Autor Thema: Sehr wichtige Information - XYLELLA  (Gelesen 423 mal)

Bernd F

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Sehr wichtige Information - XYLELLA
« am: 03. M?RZ 2018, 14:31:42 »
Liebe Taglilienfreunde,

hier eine brisante Information für Sie:

vor fast drei Jahren hat die Fachgruppe Hemerocallis über das Problem mit dem Bakterium Xylella fastidiosa informiert. Der Artikel dazu ist in der Homepage der GdS, www.gds-staudenfreunde.de/ Fachgruppe Hemerocallis zu finden. Darüberhinaus konnten Sie ihn auch in "der Staudengarten" und in der Gartenpraxis finden. Für uns ist der Stichtag 18. Mai 2015 wichtig, weil danach keine Taglilien aus den USA laut Beschluss der EU mehr eingeführt werden konnten. Vorausgegangen war ein Befall von Olivenbäumen mit diesem Bakterium, das in Süditalien zum Vernichten von Millionen von Olivenbäumen geführt hat. Als Wirtspflanze von Xylella wurden auch Hemerocallis nachgewiesen. In der EU ist seitdem die Angst in landwirtschaftlichen Betrieben und den entsprechenden Behörden groß, dass dieses Bakterium auch bei uns zu erheblichen Schäden führen kann. Leider gibt es eine Vielzahl von Wirtspflanzen, Pflanzen also, die möglicherweise selbst nicht krank werden, aber den Erreger weiter verbreiten.

2015 wurde in Plauen eine komplette Gärtnerei geräumt, einschließlich des gesamten Mobiliars, dort hatte man auf Oleander Xylella gefunden. Um die Gärtnerei herum wurde ein Bannkreis eingerichtet. Sie können sich vorstellen, was diese Maßnahme für die Eigentümer, die Beschäftigten und die Bewohner der Umgebung bedeutet hat.

Viele von Ihnen haben Hemerocallis aus den USA bezogen. Auf dem üblichen einfachen Weg ist das nun nicht mehr möglich. Es sei denn, Sie beziehen Ihre Pflanzen aus Oregon, Hawai oder Conneticut. Für diese Bundesstaaten der USA gibt es mittlerweile eine Bescheinigung, dass sie Xylella-frei sind.

Wir können nur davor warnen, dass jemand meint, diese Einschränkungen durch unerlaubte Importe, z.B. durch eine Reise und im Koffer am Zoll vorbei geschmuggelte Pflanzen, umgehen zu können. Sollten dadurch in der EU Schäden durch Xylella auftreten, wird genau geprüft werden, woher die befallenen Pflanzen stammen. Dadurch würden illegale Importe auffliegen und sicher bestraft werden. Es würde damit auch Unbeteiligten Schaden zugefügt werden, weil dann Hemerocallis auf die Liste der Pflanzen gelangen würden, die auch innerhalb der EU nur mit Pflanzenpass  gehandelt werden dürfen.

Nun ist kürzlich von Mitgliedern bemerkt worden, dass bei Ebay eine Pflanze mit dem Registrierungsjahr 2016, also nach dem Verbot der Einfuhr, angeboten wurde.

Dabei sind diese Fragen aufgetaucht:

1. Wer ist der Verkäufer?

2. Wie ist diese Sorte nach Europa gelangt?

3. Aus welchem US-Bundesstaat stammt sie?

4. Wurde sie vor 2015 legal importiert und erst später offiziell registriert?  (Möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich)

5. Hat hier jemand den oben beschriebenen illegalen Weg der Beschaffung benutzt?

Sollte der 5. Punkt zutreffen, ist sträflich gehandelt worden. Das betrifft auch Abnehmer dieser von einer anderen Person importierten Pflanzen, die in Kenntnis des Vorgangs vielleicht sogar stolz sind, dass sie es geschafft haben, besondere Sorten zu besitzen.

Die behördlichen Regelungen sind zur Zeit eine Vorsichtsmaßnahme. Vielleicht gibt es auch wieder Entwarnung. Bis dahin sollten Sie sich strikt an die Regeln halten und auch bei Käufen innerhalb der EU von Ihrem Lieferanten, egal ob gewerblich oder privat, bei jüngeren Züchtungen einen Nachweis der Herkunft dieser Pflanzen verlangen.

Wir können froh sein, dass wir innerhalb der EU Hemerocallis noch tauschen und verkaufen können, solange sie nach den bestehenden Regeln hierher gelangt sind. Es gibt eine Liste anderer Pflanzen, die auch innerhalb der EU nur mit einem Pflanzenpass weitergegeben werden können. Ein umständliches und hinderliches Verfahren! Es ist für uns von Vorteil, wenn wir diese Auflage vermeiden können. Ein Pflanzenpass ist nicht identisch mit einem Phytosanitary Certificate.

Der Zeitpunkt 18. Mai 2015 bedeutet nicht, dass Pflanzen, die davor importiert wurden, befallsfrei sind, sondern nur, dass eine Einfuhr davor legal war.

Außerhalb der GDS-Mitgliederschaft gibt es einige Taglilien-Verkäufer, die mit diesem Schreiben leider nicht erreicht werden. Sie, die Mitglieder, haben es aber in der Hand, diese Quellen, soweit kein Nachweis der genehmigten Einfuhr geführt werden kann, zu meiden und illegale Importe nicht zu begünstigen oder selbst zu tätigen.

Hier noch ein Link zum Julius-Kühn-Institut mit der Liste der Wirtspflanzen, wo Sie weitere Informationen finden können.

http://pflanzengesundheit.jki.bund.de/dokumente/upload/da68f_be2015-789xylefa-wirtspflanzen2018-02.pdf

Christina Tamberg  (Fachgruppenleiterin)

Email: Dr.T.u.C.Tamberg@t-online.de


 

Gruß Bernd