Aussaat von Taglilien-Samenvon Tomas Tamberg
Die Aussaat von Taglilien-Samen ist im Allgemeinen völlig unproblematisch. Taglilien sind Sofortkeimer, d.h. sie müssen zur Keimung nicht wechselnden Temperaturen in der Nähe des Gefrierpunktes ausgesetzt werden, wie das bei sogenannten Frostkeimern, z.B. Iris-Samen, der Fall ist. Besondere Maßnahmen wie Beizung der Samen oder die Verwendung eines Miniatur-Gewächshauses sind nicht erforderlich.
Taglilien-Samen, die ungetrocknet verschickt werden, wie das oft bei den Samen aus der Verteilung der GdS-Hem-Fachgruppe der Fall ist, keimen, sobald sie bei Temperaturen deutlich über Kühlschranktemperatur gehalten werden. Derartige Samen sind daran zu erkennen, dass sie in der Regel prall und glatt rund sind. Getrocknete Samen sind dagegen meist „eingeschrumpelt“ und faltig. Sie sollten vor der Aussaat möglichst für 48 Stunden in Wasser vorgequollen werden. Ihre Keimrate ist grundsätzlich niedriger als bei ungetrockneten Samen.
Die eigentliche Aussaat erfolgt in möglichst unkrautfreier Erde in der Weise, dass die
Samen, je nach Größe, mit einer Erdschicht von 1 bis 2 cm bedeckt sind. Die Verwendung einer Aussaaterde, die fast völlig aus Torfmull besteht, hat sich bei mir nicht bewährt. Ich verwende eigene gesiebte Komposterde, die in einem Dämpfer sterilisiert wurde. Ich säe jeweils ein bis zwei Korn in Kunststofftöpfe von 7 cm Kantenlänge. Die Sämlinge können auf diese Weise bei Aussaat Ende Dezember bis zum Auspflanzen im April/Mai zu kräftigen Pflanzen heranwachsen.
Nach der Aussaat können die Aussaattöpfe bei Zimmertemperatur gehalten werden. Ich habe viele Jahre relativ große Sämlingszahlen auf den Fensterbrettern unserer Wohnung gezogen, bevor ich mit den Sämlingen in unser geheiztes Gewächshaus umziehen konnte. Die Temperatur liegt dort nur wenig unter Zimmertemperatur.
Für die weitere Kultur nach der Keimung ist es wichtig, dass die Pflanzen genügend Licht bekommen. Die benutzten Fensterbretter (wenn nicht ein anderer passender Ort zur Verfügung steht) sollten auf der Sonnenseite des Hauses liegen. Beginnt man die
Sämlingskultur so früh im Jahr, wie wir das tun, ist es sehr vorteilhaft, die dunkle
Jahreszeit mit künstlicher Beleuchtung, etwa durch Leuchtstoffröhren, zu überbrücken.

Das Bild wurde am 30.1.2016 gemacht und zeigt die Sämlinge ca.vier Wochen nach der Aussaat. Die meisten dieser Sämlinge werden im Juli 2017 blühen.