Autor Thema: Jakobskreuzkraut  (Gelesen 1338 mal)

Sabine Baumann

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Jakobskreuzkraut
« am: 12. Oktober 2017, 21:57:45 »
Irgendwie haben wir keinen Platz für Unkraut in unserem Forum... 😇

Von einer Freundin, die sich eben im hohen Norden ein Häuschen im Grünen mit 6000qm Gelände gekauft hat, kam heute die Frage, welche Bekämpfungsmöglichkeiten es gegen das Jakobskreuzkraut gibt, das in großer Menge ihr Grundstück bevölkert. Nebenan sei eine Schafweide und der Besitzer macht sich - zurecht - Sorgen, dass sich das Teufelszeug in seine Wiese aussamt und seine Tiere vergiftet. Bisher rupfen sie die Pflanzen ab oder bestenfalls aus. Hat jemand eine Idee bzw. Erfahrungen, wie man hier - ohne Chemie - effektiver vorgehen könnte?
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2017, 10:27:31 von Sabine Baumann »

Pyxidanthera †

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Re: Jakobskreuzkrauz
« Antwort #1 am: 12. Oktober 2017, 22:02:27 »
Ich dachte schon nach Deinem ersten Satz, Du wolltest eine Lanze für Unkräuter im Garten brechen. ;D :o 8)

Ich weiß nicht mal, wie dieses Teufelszeug aussieht ::)
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Sabine Baumann

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #2 am: 12. Oktober 2017, 22:19:18 »
Es ist ein hübscher, gelber Korbblütler. Eigentlich eine einheimische Pflanze, die sich in letzter Zeit aber beängstigend ausgebreitet hat. In den USA z.B. ist es ein invasiver Neophyt, der mit Herbiziden bekämpft wird. Wenn Du auf der Autobahn unterwegs bist und auf dem Mittelstreifen über Kilometer hin etwas gelbes üppig blühen siehst, dann ist es wahrscheinlich Jakobskreuzkraut.
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2017, 10:27:03 von Sabine Baumann »

Sabine Nittritz

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #3 am: 13. Oktober 2017, 14:16:26 »
Jakobskreuzkraut ist giftig. Man hat es  sogar schon in Honig nachgewiesen. Ein Landwirt hier aus der Nähe schäumt vor Wut, weil die Naturschützer das Kraut schützen.
Es gibt eine Raupe, die auf dem Kraut lebt. Aber das ist wohl das einzige Tier, das davon profitiert.

Weidevieh lässt es wohl stehen, aber wenn die Wiesen gemäht werden, findet es sich im Heu wieder.

Ausrotten kann man es wohl nur, in dem man es halt total vernichtet. Und dann ist die Frage, ob es irgendwo in der Nähe steht und sich wieder ansiedelt.

(Unkraut ist die Opposition der Natur gegenüber der Regierung der Gärtner. von Oskar Kokoschka)
Das schönste an der Gartenarbeit ist, dass man sie so lange hinausschieben kann, bis sie keinen Sinn mehr macht.

wallu

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #4 am: 13. Oktober 2017, 17:01:16 »
Es ist ein hübscher, gelber Korbblütler. Eigentlich eine einheimische Pflanze, die sich in letzter Zeit aber beängstigend ausgebreitet hat. In den USA z.B. ist es ein invasiver Neophyt, der mit Herbiziden bekämpft wird. Wenn Du auf der Autobahn unterwegs bist und auf dem Mittelstreifen über Kilometer hin etwas gelbes üppig blühen siehst, dann ist es wahrscheinlich Jakobskreuzkraut.

Nein, bei dem "Autobahnkraut" handelt es sich um Senecio inaequidens, dem schmalblättrigen Kreuzkraut (mit linealischen Blättern, wie der Name schon sagt). Das Jakobskreuzkraut hat fiederteilige Blätter.

Dieses Kraut ist in der Regel zweijährig, d.h. eine effektive Bekämpfung kann eigentlich nur durch das Verhindern von Samenflug (Mähen vor der Blüte?) erfolgen.
Viele Grüße aus der Rureifel

Sabine Baumann

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #5 am: 15. Oktober 2017, 08:44:36 »
Soviel ich weiß, war das Jakobskreuzkraut jahrelang in den Samenmischungen für Autobahnböschungen und hat sich von dort auch weiter ausgebreitet. Das schmalblättrige, fremdländische, kam dann tatsächlich noch dazu.

Sabine Baumann

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #6 am: 16. Oktober 2017, 09:10:29 »
Dieses Kraut ist in der Regel zweijährig, d.h. eine effektive Bekämpfung kann eigentlich nur durch das Verhindern von Samenflug (Mähen vor der Blüte?) erfolgen.
Bezieht sich das jetzt auf Senecio inaequidens oder auf das Jakobskreuzkraut?

wallu

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #7 am: 16. Oktober 2017, 17:31:20 »
Dieses Kraut ist in der Regel zweijährig, d.h. eine effektive Bekämpfung kann eigentlich nur durch das Verhindern von Samenflug (Mähen vor der Blüte?) erfolgen.
Bezieht sich das jetzt auf Senecio inaequidens oder auf das Jakobskreuzkraut?

Auf Letzteres.
Viele Grüße aus der Rureifel

Gerlinde Sachs

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #8 am: 24. Februar 2018, 12:55:52 »
Was ich schade finde ist, dass es von der Ferne sehr ähnlich aussieht wie hundert andere gelbe Korbblütler auch und viele Leute vor lauter Angst alles ausrupfen, was gelb ist. Es ist eigentlich aber gut zu erkennen weil die Blüten eine deutliche innere Scheibe haben und außenrum die Zungenblüten angeordnet sind wie bei einer Wiesenmargerite. Am Rande der Autobahn ist kilometerweit auch in Massen eine andere Pflanze zu sehen die auch gelb ist. Ich konnte sie leider noch nicht identifizieren.

wallu

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #9 am: 24. Februar 2018, 13:33:07 »
.... Am Rande der Autobahn ist kilometerweit auch in Massen eine andere Pflanze zu sehen die auch gelb ist. Ich konnte sie leider noch nicht identifizieren.

Dabei handelt es sich um Senecio inaequidens, das schmalblättrige Greiskraut. Die Samen werden durch den Fahrtwind der Autos verbreitet.
Viele Grüße aus der Rureifel