Autor Thema: Pflanzenkohle  (Gelesen 1135 mal)

Hortulus

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Pflanzenkohle
« am: 22. Dezember 2017, 10:10:59 »
Pflanzenkohle ist groß im kommen.

Warum? Weil in jedem Garten, jeder Gärtnerei und jedem landwirtschaftlichem Betrieb mehr oder weniger viel Biomasse und darunter auch holziges Material anfallen.
Dieses kann professionell oder semiprofessionell in Pflanzenkohle umgewandelt werden. Pflanzenkohle ist zum einen bereits eine Art von Dünger für unsere Böden, zum anderen ist sie einer der Ausgangsstoffe für selbst gemachte Terra Preta. Pflanzenkohle wird von vielen für das Tierwohl eingesetzt, so bei Haustieren, Pferden und Nutztieren.

Ich mache meine Pflanzenkohle in einem Erdloch, dem Erd Kon-Tiki. Hier der Link

Thomas Unkelbach macht es in seiner Carbonisierungsanlage. Hier der Link
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Hortulus

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #1 am: 22. Dezember 2017, 10:17:28 »
Es gibt einen Fachverband für Pflanzenkohle.

Die erste Tagung fand an der Universität Geisenheim statt.

Hier der Link
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Hortulus

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #2 am: 22. Dezember 2017, 10:26:22 »
Umwelt durch neue Düngemittel auf Pflanzenkohlebasis schonen.

Forscher der Universität Tübingen fanden heraus, das die Düngeeigenschaften der Pflanzenkohle durch Kompostierung deutlich verbessert wird.

Was Prof. Andreas Kappler vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften schreibt, findet ihr über den LINK.

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Ballmer

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #3 am: 28. Februar 2018, 21:30:46 »
Die Gewinnung von Holzkohle am „heimischen Herd“, sprich Kamin, ist relativ einfach. Wenn das Holz heruntergebrannt ist und die Scheite glühend daliegen, nimmt man diese mit einer Zange – einer langen, besser sehr langen Zange wegen der enormen Hitze – heraus, legt sie in einen Metallbehälter und löscht mit Wasser ab. Natürlich nicht im Zimmer. Mühsam ist die anschließende Zerkleinerung.
Grüße von der Ostalb

Sabine Baumann

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #4 am: 28. Februar 2018, 21:59:06 »
Entspricht das dann im Ergebnis dem Material, das unter weitgehendem Luftabschluss verkohlt wurde?

Ballmer

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #5 am: 01. M?RZ 2018, 08:20:49 »
Die Frage habe ich mir sich schon gestellt. Das Ausgangsmaterial, also Buche und Esche, stammt garantiert von unbelasteten Böden. Schadstoffe  könnten nur während des Verbrennungsprozesses entstehen.
Die andere Frage ist die nach der Struktur. Unterscheidet sich diese je nach Herstellungsart?
Gleiches gilt für die Adsorptionseigenschaften.
Grüße von der Ostalb

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #6 am: 03. M?RZ 2018, 09:30:48 »
Hallo Ballmer!
Bei "Terra Preta" hast du schon von deinen Experimenten mit Sägespänen berichtet. Warum bist du umgestiegen und hantierst mit brennendem Holz im Wohnzimmer? Zusätzlich kommt doch noch die Zerkleinerung der Holzkohle hinzu.
Ich nehme seit zwei Monaten eine Bratenkasserole aus Edelstahl, in die ich Sägespäne und -mehl fülle.
Den Deckel lege ich nur auf und wenn das Holzgas unter dem Deckel austritt, brennt es sauber ab.
Suche nach gebrauchten Edelstahltöpfen, die billig zu bekommen sind. Kostenlos kann man solche auch auf Recyclinghöfen finden.
Rosige Grüße von Rose

Ballmer

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #7 am: 09. M?RZ 2018, 06:46:12 »
Mir fehlte der Nachschub an Sägespänen, die draußen lagerten und fest gefroren waren. Außerdem ist der verwendete Edelstahltopf für meinen Kamin zu groß, einen kleineren habe ich noch nicht gefunden. Sägespäne als Ausgangsmaterial sind ideal, denn man muss nicht zerkleinern. In jedem Falle nass machen. Zum einen zerkleinert es besser, zum anderen staubt es nicht.

Wie klein sollte denn die Kohle sein?

Aus der Holz-Glut Holzkohle herzustellen ist mengenmäßig sehr effektiv, aber vom Handling nicht spaßig und nicht unbedingt zu empfehlen. Über die Qualität habe ich noch nichts gefunden. Das Ablöschen erfolgt mit Wasser, schön langsam, damit der Wasserdampf wirksam wird.

Zertifizierte Biokohle kostet je Kilo so um 2,50 €, das sind ca. 2 Liter. Ich frage mich, ob sich der Aufwand der Eigenproduktion überhaupt rechnet.

Fertige Terra Preta zu kaufen ist allerdings teuer.
Grüße von der Ostalb

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #8 am: 11. M?RZ 2018, 11:36:25 »
Die Holzkohle zum Ansetzen von Terra Preta sollte ganz fein, schon fast Staub sein. So habe ich es gelesen.
Größere Teile, die im Kamin übrig bleiben, kommen unzerkleinert in den Kompost weil ich denke, daß diese Stücke die Erde langfristig
locker halten.
Wenn in Kürze die Heizsaison vorbei ist, werde ich bei Bedarf über eb.... einige Säcke Pflanzenkohle bestellen.
Bei Ithaka beschreiben sie auch die langfristige Bodenverbesserung und Düngung mit groben Stücken Pflanzenkohle, die mit Urin aktiviert wurde. Vor allem an Bäumen und Sträuchern kann solche Pflanzenkohle vergraben werden.
« Letzte Änderung: 11. M?RZ 2018, 11:40:16 von Hero »
Rosige Grüße von Rose

Hortulus

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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #9 am: 26. M?RZ 2018, 17:53:28 »
Moin, fragt doch Reisefüchsle, ich hab mit ihm im Februar an der Berufsschule für Gärtner und Landwirte in Schweinfurt einen Tetra-Preta Workshop mit Produktion von Pflanzenkohle gemacht. Und ab gehts wieder in die Lilien-Arche.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Re: Pflanzenkohle
« Antwort #10 am: 13. Juni 2018, 10:32:26 »
Mal eine kurze Rückmeldung:
Ich habe die aktivierte, selbst hergestellte Pflanzenkohle aus Sägemehl im Frühjahr mit einem halbfertigen Kompost, frisch gehäckslten Nadelholzzweigen und Gräsern gemischt und aufgesetzt.
Durchsieben mag ich das Ganze noch nicht, weil soviele Würmer drin sind.
Zur Pflanzung meiner Tomaten habe ich pro Pflanze zwei Schaufeln voll unten ins Pflanzloch gegeben, wenig Erde drauf und dann die Tomaten gepflanzt. Die wachsen wie verrückt, die Blätter sind ganz dunkelgrün und der Fruchtansatz ist Spitze. Bei meinen Dahlien bin ich auch so vorgegangen.

Vor kurzem wurde in einer englischen Gartensendung empfohlen, zur Kübelpflanzenerde Pflanzenkohle zur Bodenverbesserung und Drainage zuzugeben. Die gezeigte Pflanzenkohle hatte die Größe von Kartoffelchips.
Die Wirkung ist sicherlich positiv, wenn die Pflanzenkohle vorher aufgeladen wurde. Das wird auch ausprobiert!
Rosige Grüße von Rose