Autor Thema: Leben an den Futterstellen im Garten  (Gelesen 856 mal)

Susanne ex Braves Kind

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Leben an den Futterstellen im Garten
« am: 09. Dezember 2017, 11:57:20 »
Ich mache mal einen neuen thread auf, um die anderen Kreaturen zu würdigen, die im Garten leben, mehr oder weniger hilfreich für den Gärtner, aber unentbehrlich für eine ökologische Ausgewogenheit.

Zu meinem Garten zähle ich jetzt auch meinen Balkon. Im Sommer eine üppig blühende grüne Wolke, dominiert von zwei mannshohen Rosenbäumen und vielen Dahlien in großen Kübeln, dazu zwei Kästen mit Geranien, Petunien, Rosmarin, Pferfferminze, Thymian und Vinca. Momentan halten noch Rosenbäume und Gewürzgehölze die Stellung.

Letzten Winter genügte noch ein Futterhäuschen und eine Knödelsäule für die hungrigen Piepmätze. Vor einigen Wochen musste ich dann aufstocken, ein Zweithäuschen und eine Streufuttersäule kamen hinzu, außerdem eine Schale mit Fettfutter. Knödel und Fettfutter stelle ich selbst her, in der Streufuttersäule befinden sich geschälte Sonnenblumenkerne, in den Häuschen eine Mischung aus Sonnenblumenkernen und Erdnussbruch. Eine Schale mit Wasser wird täglich frisch angeboten.

Gestern Nacht hat es geschneit, draußen ist alles weiß. Momentan streiten sich etwa 20 Stieglitze mit 2 Grünfinkenpärchen, 4 Dompfaffenpärchen, 4 Amseln und unzähligen Blau- und Kohlmeisen um die Futterstellen. Rotkehlchen und der Specht sind gerade eingetroffen, und eine Heckenbraunelle sortiert das, was runterfällt neu. Letztens war auch ein Eichhörnchen da, hat aber die Erdnüsse im Häuschen nicht entdeckt.

Zur Zeit fülle ich zweimal täglich nach. Jetzt frage ich mich, was ich noch anbieten könnte. Es darf nix sein, was "Dreck" macht, weil dann die Mieterin unter mir "leidet". (Sie hat einen Putzteufel und der Beton ihrer Terrasse wird wöchentlich geschrubbt.)
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2017, 11:59:08 von Susanne ex Braves Kind »

Sabine Baumann

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #1 am: 11. Dezember 2017, 11:59:58 »
Ich hab hier auch das Gefühl, dass die Vögel in diesem Winter besonders hungrig sind. Oder es füttert außer mir niemand in der Nähe!
Ich hab eine Futtersäule mit Streufutter (Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, etc.), die besonders von Spatzen und Kohlmeisen besucht wird. Das, was runterfällt, fressen Buchfinken und meine Kaninchen  ;). Zwei hängende Vorrichtungen für Erdnusskerne werden gut von Blaumeisen angenommen, aber auch Spatzen und Kohlmeisen fressen daran. Auf einem Futtertisch mit Netzboden wird Fettfutter (Haferflocken in Schweineschmalz) angeboten. Hier bedienen sich vor allem Amseln, Blaumeisen, Kohlmeisen und Rotkehlchen.
Ich hab bisher immer bedauert, dass ich keine sehr große Artenvielfalt an Singvögeln im Garten hab. Darum habe ich mich vorgestern sehr gefreut, als ich einen Kernbeißer gesehen hab und heute nochmal beim Anblick eines Dompfaffmännchens!
Für das Fettfutter habe ich lange nach einem Fett gesucht, das kein Palmöl enthält. Butterschmalz wäre eine Lösung gewesen, aber das wäre schon eine heftige Nummer. Rindertalk wird ab und zu empfohlen, aber das Fett aus so einem Lappen Rindertalk auszulassen, ist eine scheußlich fettige, unangenehm riechende Angelegenheit. So bin ich denn beim Schweineschmalz gelandet, was mir als Vegetarierin schwer gefallen ist, aber offenbar das geringste Übel darstellt. Hat jemand eine bessere, umweltfreundliche Idee? 

Iris Witt

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #2 am: 11. Dezember 2017, 17:30:46 »
Bei uns hat es momentan auch deutlich mehr Vögel an den Futterstellen
im Vergleich zum letzten Winter.
Heute habe ich sogar einen Star gesehen.

ralf neugebauer

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #3 am: 11. Dezember 2017, 17:37:53 »
Bei uns hat es momentan auch deutlich mehr Vögel an den Futterstellen
im Vergleich zum letzten Winter.
Heute habe ich sogar einen Star gesehen.
Herzlich Willkommen Iris im Forum.

LG
Ralf

ralf neugebauer

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #4 am: 11. Dezember 2017, 17:40:54 »


Letzten Winter genügte noch ein Futterhäuschen und eine Knödelsäule für die hungrigen Piepmätze.

Ich muß leider gestehen , was Futterhilfen etc . betrifft  , bin ich ein ziemlicher Banause. Möglichkeiten hätte ich genug.
Müßte bloß mal den H... hoch kriegen und mich drumkümmern.  ;)

Sabine Baumann

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #5 am: 11. Dezember 2017, 18:24:43 »
Hallo Iris! Das freut mich ja ganz besonders, Dich hier zu treffen!  :D

Susanne ex Braves Kind

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #6 am: 12. Dezember 2017, 09:05:02 »


Seit es kaum noch selbstständige Metzger gibt, ist es schwierig, an Rindertalg zu kommen. Früher gab's den immer im Winter, speziell für die Fütterung und für einige wenige Weihnachtsbäckereien, fertig ausgelassen in Papiertüten zu kaufen. Rindertalg hat einen höheren Brennwert und ist daher wertvoller für die Vögel als pflanzliches oder anderes Fett.

Ich benutze mangels Rindertalg ein ungehärtetes pflanzliches Fritierfett vom Discounter, schmelze es (nicht erhitzen!) und rühre dann eine Tüte kernige und eine Tüte normale Haferflocken, zwei Handvoll geschälte Sonnenblumenkerne und eine Handvoll Erdnussbruch darunter. Ganz abkühlen lassen und mit den dünnen Erste-Hilfe-Handschuhen Knödel pressen. Einen Teil der Masse füttere ich ungeknödelt.

Es gibt gute Tips beim Nabu.

Iris Witt

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #7 am: 12. Dezember 2017, 09:09:38 »
Naja, das Wetter ist wirklich mäßig, da bin ich auch mal
am PC. Mehr wie das nächste Gartenjahr planen ist leider
nicht möglich.

Das Treiben an den Futterstellen können wir vom Wohnzimmerfenster
aus beobachten. Ist besser wie jede Fernsehsendung  ;)

Anny Hohenstein

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #8 am: 12. Dezember 2017, 22:13:37 »
Hallo Iris, freut mich auch dich hier zu lesen :D

Mir geht es genauso, ich finde auch dass viel mehr Futter gebraucht wird. Aber das freut mich wenn die Vögel bei mir Einkehren.
Heute habe ich einen frechen Spatz beobachtet der eine Meise nicht an den Knödel ran ließ.

Amseln sind es allerdings weniger als in früheren Jahren.
Draußen im Garten füttere ich auch, aber was da so rumfliegt hab ich noch nicht festgestellt.

Ralf dann aber auf :-\
Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt  Rudyard Kipling

Anny

Sabine Nittritz

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Re: Leben an den Futterstellen im Garten
« Antwort #9 am: 13. Dezember 2017, 10:32:36 »
Heute Morgen um 9.30 Uhr stand 2m von unserer Terrasse entfernt ein Rehbock und naschte zum wiederholten Mal an unseren Cyclamenblättern.

Vor 2 oder 3 Jahren haben die Rehe uns die Blätter fast komplett abgefressen mit dem Ergebnis, dass wir so gut wie keine Saat abnehmen konnten.
Da die Knollen unbeschädigt bleiben, treiben sie im nächsten Jahr wieder aus - zur Freude der Rehe im nächsten Winter.  >:(
Das schönste an der Gartenarbeit ist, dass man sie so lange hinausschieben kann, bis sie keinen Sinn mehr macht.