Autor Thema: Der Boden  (Gelesen 1117 mal)

Hortulus

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Der Boden
« am: 14. November 2017, 01:56:37 »
Freunde, unser höchstes Gut ist der Boden.

Mit gesundem Boden steht und fällt unsere Ernährung ebenso, wie gesunde Zierpflanzen im Hausgarten.
Wie sehr unsere Stauden und Gehölze von gutem Boden abhängig sind wissen wir alle. Dennoch wird unser Boden mit Füßen getreten. Er wird überbaut, abgegraben, abgeschwemmt, überdüngt und mit Unkrautvernichter in seiner Struktur zerstört.

Der Humusgehalt unserer Böden in Europa ist so gering, das unsere Ackerböden offiziell als Wüste gelten. Der Humusgehalt liegt gerade einmal bei 3-5 %, erschreckend gering.
Wie sieht es in unseren Gärten aus? Was können wir tun, um den Humusanteil in unseren Böden zu erhöhen? Permakultur ist eine gute Möglichkeit. Eine ausgeklügelte Kompostwirtschaft, geschlossene Kreisläufe und gemulchte Böden sind weitere Optionen. Mit der als Biochar bezeichneten Biokohle kann der Boden langfristig deutlich verbessert werden. Streut man sie aus, entsteht mit der Zeit Terra Preta im Boden.
Als Vizepräsident der GdS würden mich eure Erfahrungen zum Thema Boden interessieren. Was habt ihr erlebt? Was konntet ihr bereits bewirken? Was könnt ihr uns empfehlen?

Der nachstehende Link führt zu einem Beitrag auf Arte. Es Lohnt sich, den Bericht bis zum Ende anzusehen. Hier ist ein Link.

Hier ein weiterer Link zum Thema Boden.





Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Sabine Baumann

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Re: Der Boden
« Antwort #1 am: 15. November 2017, 09:41:02 »
Stefan, wenn man Pflanzenkohle nicht selber machen kann bzw will, wo könnte man sie günstig kaufen?

Hortulus

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Re: Der Boden
« Antwort #2 am: 15. November 2017, 11:05:43 »
Sabine, wenn es wirklich Biochar-Pflanzenkohle sein soll und keine Tropenwald-Holzkohle, oder aus den Wäldern Osteuropas, Asiens und Afrikas, wird es echt schwierig.
Es gibt bereits Betriebe die sich damit beschäftigen. Wenn Du in einer Suchmaschine eingibst: Biochar kaufen, kommen einige von ihnen.
Eine kleine Auswahl habe ich nachstehend eingefügt:

Hier eine Adresse in Östereich.

Hier eine Adresse in Deutschland.

Hier noch eine Adresse in Deutschland.

Hier eine Adresse in der Schweiz.

Hier der Link zu European-BioChar.

Hier der Link zum Ithaka Institut.




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Sabine Baumann

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Re: Der Boden
« Antwort #3 am: 15. November 2017, 16:34:04 »
Wenn ich das bei "noch eine Adresse in Deutschland" richtig lese, ist es eigentlich nur sinnvoll, wenn man sie nicht für die Herstellung von Bokashi nutzen will, aktivierte Pflanzenkohle zu kaufen und diese über den Kompost der Pflanzung zukommen zu lassen. Diese direkt auf die Beete verteilen bringt also nichts? Ich 'produziere' bei weitem nicht genug Kompost, um meinen ganzen Garten damit zu versorgen, hätte meinem Boden aber schon gern die Kohle gegönnt...

Ich finde nirgends Angaben darüber, wieviel Kohle pro Quadratmeter sinnvoll ist. Ich interpretiere das so, dass man die Kohle fortan permanent dem Kompost zufügt. Also keine einmalige Aktion?

Zaubercrocus

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Re: Der Boden
« Antwort #4 am: 16. November 2017, 12:33:09 »
Auf 3sat kam gestern eine interessante Doku über Holzkohle.
Hab bisher über die Herkunft von Holzkohle nicht nachgedacht.
Der Umgang mit Holzkohle wird nicht nur angeprangert sondern es werden auch Lösungen gezeigt.

http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/195056/index.html
Grüße
Zaubercrocus

Hortulus

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Re: Der Boden
« Antwort #5 am: 17. November 2017, 07:36:55 »
Danke Zaubercrocus, in dem Beitrag wird das verdeutlicht, was ich angesprochen habe. Es ist einfach sinnvoller die eignen Holzabfälle im Garten zu nutzen, als Holzkohle aus wer weis woher zu kaufen. Am Ende noch aus den Tropen oder Afrika. In einer modernen Pyrolyseanstalt wird sogar aus Gülle hochwertige Pflanzenkohle gewonnen.

Sabine, ein Händler wird immer in Richtung seines Produktes beraten. Grundsätzlich kannst Du Biochar in Deinen Boden geben und trotzdem auf dem Komposthaufen mit einbringen. Beides ergibt einen positiven Effekt auf den Humusgehalt des Bodens. Sicher wäre der Effekt noch größer, wenn Du direkt Terra Preta Haufen mit frischen Gartenabfällen ansetzen würdest.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Heinz Meyer

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Re: Der Boden
« Antwort #6 am: 17. November 2017, 17:18:03 »
Es ist einfach sinnvoller die eignen Holzabfälle im Garten zu nutzen,
Einfacher gesagt als getan, selber Holzkohle herstellen mit eigenen Gartenabfällen ist ja schon eine gute Idee, aber da Gartenabfälle im Garten verbrennen, soweit ich weiß, verboten ist und zwar Bundesweit, sollte es doch etwas komplizierter werden.
Schöne Grüße aus Ostfriesland

                    Heinz

Sabine Baumann

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Re: Der Boden
« Antwort #7 am: 17. November 2017, 20:37:20 »
In Baden-Württemberg ist es definitiv nicht erlaubt, innerhalb geschlossener Ortschaften Gartenabfälle zu verbrennen.

Hortulus

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Re: Der Boden
« Antwort #8 am: 18. November 2017, 00:20:57 »
Bitte nicht verbrennen. Es muss ein Pyrolyseverfahren angewendet werden, bei der es zu keiner Verbrennung sondern Vergasung kommt.

Es geht darum, die holzigen Gartenabfälle möglichst mit geringer Aschebildung zu verkohlen. Das kann ein Pyrolysekocher im kleinen und für größere Mengen eben ein Kon-Tiki.
Im ganz großen Stihl entsteht es in der Pyrolyseanstalt zur Strom-/Abwärmegewinnung als Reststoff Pflanzenkohle. Hier kann sogar Gülle verwendet werden.

Das Holzvergaserprinzip ist ja schon länger bekannt. Wer kein Holz hat kann auch Pellets verwenden.

Während des Pyrolyseprozesses in unserem Erd-Kon-Tiki grillen wir, machen Kaffeewasser heiß, Kochen Eintopf oder Gulasch, denn es dauert ja 3 Stunden. Einfach nur Holz zu verkohlen ist möglich, macht aber mehr Sinn wenn die Wärme genutzt wird.

Von den Pyrolysekochern gibt es eine große Auswahl, je nach Bedarf. Man kann auch einfach eine mit Holz gefüllte Blechdose beim Grillen mit erhitzen. Nur die Löcher für das Pyrolysegas nicht vergessen. Wenn man bei einer Suchmaschine eingibt: Pyrolysekocher, kommen jede Menge Beiträge.

Hier ein Beispiel eines Pyrolyseofens zur Gewinnung von Biochar.

Hier ein Beitrag wie man sich einen Pyrolysekocher (Holzvergaser) aus zwei Treteimern selbst bauen kann.

Hier ein weiterer Beitrag, Pyrolysekocher aus Blechbüchsen selbst bauen.

Hier ein weiterer Beitrag, Pyrolysekocher aus Blechbüchsen selbst herstellen.



Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Re: Der Boden
« Antwort #9 am: 20. November 2017, 20:32:10 »
Hier ein weiterer Link zum Thema Holzkohle selber machen.

Mir gefällt die zweite Lösung besser. Schade ist, das es bei den beiden Verfahren zu keiner weiteren Nutzung der Wärmeenergie kommt.
Da müsste man doch bei der Lagerfeuervariante auch ein Lamm oder Spanferkel mit grillen können.

Ich würde das kleine, innere Fass im oberen Drittel mit mehreren Löchern versehen, damit das Pyrolysegas austreten und verbrennen kann. Mit einer entsprechenden Konstruktion könnte man Obenauf sicher Kochen.

Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Re: Der Boden
« Antwort #10 am: 25. November 2017, 00:02:00 »
Unser Boden - Wertvoll und verwundbar (SWR)
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Jörg Thiele

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Re: Der Boden
« Antwort #11 am: 06. M?RZ 2018, 10:56:56 »
Ich verwende schon seit Jahren selbst hergestellten Kompost und habe sowohl im Nutzgarten als auch bei den Stauden gute Erfolge erzielt.
Alle Gartenabfälle werden entweder im Häcksler zerkleinert und als Mulch verwendet oder direkt zu Kompost verarbeitet. Dabei habe ich gute Erfahrungen mit "Humofix" aus der Abtei Fulda als Kompostbeschleuniger gemacht. Bei der Kompostierung erreiche ich Temperaturen von etwa 50°C. Das ist sicher nicht ganz ausreichend für die Vernichtung von Unkrautsamen. Vielleicht hat jemand einen Tipp, wie die Unkrautsamenvernichtung verbessert werden kann.

Jörg Thiele