Autor Thema: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee  (Gelesen 1698 mal)

Rainer Reisefüchsle

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Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« am: 12. Dezember 2017, 19:46:25 »
Hat jemand eine Idee worum es sich bei diesen Früchten handeln könnte? Sie waren in einem marokkanischen Kräutertee. Im Kräutertee,  waren auch Galgantwurzel, Hibiskus, Eisenkraut wohlriechend, Thymian und noch andere gute Sachen drin.
« Letzte Änderung: 12. Dezember 2017, 20:09:44 von Rainer Reisefüchsle »

Hortulus

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #1 am: 12. Dezember 2017, 23:32:01 »
Wie groß sind die Körner Rainer?
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Rainer Reisefüchsle

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #2 am: 13. Dezember 2017, 07:15:13 »
Wie groß sind die Körner Rainer?
Die Körnr sind so 1-1,4 cm lang und 5-7 mm breit.

Hortulus

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #3 am: 13. Dezember 2017, 08:01:39 »
Danke
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Michael Conrad

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #4 am: 13. Dezember 2017, 19:42:45 »
Die Früchte sind Samen eines Doldenblütlers, ganz typisch in der Gestaltung. Sehr interessant! Falls der Tee sehr frisch, also von diesem oder längstens leztem Jahr ist, hätte ich an solchen Samen Interesse.

:)
Michael
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Rainer Reisefüchsle

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #5 am: 13. Dezember 2017, 19:45:29 »
Hallo Michael, hast du eine Ahnung welchen Doldenblütler man dem Tee in Marokko zugemischt haben könnte?

Petra Vogt-Werner

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #6 am: 13. Dezember 2017, 22:16:30 »
Könnten das Samen von Orlaya grandiflora sein? Die sehen bei mir so ähnlich aus. Habe allerdings nicht die geringste Ahnung, ob man die genießen kann, ohne sich zu vergiften... :-[
Liebe Grüße
Petra

Michael Conrad

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #7 am: 13. Dezember 2017, 23:18:27 »
Orlaya-Samen wären "stacheliger". Nein, gerade, weil ich nicht weiß, was es ist, interessiert mich Kleinspur-Doldisten das. Der Samen erinnert eher an Ammodaucus.

:)
Michael
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Michael Conrad

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #8 am: 13. Dezember 2017, 23:25:57 »
Ja, müsste Ammodaucus leucotrichus oder sowas sein.

Her damit!

:)
Michael
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Hortulus

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #9 am: 14. Dezember 2017, 19:55:02 »
Moin, ich hab mal den österreichischen Botaniker und Regionalgruppenleiter
aus Tulln an der Donau um seine Meinung gebeten. Mal sehen was Gregor Dietrich dazu sagt.
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Rainer Reisefüchsle

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #10 am: 14. Dezember 2017, 20:14:19 »
Wow, wie gut doch unser Forum ist...

Michael, Ammodaucus leucotrichus (wolliger Kümmel) kann gut sein, wird lt. wikipedia (en) auch als Tee gegen Atembeschwerden und als Kompresse gegen Schlangenbisse verwendet. Ist also gut möglich, dass diese Körner in dem Tee aus Marokko sind, auch sehen sie so aus.
Den Tee hat eine Bekannte, die mich um Rat fragte... Ich habe bei ihr angefragt, ob sie mir ein Körner schicken kann...

Danke, Stefan auch für deine Weiterleitung. Bin gespannt was Gregor Dietrich sagt.

Hortulus

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #11 am: 14. Dezember 2017, 20:18:41 »
Dafür nich Rainer  :D
Stefan Strasser, Vizepräsident der GdS und Leiter der Fachgruppe Lilien. Koordinator Teilnetzwerk Lilium der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
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Michael Conrad

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #12 am: 14. Dezember 2017, 21:02:27 »
Hallo Rainer, das wäre sehr nett!

Wie ich darauf kam: Bei einem Teneriffabesuch fiel mir in Küstennähe ein unbekannter und recht kleiner Doldenblütler auf. Das war die Kanarische Sandmöhre Ammodaucus nanocarpus. Leider keimten die gesammelten Samen schlecht, und die Sämlinge lebten  nicht lange. So sahen die Samen aus:




Das ist doch sehr nahe dran!
:)
Michael
« Letzte Änderung: 31. Dezember 2017, 13:43:22 von Michael Conrad »
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Michael Conrad

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Re: Unbekannte Früchte im marokkanischen Tee
« Antwort #13 am: 11. Februar 2018, 09:00:22 »
So, nachdem ich von Rainer dankenswerterweise einige Samen erhalten habe, möchte ich noch eine kleine Korrektur anbringen:

Wie es scheint, gibt es von der Sandmöhre nur eine einzige Art, nämlich Ammodaucus leucotrichus. Auf den Kanaren gibt es aber eine Unterart, just die von mir gesammelte A. leucotrichus ssp. nanocarpus. So passt das wieder ;D.

Wie die Keimungsbedingungen sein sollen, erschließt sich mir noch nicht. Aufgrund der ökologischen Habitatbedingungen (Wüstenrand, steinig, halophil) wähle ich keine Kaltbehandlung, sondern säe direkt bei 20 Grad in möglichst humusfreies und sehr durchlässiges Substrat. Eine Prise Meersalz dürfte auch nicht schaden ;). Da, wie bei einjährigen "Wüstenpflanzen" so üblich, der Lebenszyklus sehr kurz ist (30-45 Tage), sollte der Aussaattermin wegen günstigerer Lichtverhältnisse in Richtung Sommer gewählt werden - so meine Vermutung.

:)
Michael
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