Autor Thema: Daphne  (Gelesen 2478 mal)

ralf neugebauer

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Daphne
« am: 06. M?RZ 2018, 17:46:07 »
Daphne

Beitragvon Ulrich Würth » 12.04.2011, 22:34
Hänge mal zwei Bilder an von
Daphne burkwoodii 'Somerset' und Daphne cneorum aus dem Gewächshaus.

ralf neugebauer

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Re: Daphne
« Antwort #1 am: 07. M?RZ 2018, 16:53:56 »
Mit freundlicher Genehmigung durch Hr. K.M

Re: Daphne

Beitragvon Klaus Menzel » 14.04.2011, 00:39
Die Daphne-Abbildungen von Herrn Würth haben mich angeregt, zwei weitere Arten bzw. eine Art und eine Hybrid-Sorte hier kurz vorzustellen, die sich bei uns als sehr gartenwillig herausgestellt haben: D. tangutica und D. x transatlantica 'Eternal Fragrance', beide derzeit im Freiland blühend. Die erstgenannte gehört wohl zu den robustesten und verlässlichsten Daphne, die - so jedenfalls werden sie ja oft beschrieben - allesamt nicht sehr langlebig sein sollen. Unser größtes Exemplar, 80 cm in der Höhe und 3 m im Durchmesser, dürfte zwischen 15 und 20 Jahre alt sein (man vergleiche mit den gängigen Maßangaben!). Es wird gelegentlich beherzt zurückgeschnitten, um seine Ausdehnung zu begrenzen, was es ohne erkennbare Beeinträchtigung hinnimmt. Mit Ausnahme des vergangenen Jahres blüht es regelmäßig dreimal im Jahr und verströmt einen würzig-fruchtigen, besonders in den Abendstunden geradezu berauschenden Duft mit eher verdeckt süßem Unterton. Die Art sät sich bei uns spontan und, dank der Mithilfe der Amseln, oftmals auch weit entfernt von den Elternpflanzen aus. Dabei nehmen die Sämlingspflanzen auch beengteste Pflanzplätze mit magersten Substraten wie beispielsweise Pflasterfugen in Kauf, wo sie ein erstaunliches Wachstum an den Tag legen, wie das nachfolgende Foto zeigt:



Auf dem zweiten Foto kann man sehen, dass sich hier gleich zwei Sämlingspflanzen dicht nebeneinander in einer Pflasterfuge drängen. An diesem Ort und unter solcher Konkurrenz werden sie natürlich nicht so groß wie unsere älteste Pflanze. Auch wachsen sie hier, am halbschattigen Standort vor der Mauer eines Hochbeetes, eher aufstrebend:
« Letzte Änderung: 07. M?RZ 2018, 16:56:14 von ralf neugebauer »

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Re: Daphne
« Antwort #2 am: 07. M?RZ 2018, 16:58:12 »
Daphne tangutica ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass Gehölze keineswegs immer auf einen Befruchtungspartner angewiesen sind . Unser Bestand geht auf eine einzige Pflanze, die wir vor vielen Jahren in Holland erstanden hatten, zurück. Oft werden wir von unseren Besuchern nach dem geeigneten Standort gefragt, und wir können anhand unserer Exemplare belegen, dass man mit D. tangutica, durchlässigen Boden vorausgesetzt, kaum etwas falsch machen kann. Sie gedeihen sowohl in voller Sonne, im Halbschatten, als auch im Vollschatten, wobei sie sich hinsichtlich des Blütenreichtums nur unwesentlich unterscheiden. Sehr schmückend ist neben der Blüte übrigens nicht nur ihr festes, dunkelgrünes Laub sondern auch der rote Beerenschmuck. Unbedingt erwähnt werden sollte, dass man sich mit dem Düngen von Daphne tangutica äußerste Zurückhaltung auferlegen sollte. Wir haben einmal eine bereits recht große Pflanze über Nacht durch Düngergaben verloren. Seither vermeiden wir jegliche Nährstoffgabe und haben nie wieder Ausfälle gehabt.

D. x transatlantica 'Eternal Fragrance' ist hingegen nicht nur auf dem Markt sondern auch in unserem Garten ein Neuling. Der Sortenname, ewigen Duft versprechend, ist zu unserer Überraschung kaum übertrieben, denn selbst unser noch kleines Exemplar blüht und duftet sehr süß mit nur kurzen Unterbrechungen von Anfang April bis zum Frost. Ähnlich wie D. tangutica schiebt die vermutlich sterile Pflanze bereits während der jeweiligen Blüte neue Triebe - auf dem nachfolgenden Foto am hellgrünen Laub zu erkennen -, die nur kurz nach dem Abblühen des ersten Blütenschubes bereits wieder neue Blüten bilden. Die Knospe zeigte sich im ersten Jahr blassrosa, die Blüte im geöffneten Zustand weiß. In diesem Frühjahr fiel uns eine verstärkte Warmrosafärbung auf, die auf dem Foto leider nicht zum Tragen kommt und allerdings dann auch wieder bis zum Weiß aufhellt:



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Re: Daphne
« Antwort #3 am: 07. M?RZ 2018, 17:02:11 »
Re: Daphne

Beitragvon Klaus Menzel » 08.05.2011, 13:54
So entwickelt sich der Neuaustrieb von D. x transatlantica 'Eternal Fragrance' weiter. An den Triebspitzen wird sich bald der nächste Blütenschub entwickeln. Foto davon folgt...


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Re: Daphne
« Antwort #4 am: 07. M?RZ 2018, 17:04:52 »
Re: Daphne

Beitragvon UliB » 10.05.2011, 16:16
Könnte das ebenfalls D. tangutica sein? Diese Pflanze ist inzwischen über 1,50m groß. Duft beim Vorübergehen schon sehr auffallend.

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Re: Daphne
« Antwort #5 am: 07. M?RZ 2018, 17:05:33 »
Re: Daphne

Beitragvon Klaus Menzel » 14.05.2011, 10:09
Hallo Ulrich,

bei der von Dir abgebildeten Daphne dürfte es sich wohl um die Hybride D. x burkwoodii handeln, denn D. tangutica hat immer eine rosa- bis rosaviolettgefärbte Kelchaußenseite. Auch die angegebene Wuchshöhe spricht eher für die insgesamt eher aufrechtwachsende Hybride von D. caucasica x D. cneorum. Zwar weist deren Blütenkelch anfangs gleichfalls eine leichte außenseitige Rosatönung auf, er verblasst aber meist recht schnell. Auch das abgebildete Laub ist offenbar dünner in der Substanz als dasjenige von D. tangutica. Das sicherste Indiz für diese wäre aber das gleichzeitige Vorkommen von Blüten und roten Beeren, während die ebenfalls gutduftende D. x burkwoodii keine Früchte ansetzt. Die Duftnoten beider Pflanzen unterscheiden sich ebenfalls erheblich, aber das lässt sich sprachlich nur schwer objektivieren.

Herzliche Grüße
Klaus

ralf neugebauer

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Re: Daphne
« Antwort #6 am: 07. M?RZ 2018, 17:05:56 »
Re: Daphne

Beitragvon Klaus Menzel » 15.05.2011, 08:37
Hallo Ulrich,

es könnte auch die Art D. caucasica selbst sein.

Gruß
Klaus

Christoph Rohlfs

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Re: Daphne
« Antwort #7 am: 18. April 2018, 21:27:46 »
Die Gattung Daphne legt jetzt richtig los.
Daphne sericea hält seit über 10 Jahren jeden Frost aus.
Daphne tangutica bildet Büsche bis zu 1m Höhe. Wichtig für mich, da sie viele Samen bildet, die gut keimen und innerhalb von 2 Jahren Pflanzen mit bleistiftdicken Stielen bilden, auf die man gut andere Daphne pfropfen kann.

Pyxidanthera †

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Re: Daphne
« Antwort #8 am: 19. April 2018, 21:54:08 »
Hier beginnen die Hybriden zuerst zu blühen. Bei 'Stasek' ist die Herkunft nicht ganz geklärt. Robin White vermutet , dass es sich um Daphne x napolitana (D. cneorum x D. collina?) handelt.
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Pyxidanthera †

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Re: Daphne
« Antwort #9 am: 19. April 2018, 21:57:12 »
Bei Daphne x susannae 'Anton Fahndrich' handelt es sich um D. abruscula x D. collina
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

Christoph Rohlfs

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Re: Daphne
« Antwort #10 am: 19. April 2018, 22:05:52 »
Sieht fast wie eine reine D. arbuscula aus.

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Re: Daphne
« Antwort #11 am: 19. April 2018, 22:08:32 »
Meine D. abruscula sind aber deutlich dunkler.
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

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Re: Daphne
« Antwort #12 am: 23. April 2018, 17:54:12 »
Bei 'Tage Lundell handelt es sich ebenfalls um eine Daphne x susannae.
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.    Albert Camus

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Re: Daphne
« Antwort #13 am: 23. April 2018, 21:36:24 »
Daphne collina x cneorum steht hier schon viel länger als ein Seidelbast alt erden darf, nämlich etwa 20 Jahre (Durchmesser 80 cm).

Christoph Rohlfs

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Re: Daphne
« Antwort #14 am: 23. April 2018, 21:40:13 »
Meine D. abruscula sind aber deutlich dunkler.
Meine D. arbuscula sind nur beim Aufblühen dunkler, danach genauso hell, was man auf Fotos allerdings schlecht vergleichen kann.