Autor Thema: Patagonienreise  (Gelesen 2520 mal)

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #15 am: 09. Februar 2018, 20:15:45 »
Heute mal die Calceolarien (Pantoffelblumen), von denen es in Mittel- und Südamerika einige 100 Arten gibt.  C. biflora, die auch bei uns willig wächst, ist in Patagonien sehr häufig auf Wiesen und in lichten Wäldern anzutreffen. C. tenella habe ich nur 1 mal gesehen. Sie wuchs sehr trocken auf einem flachen Stein. C. palenae ist etwas größer, C. uniflora habe ich nur im chilenischen Teil gefunden, solch große Pflanzen aber nur selten. Den Namen der letzten muss ich noch ermitteln, es könnte C. polyrhiza sein.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2018, 20:21:04 von Christoph Rohlfs »

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #16 am: 10. Februar 2018, 20:59:58 »
Alstroemeria ist in Südamerika mit ca. 100 Arten vertreten. Wir kennen eigentlich nut A. aurea, mit der ich im Garten schlechte Erfahrungen gemacht habe. In Patagonien wachsen sie in jedem Straßengraben wie bei und die Zichorien.
A. patagonica ist wesentlich kleiner, kaum größer als ein Krokus.
Bei Atragalus muss ich passen. Die Bestimmung ist einfach zu schwer.

Purpurstaude

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Re: Patagonienreise
« Antwort #17 am: 11. Februar 2018, 08:13:43 »
Danke Christoph! Klasse Bilder! Violas, die (auf den ersten Blick) wie Semps aussehen - faszinierend. Und bei den Calceolaria uniflora überlege ich mir, ob ich Gelb vielleicht doch mag
Liebe Grüße A.

Wer andern eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät!
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Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #18 am: 11. Februar 2018, 16:50:29 »
Loasa und verwandte Gattungen haben einen ganz eigentümlichen Blütenaufbau, an dem man sie sofort erkennt.  L. bergii wächst in lichten Wäldern, L. nana dagegen im Hochgebirge wie auch die verwandte Caiophora prieta. Caiophora coronata (schlechtes Foto) kommt viel weiter nördlich in der Atacama-Wüste vor.
Tropaeolum incisum steht in der trockenen Pampa.

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #19 am: 12. Februar 2018, 21:12:57 »
Ourisien brauchen es feucht. O. poepigii muss sogar immer vom Wasser benetzte Blätter haben, sie heißt deshalb auch Waterfallplant. O. alpina ist kleiner, 2 andere Ourisien habe ich noch nicht identifiziert. Bei Primula magellanica erkennt man sofort die Verwandtschaft zu eurasischen Arten. Etwas ganz anderes sind die verschoiedenen Junellien aus der trockeneren Pampa.

Pyxidanthera †

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Re: Patagonienreise
« Antwort #20 am: 12. Februar 2018, 22:19:21 »
Ist es eigentlich gestattet, ständig neue Begierden durch so tolle Bilder von ungewöhnlichen Pflanzen zu wecken? :o ;)
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Michael.Kiessling

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Re: Patagonienreise
« Antwort #21 am: 13. Februar 2018, 04:34:53 »
insofern gemein weil fast alle bei uns schlecht bis gar nicht zu kultivieren sind. Zudem bekommt man- wenn überhaupt- nur Samen, welcher außerordentlich schlecht keimt...hab ich alles schon hinter mir. Also keine falschen Hoffnungen! Bleibt wirklich nur bei schönen Bildern anschaun... :-[
Standort Oberbayern, Chiemgau, 550m Höhe, Klimazone 5-6, Schwerpunkt Kakteen, Kiesgarten, Exotenbereich, gesamt ca. 400m² Unterglas/Folie, 500m² Freifläche, Schwimmteich

Sabine Nittritz

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Re: Patagonienreise
« Antwort #22 am: 13. Februar 2018, 14:55:07 »
Ourisien brauchen es feucht. O. poepigii muss sogar immer vom Wasser benetzte Blätter haben, sie heißt deshalb auch Waterfallplant. O. alpina ist kleiner, 2 andere Ourisien habe ich noch nicht identifiziert. Bei Primula magellanica erkennt man sofort die Verwandtschaft zu eurasischen Arten. Etwas ganz anderes sind die verschoiedenen Junellien aus der trockeneren Pampa.

Ourisien sind wohl Pflanzen der südlichen Hemisphäre. Ich habe in Neuseeland Ourisia macrophylla gesehen: In gut 800 m Höhe und auch feucht, an einem Bachlauf
Das schönste an der Gartenarbeit ist, dass man sie so lange hinausschieben kann, bis sie keinen Sinn mehr macht.

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #23 am: 13. Februar 2018, 19:14:09 »
Gemein ist es auch, wenn man vor solchen Pflanzen steht, sich vorstellt, wie sie sich im heimischen Steingarten machen würden und dann doch verzichten muss. Da hilft nur hinfahren! Aber einige Samen habe ich doch mitgebracht.
Ich habe noch eine Ourisia gefunden. O. fragans. Und dicht daneben standen noch kleine Calceolarien, ähnlich C. biflora.
Das Erigeron giliesii (?) kommt sehr häufig vor, Berberis empetrifolia ebenfalls. Caltha sagittata steht fast im Wasser.

Rainer Reisefüchsle

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Re: Patagonienreise
« Antwort #24 am: 13. Februar 2018, 20:01:41 »
Hallo Christoph,
deine Patagonienbilder sind einfach interessant und klasse!!! Danke.
Die interessanteste Pflanze ist für mich Calceolaria uniflora. Der Hammer!
Kann man die bei uns erwerben oder Samen bekommen und kultivieren?

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #25 am: 13. Februar 2018, 21:45:56 »
Calceolaria uniflora ist in der Tat ein Traum, den ich schon mindestens 3 x im Garten hatte. Sie wächst von Herbst bis zum Frühjahr ohne Probleme, blüht auch und geht dann je wärmer der Sommer ist desto schneller ein. Ich habe noch nie eine Pflanze über den Sommer gekriegt.  In kälteren Gegenden ist das sicher einfacher. Der Brockengarten im Harz kultiviert sie mit Erfolg.
Gerd Stopp in Chemnitz hat gelegentlich Pflanzen. Ich habe etwas Samen mitgebracht, aber so wenig, dass ich nichts davon abgeben kann.
C. fothergillii sieht ähnlich, aber nicht ganz so schön aus und soll leichter zukultivieren sein. Samen gibts bei Jelitto.
« Letzte Änderung: 13. Februar 2018, 21:50:21 von Christoph Rohlfs »

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #26 am: 14. Februar 2018, 19:26:17 »
Die Iridaceae mit den Gattungen Sisyrinchium, Solenomelus und Olsynium sind in Patagonien recht stark vertreten. Die am wenigsten schöne, S. patagonicum ist leicht zu bestimmen. Bei allen anderen schwanke ich noch. Das 4. ähnelt stark dem auch in unseren Gärten wachsenden S. macrocarpum, vielleicht ist sie es sogar.
« Letzte Änderung: 14. Februar 2018, 19:29:21 von Christoph Rohlfs »

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #27 am: 15. Februar 2018, 20:11:57 »
Nochmal ein paar Iridaceen , eine Pflanze, die ich für eine Rhodophiala-Art halteund eine unbekannte Pflanze aus der trockenen Pampa, die ich bisher nirgendwo einordnen kann..

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #28 am: 16. Februar 2018, 20:51:57 »
Myrcogenia exsucca wächst nur im allernördlichsten Teil von Patagonien und verträgt nur ganz leichten Frost wie auch Drimis winteri und Tristerix  corymbosus. Embotryum coccineum dagegen steht am liebsten direkt neben Gletschern. Escallonia rubra und ihre weißen und rosa Schwestern und die Hybriden sowie Embotryum coccineum kann man auch in milden Gegenden Deutschlands anpflanzen.

Christoph Rohlfs

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Re: Patagonienreise
« Antwort #29 am: 17. Februar 2018, 19:41:57 »
Die folgenden Pflanzen sollte man mal in Deutschland ausprobieren. Die Frosthärte müsste ausreichen.