Autor Thema: Terra Preta  (Gelesen 7086 mal)

Hero

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Re: Terra Preta
« Antwort #15 am: 06. Dezember 2017, 13:19:35 »
Hallo Stefan!

Jetzt habe ich eine Methode gefunden, mit der ich selbst die Holzkohle herstellen kann. (Metalldose mit Deckel im offenen Kamin) Das hat schon beim ersten Versuch hervorragend geklappt. Das entstehende Holzgas brennt einwandfrei ab und ergibt nochmals zusätzliche Wärme.
Zur Herstellung von Terra Preta gibt es sehr unterschiedliche Anleitungen.
Du schreibst, daß Du die Holzkohle mit verschiedenen "Zutaten" vermischst und dann abgedeckt 3 Monate liegen läßt bei zwischenzeitlichem Umsetzen.
Das Feststampfen, mit EM angießen und unter Luftabschluß fermentieren lassen ist bei Deiner Methode nicht notwendig?

Ich möchte in Zukunft meine Lilien in Töpfen und auch die in den Beeten in Terra Preta pflanzen.
« Letzte Änderung: 06. Dezember 2017, 13:21:10 von Hero »
Rosige Grüße von Rose

Hortulus

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Re: Terra Preta
« Antwort #16 am: 06. Dezember 2017, 14:59:51 »
Nein Hero,

ist nicht nur nicht notwendig, sondern würde den aeroben Prozess zunichte machen.
Ein par Schaufeln halbfertiger Kompost enthalten alles was Du an EM zum impfen brauchst.

Wenn Du unter Luftabschluss, also anaerob, arbeitest erhälst Du keine Terra Preta. 
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Hero

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Re: Terra Preta
« Antwort #17 am: 06. Dezember 2017, 20:07:06 »
Dann ist die Herstellung von Terra Preta für mich auf jeden Fall möglich.
In verschiedenen Diskussionen werden Äpfel mit Birnen verwechselt, so daß man ganz durcheinander kommt.

Aus den ersten Versuchen mit der Metalldose im off. Kamin ist schöne Holzkohle geworden.
Jetzt werde ich Versuche mit Hobelspänen und Sägemehl machen, dann ist die Zerkleinerung bereits erledigt.
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Hortulus

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Re: Terra Preta
« Antwort #18 am: 07. Dezember 2017, 06:01:15 »
Das funktioniert sehr gut Hero,

ich freue mich schon auf Deine Berichte. Wenn Du mehr brauchst, ich halte einen Vortrag über Terra Preta an der Berufsschule in Schweinfurt. Dabei wird ein Erd Kon-Tiki gebaut und reichlich Pflanzenkohle produziert. Ebenso wird auf der LGS Würzburg ein Workshop dazu angeboten. Termin wird noch veröffentlicht.
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Ballmer

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Re: Terra Preta
« Antwort #19 am: 15. Dezember 2017, 20:59:37 »
Hallo Hero,
deine Methode der Herstellung von Pflanzkohle (zur Verwendung zur Herstellung von Terra Preta) im Kamin in einer Blechdose habe ich mit Sägespänen ausprobiert. Sägespäne sind immer zu bekommen, sodass kein Mangel zu erwarten ist. Wie du schon sagtest, entfällt die Zerkleinerung. Die zur Pyrolyse notwendige Temperatur von ca. 700 Grad wird erreicht und dadurch auch die Oxidation von CO zu CO2 gewährleistet. Ich muss nur noch herausbekommen, wie lange der Prozess der Umsetzung mindestens dauert.
Ich bin jedenfalls begeistert von der Methode. Noch rund 100 Tage Feuer im Kamin könnte 100 Dosen Pflanzkohle ergeben.
300 g feuchte Sägespäne ergaben 50 g Holzkohle. Aus 1000 cm3 Sägespäne wurden 300 cm3. Die Werte sind gerundet. Bei angenommener Oberfläche von 200 Quadratmetern je Gramm ergaben sich 200 x 50 = 10000 m2, also ein Hektar. Ganz schön große Fläche, auf der man einiges an Nährstoffen, Wasser und Mikro-Organismen andocken lassen kann. Wenn man dann noch liest, dass Pflanzkohle bis zur fünffachen des Eigengewichts aufnehmen kann, kann man nur staunen. Bleibt noch herauszufinden, wieviel Gramm Pflanzkohle eine so große Oberfläche haben wir die Oberfläche der Erde (510.000.000 km2).
Wer mehr wissen, schaue mal hier rein:
http://www.ithaka-journal.net/
Grüße von der Ostalb

Ballmer

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Re: Terra Preta
« Antwort #20 am: 15. Dezember 2017, 21:01:08 »
Holzkohle in der Dose, in der Mitte Sägespäne
Grüße von der Ostalb

Hortulus

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Re: Terra Preta
« Antwort #21 am: 16. Dezember 2017, 14:24:17 »
Danke Ballmer, die Dosenmethode ist bei Schwedenöfen & Co. super gut anzuwenden.

Geht auch auf dem Gas- oder Holzkohlegrill und Lagerfeuer oder Atztekenofen.

Man gewinnt scheinbar keine große Mengen, was bei sachgemäßer Verwendung der Pflanzenkohle jedoch nicht zutrifft.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Sabine Baumann

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Re: Terra Preta
« Antwort #22 am: 17. Dezember 2017, 00:43:14 »
Könnt Ihr das mit der Dose nochmal erklären? Wie viel Material kann ich da hinein tun? Und was? Muss es fein zerkleinert sein?Kann ich die Dose ganz voll machen? Was könnte das für eine Dose sein? Und dann den Deckel drauf und in den Schwedenofen - wie lange?

Hortulus

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Re: Terra Preta
« Antwort #23 am: 17. Dezember 2017, 08:24:21 »
Eine Gurkendose z. B.,

wichtig ist, das mehrere Löcher im oberen Fünftel angebraucht werden. Durch die Hitze wird das Holz, Stroh, Sägemehl, Hobelspäne verkohlt. Das dabei entstehende Gas tritt an den Löchern aus und verbrennt. Ohne Löcher würde die Dose explodieren. Die Dose kann randvoll gefüllt werden. Wenn kein Gas mehr austritt ist die Pyrolyse beendet. Das kan 1 bis 3 Stunden dauern, je nach Größe und Qualität des Pflanzenmateriales.
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Sabine Baumann

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Re: Terra Preta
« Antwort #24 am: 17. Dezember 2017, 09:24:06 »
Danke Dir! Besonders für den Hinweis mit den Löchern... 😇

Hero

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Re: Terra Preta
« Antwort #25 am: 18. Dezember 2017, 09:54:16 »
Nachdem meine zuerst verwendete Weißblechdose zu klein ist und auch schon schwächelt, nehme ich jetzt eine Edelstahlpfanne mit schwerem, plan aufliegendem Deckel. Extra Löcher sind nicht notwendig.
Die wird mit Sägemehl/Spänen ganz voll gemacht und kommt dann in den offenen Kamin, wenn schon gute Glut vorhanden ist.
Relativ schnell sieht man, wie das Holzgas unter dem Deckel austritt und verbrennt und damit auch Wärme abgibt.
Das Hantieren mit der heißen Pfanne ist gefährlich, deshalb wurde der Inhalt verglichen. Egal ob ich die Pfanne noch heiß aus dem Feuer nehme und draußen abkühlen lasse oder ob ich sie erst am nächsten Morgen erkaltet aus dem Kamin nehme, der Inhalt ist vom Aussehen her und der Struktur gleich.
Deshalb nehme ich ab sofort einen größeren Edelstahltopf, damit die Menge der Pflanzenkohle gesteigert wird.
Wenn man Sägespäne oder Sägemehl verwendet, kann man sich das mühevolle Zerkleinern sparen.
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2017, 09:56:03 von Hero »
Rosige Grüße von Rose

Ballmer

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Re: Terra Preta
« Antwort #26 am: 18. Dezember 2017, 16:12:15 »
Eine Weißblechdose ist definitiv nicht geeignet. Nach dem dritten Durchgang sieht sie so aus:
Grüße von der Ostalb

Ballmer

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Re: Terra Preta
« Antwort #27 am: 18. Dezember 2017, 16:31:20 »
Hallo Stefan,
so ist es immer: Sobald man sich mit einer Sache beschäftigt, merkt man schnell, dass man eigentlich gar nichts weiß. Der Zustand des Nichtwissens ändert sich bald wenn man weiter forscht, Zusammenhänge werden deutlich. Zum Beispiel durch Anschauen der Filme der Serie „Alarm auf dem Acker“ des ZDF:
http://roietbauer.com/bodenbearbeitung/wege-zu-terra-preta-aktivierung-von-pflanzenkohle/
Grüße von der Ostalb

Hortulus

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Re: Terra Preta
« Antwort #28 am: 18. Dezember 2017, 20:07:42 »
Daran seht ihr, warum mir als Biogärtner das mit der Pflanzenkohle
und der daraus entstehenden Terra Preta so wichtig ist.

Weil es wirklich wichtig ist.

Danke Sabine, Ballmer und Hero.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Re: Terra Preta
« Antwort #29 am: 20. Dezember 2017, 00:18:23 »
Der Link zum Ithaka-Journal von Ballmer in #19 lieferte die Erklärung, wie ich in meinem dicht bepflanzten Garten Terra Preta am Besten ausbringen kann.
Die tägliche Ausbeute an Pflanzenkohle kommt jetzt in eine Tonne mit Deckel und wird mit gesammeltem Urin begossen.
So habe ich im März genügend Material, um den halbfertigen Kompost anzusetzen.
Rosige Grüße von Rose