über die Gradationskurve Veränderungen vornimmt. Die meisten Kameras haben einen Dynamikumfang von weit weniger als 11 Blendenstufen. Das menschliche Auge hingegen hat einen Dynamikumfang von 22 Blendenstufen.

So kommt es, dass wir mit unseren Augen im Dunkeln noch Struktur erkennen können und daneben in einer hellen Fläche auch. Und dann manchen wir von dieser Situation ein Foto und sind total enttäuscht, dass auf diesem Foto entweder dunkle Bereiche ganz schwarz, oder helle Bereiche zu hell sind. Wir suchen dann den Fehler bei uns selber. Dabei können wir in den meisten Fällen den Dynamikumfang den die Kamera eben noch abbilden kann nicht ändern. Wir können nur eine teurere Kamera kaufen oder versuchen, ob sich im Nachhinein am PC in Photoshop noch etwas korrigieren lässt. ( Funktion : Bild -- Korrektur-- Tiefen-Lichter)

Gerlinde Sachs

  • RG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #28 am: 04. November 2017, 20:19:16 »
Ich zeige hier noch ein Beispiel für das Aufhellen mit der Photoshop Korrektur : "Tiefen-Lichter" wo man ganz deutlich den Unterschied in der Durchzeichnung der Zaunbretter sehen kann. Das ist beides die selbe Aufnahme. Ich habe absichtlich unterbelichtet (die Belichtungskorrektur auf -1,3 damit die hellen Berge nich zu hell werden). Danach am PC die dunklen Bereiche aufgehellt. Dabei geht es mir bei diesem Beispiel nicht um die Frage welches mir besser gefällt, es ist einfach ein gutes Bild um zu demonstrieren, was möglich ist.

Christoph Rohlfs

  • FG-Leiter
  • Held Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1565
  • Bonn 8a 140m ü NN
    • Der Steingärtner
Re: Pflanzenfotografie
« Antwort #29 am: 04. November 2017, 21:49:27 »
Das ist alles sehr interessant.
Ich habe einen bunten Strauss einmal minimal überbelichtet , dann im Bearbeitungsprogramm die Helligkeit reduziert (2. Bild ). Besonders an der Folie rechts oben sieht man ,dass sie längst nicht so plastisch wirkt wie auf Bild 1 und 3. Als 3. habe ich den   Gamma-Wert auf 0,5 eingestellt.
Das 3. Bild ist auch dunkler als das Original, vielleicht sogar etwas zu dunkel, wirkt aber viel plastischer als 1 und 2. Helles wird etwas heller und Dunkles wird dunkler.
Deshalb arbeite ich gern mit der Gammakorrektur.
« Letzte Änderung: 04. November 2017, 22:04:30 von Christoph Rohlfs »