Autor Thema: Wildstauden für Biene & Co.  (Gelesen 1527 mal)

Hortulus

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Wildstauden für Biene & Co.
« am: 25. November 2017, 01:10:38 »
Heimische Wildstauden für Biene & Co.

Heimische Wildstauden sind existenziell für viele unserer Insekten.

Gleich ob Honigbiene, Wildbiene, Hummel, Wespe, Hornisse, Schmetterling u.v.a., sie können nur mit bestimmten Pflanzen überleben.
Kommen die Bienen noch mit fremdländischen Pflanzen gut zurecht, können es die Schmetterlinge und viele andere Insekten leider nicht.

Sie benötigen ganz besondere heimische Pflanzen für die Eiablage und Entwicklung der Larven und Raupen.
Fehlen diese Pflanzen, verschwinden auch die entsprechenden Insekten.
 
Ein Gärtner, den mittlerweile fast jeder kennt, beschäftigt sich sehr intensiv mit unseren heimischen Wildstauden.

Hier ein Beitrag im WDR.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
Macht alle mit, denn gemeinsam können wir mehr erreichen.

ralf neugebauer

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #1 am: 25. November 2017, 07:29:46 »
Den Gärtner kannte ich zwar nicht, macht aber Spaß ihm zuzuhören ! .

Gerlinde Sachs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #2 am: 26. Februar 2018, 19:06:55 »
Hohler Lerchensporn, Corydalis cava wird nun bald wieder austreiben und dann schnell zur Blüte kommen.

Er liebt frische Böden, kommt in der freien Landschaft am Rande von Gewässern und auf feuchten Wiesen
und Waldflächen vor. Er liebt den Schatten unter laubabwerfenden Bäumen. Der Austrieb erfolgt später als
der des Schneeglöckchens bzw. Märzbechers, entsprechend liegt die Blütezeit so, dass er diese gerade ablöst.
Die Blüten werden sehr gerne von Hummeln angeflogen.

Die Samenreife geht sehr rasch von statten, die Samen können geerntet werden, solange die kleinen Pflanzschoten
noch grün und geschlossen sind, die darin enthaltenen Samen sind dann schon schwarz.
Die Samen sollten nicht oder nur ganz kurz trocken lagern, sie verlieren sonst ihre Keimfähigkeit. Es gibt auch weiße Formen
und Formen mit kräftigerem Rot.

Die ganze Pflanze zieht nach der Blüte sehr bald vollkommen ein und behindert benachbarte Stauden kaum.

Das Ausgraben der Knollen gestaltet sich schwierig, sie liegen oft recht tief. Da sie hohl sind und spröde besteht zudem die Gefahr,
dass sie beim Ausgraben zerbrechen. Die Vermehrung erfolgt daher leichter durch das Ausbringen von Samen.
Diesen kann man dünn mit Erde bedecken, das muß aber nicht sein.  Man kann
ihn auch einfach ausstreuen, ähnlich wie am Naturstandort an einer schattigen Stelle, wo er nicht austrocknen kann.

Ideal sind frisch-feuchte Beete unter laubabwerfenden Gehölzen, denn dort hat er im Frühling vor dem Laubaustrieb ausreichend Licht.
Die Pflanzstellen sollten aber andererseits im Sommer nicht begangen werden um eine Bodenverdichtung zu verhindern.

Die Bilder der blühenden Pflanzen wurden an einem geschützten Naturstandort gemacht.
« Letzte Änderung: 26. Februar 2018, 19:10:43 von Gerlinde Sachs »

Gerlinde Sachs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #3 am: 26. Februar 2018, 19:08:43 »
Bilder von Corydalis cava. Das erste Bild zeigt Jungpflanzen im ersten Jahr, das zweite Jungpflanzen im zweiten Jahr.

Christoph Rohlfs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #4 am: 26. Februar 2018, 20:53:42 »
Corydalis cava breitet sich aber durch Versamung aus wie die Pest. Ich dulde sie nur noch in einer Ecke und auf einem benachbarten verwilderten Grunstück, das ich auch mit Meconopsis cambrica bestückt habe.

Sabine Baumann

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #5 am: 26. Februar 2018, 21:23:25 »
Ist es bei Dir denn frisch, Christoph?
Bei mir ist es ihm offenbar nicht frisch genug. Ich glaub, die meisten, die ich gepflanzt hatte, sind wieder verschwunden.
Bei mir wächst dafür Corydalis solida sehr gut.

Zaubercrocus

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #6 am: 26. Februar 2018, 22:21:40 »
Versamt sich der Corydalis solida auch so stark das er lästig wird? Kenn mich da garnicht aus.
Grüße
Zaubercrocus

Sabine Baumann

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #7 am: 26. Februar 2018, 23:46:54 »
Er versamt sich wunderbar stark - und kein bisschen lästig, sondern nur schön! Ist ja nach der Blüte gleich wieder weg.

Zaubercrocus

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #8 am: 27. Februar 2018, 05:56:23 »
Na das geht ja :)
Danke, Sabine
Grüße
Zaubercrocus

Gerlinde Sachs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #9 am: 27. Februar 2018, 09:39:24 »
Ja, bei mir ist es frisch und da versamt er sich stark. Aber ich empfinde ihn nicht als gefährlich für irgendwelche anderen Pflanzen weil er ungeheurer rasch wieder einzieht und ich freue mich immer darüber, dass die Hummeln ihn so mögen. Inzwischen habe ich voller Freude einige weiße angesiedelt. Dagegen empfinde ich meine Teppiche von Schneeglöckchen an manchen Stellen als gefährlich für die benachbarten Stauden weil Galanthus ewig nicht verschwindet und mit den gelblichen Blättern noch lange den Austrieb der benachbarten Farne und Stauden erstickt. Die Blätter der Galanthus raufe ich zum Teil ab um aderen Luft zu verschaffen. Anders ist der Märzbecher, der zieht ebenfalls ungeheuer schnell ein und ist mir inzwischen lieber als jede noch so rafinierte Schneeglöckchensorte zumal Leucojum auch sehr sehr dekorativ blüht. Auf den Bildern ist das Laub von Galanthus nach der Blüte zu sehen.
« Letzte Änderung: 27. Februar 2018, 10:28:03 von Gerlinde Sachs »

Christoph Rohlfs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #10 am: 27. Februar 2018, 09:43:30 »
Er wird sicher anderen Pflanzen nicht gefährlich, aber die Farbe passt einfach nicht zu Hepatica, nicht invasiven Ficaria-Sorten usw. Galanthus nivalis ist verdrängender, das stimmt, aber die Farbe stört wenigstens nicht. Seit Sämlinge von C. cava sogar im mit Split abgedeckten Steingarten auftauchen ist es aus mit lustig.

wallu

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #11 am: 27. Februar 2018, 10:28:38 »
Corydalis solida hat sich bei mir auch überall ausgebreitet - auch an extrem sommertrockenen, naturbelassenen Stellen. Aus den Beeten werden sie inzwischen entfernt. Corydalis cava hingegen tut sich bei mir viel schwerer.

Corydalis solida bringt übrigens in unserer Region nur violette Blüten hervor (im Frühjahr sind hier die Wälder voll davon), Corydalis cava gerne auch weiße.
Viele Grüße aus der Rureifel

Gerlinde Sachs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #12 am: 05. M?RZ 2018, 19:53:33 »
Ich brauche dringend Aufklärung was der genaue Unterschied zwischen C.cava und C. solida ist. C.cava hat eine hohle Knolle, ja, aber was sonst noch?

wallu

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #13 am: 06. M?RZ 2018, 09:32:49 »
Bestes Unterscheidungsmerkmal: Bei Corydalis solida sind die Tragblätter der Blüten handförmig gespalten, bei C. cava ganzrandig. Siehe auch: http://blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Erdrauchgewaechse/corydalis_rot.htm#Hohler
Viele Grüße aus der Rureifel

Gerlinde Sachs

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Re: Wildstauden für Biene & Co.
« Antwort #14 am: 07. M?RZ 2018, 17:41:48 »
Das ist ja eine tolle Seite, danke!