Autor Thema: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser  (Gelesen 396 mal)

Christoph Rohlfs

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Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« am: 03. September 2019, 20:24:48 »
Gärtner tauchen ihre Stecklinge kurz in Bewurzelungspulver, das u.a. Indol-3-Buttersäure enthält. Dieser Stoff regt die Wurzelbildung an. Leider sind derartige Präparate in Deutschland schwer zu beziehen, wohl auch zulassungspflichtig und dementsprechend teuer.
Es gibt aber eine ganz einfache und kostenlose Methode, die Bewurzelung zu fördern. In jungen Weidenästen ist relativ viel von dieser Buttersäure enthalten, ausserdem Salicilsäure, die desinfizierend (auch schmerzstillend) wirkt. Im einfachsten Fall steckt man zwischen die Stecklinge ein paar etwa bleistiftdicke junge Weidenäste (Art der Weide ist egal), dren Rinde man etwas verletzt hat. So gelangt etwas Buttersäure zu den Stecklingen.
Besser aber umständlicher geht es mit Weidenwasser:
1kg Schnipsel aus jungen Weidenzweigen 24 Stunden in 5Liter Wasser legen, dann abgießen.
Das Weidenwasser kann bis zu 2 Wochen verwendet werden.
Die Stecklinge sollte man zuerst für ein paar Stunden in das Wasser stellen, dann wie gewohnt stecken und ein Marmeladenglas drüberstülpen und immer mit dem Weidenwasser gießen.
Kein Scherz, es funktioniert wirklich. Ich habe es selbst ausprobiert. Die Bewurzelungsquote war mt Weidenwasser erheblich besser als ohne.

Petra Vogt-Werner

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #1 am: 04. September 2019, 17:06:32 »
Das ist ein super Tipp, Christoph, vielen Dank :D! Das werde ich demnächst gleich mal probieren.
Liebe Grüße
Petra

Purpurstaude

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #2 am: 06. September 2019, 20:24:06 »
Bei welchen Stecklingen hast du diese Methode denn ausprobiert? Nur Gehölze oder auch „Krautiges“? Bei mir stehen noch Salvia, Pelargonien und Viola an.   
Liebe Grüße A.

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Christoph Rohlfs

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #3 am: 06. September 2019, 21:21:45 »
einen richtigen Vergleichstest - eine Gruppe ohne, eine Gruppe mit Weidenwasser, habe ich mit vergleichsweise unproblematischen Helianthemum gemacht. Da die Gruppe mit Weidenwasser deutlich besser als die Kontrollgruppe abgeschnitten hat, gieße ich seitdem alle Stecklinge, egal ob krautig oder holzig mit Weidenwasser. Zur Zeit habe ich Nelken, Helianthemum, Dionysia, Moltkia, Aethionema und Ptilotrichum spinosum in Vermehrung.   Bei Daphne und Camellia war der Erfolg mäßig, war aber auch ohne sehr schlecht. Fuchsien gingen auch gut, wären aber wohl auch ohne Weidenwasser was geworden. Pelargonien habe ich immer ohne gemacht, weil sie sowieso wurzeln.
Bei Viola bin ich noch nie auf die Idee gekommen, dass man die auch stecken kann.
 

ralf neugebauer

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #4 am: 07. September 2019, 07:30:50 »
Ein toller Tipp, Christoph, danke  :D!

Purpurstaude

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #5 am: 07. September 2019, 21:45:18 »
An Viola‘Molly Sanderson‘ hatte ich gedacht. Alle anderen V. werden ausgesät oder gekauft.
Liebe Grüße A.

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Edi

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #6 am: 08. September 2019, 16:16:15 »
Das ist ein super Tipp, Christoph, vielen Dank :D! Das werde ich demnächst gleich mal probieren.

Genau! Eine Weide ist bereits geortet.

Christoph Rohlfs

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Re: Stecklingsvermehrung mit Weidenwasser
« Antwort #7 am: 08. September 2019, 16:19:29 »
An Viola‘Molly Sanderson‘ hatte ich gedacht. Alle anderen V. werden ausgesät oder gekauft.
Ach, natürlich. An die Hornveilchen u.ä. hate ich gar nicht gedacht. Ich hatte mir schon überlegt, wie und warum man V. odorata wohl steckt.